Batteriespeicher im Fichtelgebirge (Faktencheck)

Politisch zugespitzte Behauptungen verzerren die tatsächliche Funktion des Batteriespeichers bei Arzberg.

Die Behauptung

Der kürzlich eingeweihte Batteriespeicher im Fichtelgebirge bei Arzberg könne angeblich nur „12 Sekunden Strom für ganz Deutschland liefern“ und habe rund 100 Millionen Euro gekostet. Kritiker bezeichnen ihn als „Milliardengrab“ und sehen in ihm ein Beispiel für die vermeintlich gescheiterte grüne Energiepolitik.

Irreführend

Die Behauptungen beruhen zwar auf korrekten Zahlen, stellen den Speicher aber absichtlich verzerrt dar. Der Speicher im Fichtelgebirge ist weder für eine nationale Stromversorgung noch als langfristige Lösung konzipiert, sondern für die Stabilisierung des regionalen Stromnetzes. Diese Funktion erfüllt er wirtschaftlich sinnvoll. Die „12 Sekunden“ beziehen sich auf eine hypothetische nationale Nutzung, die nicht das Ziel dieses Speichers ist.

Kurze Faktenübersicht:

  • Zweck: Der Batteriespeicher dient der regionalen Netzstabilisierung und nicht der nationalen Stromversorgung.

  • Wirtschaftlicher Nutzen: Für kurzfristige Netzausgleichseinsätze ist der Speicher wirtschaftlich sinnvoll.

  • Kosten und Risiken: Rohstoff- und Versicherungskosten sind in der gesamten Branche hoch und nicht spezifisch für diesen Speicher.

Bewertung: Die kritischen Aussagen sind zwar in den Fakten korrekt, jedoch bewusst irreführend formuliert und schaffen ein negatives Bild der Technik.

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Es handelt sich um diese Behauptung:

Screenshot Facebook
Screenshot Facebook

KEINE SATIRE

(gefunden bei Marco Satori)

„Mit viel Tamtam – „RIESEN“ Batteriespeicher eingeweiht.

Man hört ständig aus der links- grünen Bubble, das bald genug Batteriespeicher zur Verfügung steht und die aktuellen Probleme sind gelöst. Jetzt haben wir ein praktisches Beispiel mit Preisschild und schauen uns das einmal an:

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Der Riesen Speicher kann 12 Sekunden Strom für Deutschland über Batterien zur Verfügung stellen, kostet am Ende ca. 100 Millionen Euro (Quelle OTV).

Um eine Versorgung für, sagen wir z.B. nur 4 Stunden sicherzustellen, würde ein solcher Batteriespeicher etwa 120 Milliarden Euro kosten. Dann sind diese komplett leer und müssen geladen werden. Bei einer Dunkelflaute wie jetzt stellt sich die Frage, wie lange wird das wohl dauern und was machen wir in der Zwischenzeit?

Dazu muss man noch berücksichtigen, daß die Batterien in der Regel nur zwischen 40 und 60% geladen sind, laut Betreiber – also reicht es für ca. 6 Sekunden.

Für einen Betreiber wirtschaftlich ein Milliardengrab, denn ein Batteriespeicher ist höchstens dazu geeignet, im Tageslastgang zum Ausgleich, aber nicht als saisonaler Speicher (in der Situation, wie es derzeit schon seit über einer Woche vorkommt).

Von den Versicherungskosten, einer so gefährlichen Konstruktion habe ich noch gar nicht gesprochen. Jeder hat schon mal ein Video gesehen, was passiert, wenn nur die Batterie eines escooter in Flammen aufgeht.

Desweiteren stellt sich dann die Frage, ob überhaupt soviel Lithium oder andere seltene Erden auf dem Weltmarkt zur Verfügung stehen und zu welchem Preis? Dann müssen die Batterien auch irgendwann ersetzt werden.

Was leistet der Batteriespeicher im Fichtelgebirge wirklich?

