Angeblich gefundene Kinder: Die perfide Facebook-Masche

Emotional und manipulierend: Warum die angeblich gefundenen Kinder auf Facebook nicht existieren.

Die Behauptung

Angeblich wurde ein kleiner Junge von der Polizei gefunden, und seine Familie sei nicht auffindbar. Die Posts, die immer wieder in Facebook-Gruppen auftauchen, fordern dazu auf, die Nachricht zu teilen, um die Angehörigen des Kindes zu erreichen.

Falsch

Die Behauptung ist falsch. Es gibt keine entsprechenden Meldungen der Polizei. Solche Beiträge sind Täuschungen, die auf emotionaler Manipulation basieren, um Reichweite zu generieren. Sie stammen nicht von offiziellen Stellen und dienen keinem legitimen Zweck.

Kurze Faktenübersicht:

  • Kein echter Vorfall: Es gibt keine Beweise oder Berichte über ein gefundenes Kind in den genannten Städten.
  • Immer wechselnde Ortsangaben: Der angebliche Fundort wird an unterschiedliche Zielgruppen angepasst.
  • Deaktivierte Kommentare in den Facebook-Gruppen: Kritische Nachfragen oder Korrekturen durch andere Nutzer werden systematisch verhindert.
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Der Inhalt der „Angeblich gefundene Kinder“ im Detail

In den letzten Tagen kursieren auf Facebook auffallend ähnliche Beiträge, die von einem „gefundenen Kind“ berichten. Die Posts zeigen Fotos von Kindern – oft mit sichtbaren Verletzungen – und behaupten, diese seien von der Polizei aufgegriffen worden. Die Eltern seien jedoch unauffindbar, weshalb Nutzer aufgefordert werden, die Beiträge zu teilen.

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Ein typischer Text lautet:
„Angeblich wurde ein kleiner Junge, etwa 3 Jahre alt, in [Ortsname] gefunden. Die Polizei hat das Kind in Obhut genommen, aber niemand weiß, wo er wohnt. Bitte teilen Sie diesen Beitrag, damit wir seine Familie finden können. ES DAUERT NUR 2 SEKUNDEN, UM ES ZU TEILEN!“

Diese Statusbeiträge machen auch im englischsprachigen Raum die Runde:
„This boy, approximately 4 years old, was found 1 hour ago here in XXX Officers have the child safe at the Police Station but we have no idea where he lives. No one has called looking for him. It takes two seconds to share!!“



Auffälligkeiten der Beiträge

  1. Immer gleiche Struktur:
    Die Texte sind fast identisch, unterscheiden sich jedoch in den Ortsangaben, um verschiedene Regionen anzusprechen (z. B. München, Duisburg, Wien).
  2. Emotionale Sprache:
    Die Formulierungen zielen darauf ab, Mitleid und Handlungsdruck zu erzeugen („Es dauert nur 2 Sekunden, um zu teilen!“).
  3. Deaktivierte Kommentarfunktion:
    Kein Nutzer kann öffentlich auf die Falschheit der Beiträge hinweisen, da Kommentare ausgeschaltet sind.

Ursprung und Verbreitung der angeblich gefundenen Kinder!

Diese Beiträge haben ihren Ursprung nicht im deutschsprachigen Raum. Unsere Recherchen zeigen, dass ähnliche Inhalte weltweit in sozialen Netzwerken auftauchen:

  • Belgien: In einer Variante behauptete man, das Kind sei in Houdeng gefunden worden. Die belgische Polizei stellte klar, dass es sich um Fake News handelt. (Quelle)
  • USA: Das Polizeidepartment in Fort Smith (Arkansas) warnte ebenfalls vor solchen Beiträgen und bezeichnete sie als Betrug, der nur darauf abzielt, Aufmerksamkeit zu erregen. (Quelle)

Wozu dienen solche Fake-Posts?

Die genauen Motive hinter diesen Beiträgen sind unklar. Es gibt jedoch mehrere mögliche Gründe:

  1. Algorithmische Manipulation:
    Die Posts erzielen durch Shares und Likes hohe Reichweite, wodurch die Profile der Ersteller mehr Sichtbarkeit erhalten.
  2. Potenzielle Nachbearbeitung:
    Solche Beiträge könnten später bearbeitet werden, um schädliche Links oder Werbung einzufügen.
    Wichtig: Es handelt sich bei diesen Beiträgen also nicht nur um harmlosen Fake-Content, sondern um einen gezielten Betrugsversuch. Sobald die Beiträge genügend Likes und Shares gesammelt haben, werden sie bearbeitet, um dubiose Links oder Werbung einzufügen.
  3. Datensammlung:
    Die Ersteller könnten darauf abzielen, Informationen über Nutzer zu sammeln, die auf den Beitrag reagieren.
  4. Täuschung und Desinformation:
    Solche Posts schaden dem Vertrauen in echte Hilferufe und verbreiten unnötige Angst.

Was tun, wenn Sie solche Beiträge sehen?

  1. Nicht teilen!
    Die Verbreitung solcher Posts hilft niemandem und trägt zur Verwirrung bei.
  2. Prüfen Sie die Quelle.
    Fehlt eine Bestätigung durch die Polizei oder offizielle Stellen, handelt es sich höchstwahrscheinlich um Fake News.
  3. Melden Sie den Beitrag.
    Nutzen Sie die Meldefunktion von Facebook, um Falschmeldungen zu melden.
  4. Aufklären statt teilen.
    Informieren Sie Freunde und Familie, damit sie nicht auf die Täuschung hereinfallen.

Fazit zum Thema „Angeblich gefundenes Kind“

Die Beiträge über vermeintlich gefundene Kinder sind Teil eines großangelegten Fakes, der emotional manipuliert und Nutzer zu unbedachten Reaktionen verleitet. Lassen Sie sich nicht täuschen und prüfen Sie solche Meldungen immer kritisch.

Teilen Sie keine Fake-Beiträge und informieren Sie andere über diese Masche!

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