Die Behauptung
Das Pentagon habe einen „Doomsday-Plan“ veröffentlicht. Damit beginne die „heiße Phase“ und es gelte DEFCON 1.
Aufgestellt von: Ein Mimikama übermittelter Screenshot eines öffentlich sichtbaren Facebook-Beitrags.
Irreführend
Irreführend. Das Pentagon-Programm FORTRESS America ist real und soll Militärstützpunkte bei schweren Störungen einsatzfähig halten. Eine Ausrufung von DEFCON 1 oder ein unmittelbar bevorstehender Krieg ist damit nicht belegt.
Der Pentagon-Plan soll dafür sorgen, dass US-Militärstützpunkte auch bei Stromausfällen oder unterbrochenen Lieferwegen weiterarbeiten können. Die dazu geprüften Veröffentlichungen belegen keine Ausrufung von DEFCON 1. Aus einem Programm zur Krisenvorsorge wird in der Facebook-Meldung eine akute Kriegswarnung.
Auf Facebook macht eine alarmierende Meldung die Runde: „Pentagon veröffentlicht Doomsday Plan. Die heiße Phase beginnt. DEFCON 1“. Ein entsprechender Screenshot wurde Mimikama zur Prüfung übermittelt. Der Beitrag nennt weder eine Quelle noch ein konkretes Dokument, das die behauptete Alarmstufe belegt.
Was hinter dem Pentagon-Plan steckt
Der erkennbare Hintergrund ist das Programm FORTRESS America, das am 30. September 2026 vorgestellt wurde. Die offizielle US-Army-Seite beschreibt das Vorhaben in einem Beitrag vom 2. Oktober 2026: Militärische Einrichtungen sollen künftig unabhängiger von der zivilen Stromversorgung werden und besser gegen Angriffe geschützt sein. Dazu gehört etwa, dass wichtige Stützpunkte ihren eigenen Strom erzeugen können. Ein Ausfall des zivilen Stromnetzes soll den militärischen Betrieb möglichst nicht lahmlegen. Auch sicherere Lieferketten und Vorräte gehören zum Programm.
Die Umsetzung ist ein längerfristiges Vorhaben. Das Fachmedium Air & Space Forces Magazine berichtete am 20. Oktober unter Berufung auf einen hochrangigen US-Verteidigungsbeamten, dass Details und Kosten noch geprüft würden. Das Programm ist damit keine Mitteilung, wonach alle Stützpunkte bereits entsprechend umgerüstet wären.
Aktuelle Medienberichte greifen das Thema unter dem Schlagwort „Doomsday-Plan“ auf. Die Angabe von mindestens 90 Tagen ohne Unterstützung von außen geht auf einen Bericht von Fox News vom 25. Oktober zurück. Das Fachmedium The War Zone weist ausdrücklich darauf hin, dass unklar sei, ob Pentagon-Sprecher Sean Parnell dieses konkrete Ziel bestätigt hat. Die 90 Tage sind deshalb als berichtetes Ziel einzuordnen, nicht als unabhängig bestätigte Pentagon-Vorgabe. Gemeint ist die angestrebte Durchhaltefähigkeit, kein Countdown bis zu einem Krieg.
Was DEFCON 1 bedeutet – und was unbelegt bleibt
DEFCON bezeichnet die militärische Bereitschaft der US-Streitkräfte. Die Skala reicht von 5 bis 1, wobei DEFCON 1 die höchste Bereitschaftsstufe ist. Das lässt sich unter anderem anhand eines freigegebenen Dokuments der US-Militärführung nachvollziehen, das im National Security Archive zugänglich ist.
Ein Programm zur Absicherung von Stützpunkten sagt für sich genommen nichts darüber aus, welche Bereitschaftsstufe aktuell angeordnet ist. Für die Behauptung im Facebook-Beitrag haben wir bei unserer erneuten Prüfung am 28. Oktober 2026 keinen belastbaren öffentlichen Beleg gefunden. Auch die Formulierung „Die heiße Phase beginnt“ folgt nicht aus den geprüften Berichten.
Der aktuelle militärische DEFCON-Status wird nicht routinemäßig öffentlich bekannt gegeben. Webseiten mit vermeintlich aktuellen DEFCON-Anzeigen können eigene Einschätzungen veröffentlichen. Der private Anbieter „The DEFCON Warning System“ erklärt ausdrücklich, dass seine Anzeige nicht den offiziellen Status des US-Militärs wiedergibt. Deshalb wäre es ebenfalls unzulässig, eine solche Anzeige als sicheren Gegenbeweis zu verwenden.
Häufige Fragen zur Meldung
Hat das Pentagon einen „Weltuntergang“ angekündigt?
Die geprüften Quellen beschreiben ein Vorsorgeprogramm für militärische Einrichtungen. Der Ausdruck „Doomsday-Plan“ wird in Medienüberschriften verwendet. Daraus ergibt sich keine Ankündigung eines bevorstehenden Weltuntergangs.
Betrifft das normale Nutzer unmittelbar?
Die beschriebenen Maßnahmen betreffen US-Militärstützpunkte. Aus dieser Meldung ergibt sich keine konkrete Handlungsaufforderung für Menschen in Österreich oder Deutschland. Der Facebook-Beitrag liefert keinen Beleg für eine unmittelbar drohende Gefahr.
Kann man deshalb jede Kriegsgefahr ausschließen?
Nein. Dieser Faktencheck prüft die konkrete Meldung. Aus den belegten Vorsorgemaßnahmen lässt sich weder ein unmittelbar bevorstehender Krieg noch die behauptete Alarmstufe ableiten.
Quellen
Hinweis: Stand zum Veröffentlichungsdatum.
Verwendete Bilder, Screenshots und Medien dienen ausschließlich der sachlichen Auseinandersetzung im Sinne des Zitatrechts (§ 51 UrhG).
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(Mehr zur Arbeitsweise) Welche Quellen wir verwenden und was für uns kein Beleg ist, steht auf unserer Quellenseite.