Der Speicher bei Arzberg im Fichtelgebirge, einer der größten seiner Art in Bayern, speichert Strom aus erneuerbaren Quellen wie Wind- und Solaranlagen, um Überschüsse ins Netz zurückzuspeisen, wenn die Nachfrage höher ist. Er stabilisiert somit die regionale Stromversorgung und hilft, Schwankungen im Netz auszugleichen. Er kann den Landkreis Wunsiedel und seine Industrie mit einer Kapazität von 200 Megawattstunden bis zu zwölf Stunden versorgen – eine bedeutende Leistung für regionale Bedarfe, jedoch keine Lösung für den nationalen Energiebedarf.

Die „12 Sekunden“ – eine irreführende Hochrechnung

Die Aussage, dass der Batteriespeicher nur „12 Sekunden Strom für ganz Deutschland liefern“ könne, ist irreführend und sorgt leicht für Verwirrung. Hier eine verständlichere Erklärung:

Der Speicher in Arzberg hat eine Kapazität von 200 Megawattstunden. Wenn man den gesamten Strombedarf Deutschlands als Maßstab nimmt – was sehr hoch ist –, würde der Speicher diese Menge nur etwa 12 Sekunden lang bereitstellen können, bevor er komplett leer wäre. Das heißt, die 12 Sekunden sind nur eine theoretische Zahl, die die kleine Kapazität des Speichers im Vergleich zum gesamten nationalen Bedarf zeigen soll.

Was das wirklich bedeutet: Diese 12-Sekunden-Rechnung ist allerdings irreführend, weil der Speicher gar nicht dafür ausgelegt ist, Deutschland mit Strom zu versorgen. Er wurde dafür gebaut, um im regionalen Stromnetz Schwankungen auszugleichen und lokal gespeicherten Strom bei Bedarf freizugeben. Er soll kurzfristige Engpässe in der Region stabilisieren – nicht das ganze Land versorgen.

Diese Zahl (12 Sekunden) sagt also nichts über die tatsächliche Funktion und den Nutzen des Speichers aus, sondern ist eine theoretische, extreme Rechnung, die den Leser zu einem falschen Eindruck verleitet.

Brandrisiken und Rohstoffkosten: Tatsächlich relevante Faktoren?

Tatsächlich sind die hohen Rohstoffkosten (z. B. für Lithium) und die Kosten für Versicherung und Brandschutz eine Herausforderung, die jedoch alle großen Batteriespeicher betreffen. Die Sicherheitsvorkehrungen entsprechen den Standards der Branche und werden laufend verbessert. Es handelt sich um weltweite Herausforderungen, nicht um ein spezifisches Problem dieser Anlage.

Ein sinnvoller Baustein im regionalen Energiemix

Der Speicher bei Arzberg wurde speziell für die Stabilisierung des regionalen Netzes konzipiert und trägt zur Energieversorgungssicherheit im Fichtelgebirge bei. Seine Rolle ist klar umrissen: Er federt kurzfristige Schwankungen im Stromnetz ab und ermöglicht die Nutzung erneuerbarer Energieüberschüsse, die andernfalls ungenutzt blieben. Er ist also ein wichtiger Baustein für die Energiewende im regionalen Maßstab.

Fazit: Der Batteriespeicher im Fichtelgebirge ist sinnvoll für die Region

Die Behauptungen über „Milliardengräber“ und „12-Sekunden-Versorgung“ ignorieren die tatsächlichen Einsatzzwecke solcher Batteriespeicher. Der Speicher im Fichtelgebirge ist wirtschaftlich sinnvoll und trägt zur Stabilität und Flexibilität des regionalen Netzes bei. Seine Aufgabe ist nicht die nationale oder saisonale Versorgung, sondern die Netzsicherung und die effiziente Nutzung erneuerbarer Energien im regionalen Kontext.

Quelle: BR24

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