Fake-Plakat über Vergewaltiger kursiert in Bielefeld

Eine perfide Rufmord-Kampagne sorgt in Bielefeld für Aufsehen. Ein gefälschtes Plakat warnt vor einem angeblichen Vergewaltiger – dabei ist der wahre Täter längst inhaftiert.

Die Behauptung

Ein Plakat, das in Bielefeld kursiert, behauptet, ein Mann hat kürzlich ein Mädchen missbraucht. Dazu wird ein Foto des vermeintlichen Täters gezeigt.

Aufgestellt von: Unbekannt

Faktencheck: Falsch

Das Plakat ist eine Fälschung. Der dargestellte Mann hat mit dem Fall nichts zu tun, und der tatsächliche Täter sitzt seit 2016 hinter Gittern. Die Polizei ermittelt wegen übler Nachrede und Vortäuschung einer Straftat.

Kurze Faktenübersicht:

  • Gefälschtes Plakat: Die Polizei bestätigt, dass das Plakat eine Fälschung ist.
  • Alter Fall aus 2012: Der angegebene Fall ist real, doch der Täter wurde 2016 verurteilt und ist inhaftiert.
  • Rufmordkampagne: Das Foto auf dem Plakat gehört nicht zum Fall und wurde mutmaßlich aus privaten Gründen manipuliert.
💬Woran erkennt man Fake News zuverlässig? Antworten finden Sie im Leitfaden Fake News erkennen.

Das „Er zerrte ein Mädchen an einer Bushaltestelle…“-Plakat ist Fälschung

In den sozialen Netzwerken macht ein Plakat die Runde, das in Bielefeld vor einem angeblichen Vergewaltiger warnt. Besonders erschreckend: Es wird das Bild eines Mannes gezeigt, der nichts mit der Straftat zu tun hat.

"Er zerrte ein Mädchen" Fake-Plakat über Vergewaltiger kursiert in Bielefeld
Screenshot: Polizei bestätigt > Plakat ist Fälschung

Ursprung des Plakats

Das Plakat greift einen realen Fall aus dem Jahr 2012 auf. Damals wurde ein Mädchen in Bielefeld-Baumheide tatsächlich missbraucht, und ein Phantombild des Täters wurde veröffentlicht. Wir von Mimikama haben damals HIER darüber, berichtet. Was das Plakat jedoch verschweigt: Der Täter wurde bereits 2016 gefasst und zu einer Haftstrafe von 10,5 Jahren verurteilt. Seitdem sitzt er im Gefängnis, inklusive anschließender Sicherungsverwahrung.

Mimikama-Analyse: Hier ist der Text im Vergleich zwischen dem Plakat von 2012 (links) und dem aktuellen Plakat von 2024 (rechts). Anhand der roten Markierungen wird deutlich, dass die Texte nahezu identisch sind:

"Er zerrte ein Mädchen" Fake-Plakat über Vergewaltiger kursiert in Bielefeld
Screenshot: Mimikama

Analyse der Ähnlichkeiten:

  1. Tatbeschreibung:
    • Rote Markierung: In beiden Plakaten wird ein Mädchen (11) beschrieben, das an einer Bushaltestelle missbraucht wurde.
    • 2012: „Er zerrte ein Mädchen (11) an einer Bushaltestelle ins Gebüsch, missbrauchte die Kleine.“
    • 2024: „Er zerrte ein Mädchen (11) an einer Bushaltestelle ins Gebüsch, missbrauchte die Kleine.“
    • Ähnlichkeit: Die Tatbeschreibung ist nahezu identisch in beiden Texten.
  2. Phantombild und Täterbeschreibung:
    • Rote Markierung: In beiden Texten wird von der Polizei ein Phantombild veröffentlicht.
    • 2012: „Jetzt hat die Polizei in Bielefeld (NRW) ein Phantombild des Täters veröffentlicht. WER KENNT DIESEN MANN?“
    • 2024: „Jetzt hat die Polizei in Bielefeld (NRW) ein Phantombild des Täters veröffentlicht. WER KENNT DIESEN MANN?“
    • Ähnlichkeit: Dieser Teil ist wortgleich, was zeigt, dass der Text kopiert wurde.

Aktuelle Verbreitung und Reaktionen

Trotz dieser Fakten wurde das Plakat mit einem neuen Foto versehen und in der Stadt verbreitet. Der abgebildete Mann hat jedoch nichts mit dem Fall zu tun und wehrt sich auf Instagram gegen diese falschen Anschuldigungen. Er beteuert, zur angegebenen Zeit bei der Arbeit gewesen zu sein, und fordert die Verantwortlichen auf, das Plakat und die damit verbundenen Posts umgehend zu entfernen.

Polizei ermittelt wegen übler Nachrede

Wie die Bielefelder Polizei bestätigt, ermittelt sie derzeit wegen des Verdachts auf üble Nachrede und Vortäuschung einer Straftat. Es gibt keinen aktuellen Fall in Bielefeld-Baumheide, der mit dem auf dem Plakat beschriebenen Ereignis übereinstimmt. Zudem geht die Polizei davon aus, dass das Motiv für die Veröffentlichung des gefälschten Plakats im „privaten Bereich“ liegt.

Rufmord durch Fake-News

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Die Verbreitung solcher Fälschungen zeigt einmal mehr die Gefahr von Fake-News und gezieltem Rufmord. Unschuldige Menschen werden in das Visier von Hetzkampagnen genommen, und die sozialen Netzwerke spielen bei der raschen Verbreitung solcher Desinformationen eine zentrale Rolle. Der Betroffene hat bereits rechtliche Schritte angekündigt, um sich gegen diese Verleumdung zu wehren.

Fake-Plakat über Vergewaltiger kursiert in Bielefeld – mimikama.org

In diesem Beitrag wehrt sich das Opfer gegen falsche Anschuldigungen, die auf Instagram verbreitet werden. Das Opfer erklärt, dass es zur angeblichen Tatzeit nachweislich bei der Arbeit war, was der Arbeitgeber bestätigen kann.

Fazit zum Thema falsches Plakat in Bielefeld

Ein gefälschtes Plakat, das in Bielefeld kursiert, behauptet fälschlicherweise, dass ein Mann kürzlich ein Kind missbraucht hat. Der Fall, auf den sich das Plakat bezieht, liegt jedoch über zehn Jahre zurück, und der eigentliche Täter sitzt längst im Gefängnis. Die Polizei ermittelt wegen übler Nachrede. Solche Vorfälle verdeutlichen, wie gefährlich gezielte Falschinformationen für die Betroffenen sein können.

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