Assad in Russland? Ein Foto sorgt für Verwirrung

Ein angebliches Foto von Baschar al-Assad in Russland soll seine Flucht nach Moskau belegen – doch die Behauptung hält einer Überprüfung nicht stand.

Die Behauptung

Ein auf X veröffentlichtes Foto soll Baschar al-Assad und seine Frau Asma in Moskau zeigen, angeblich als Beweis für ihre Flucht nach Russland.

Falsch

Das gezeigte Bild ist nicht aktuell und stammt aus dem Februar 2023. Es zeigt Baschar al-Assad und seine Frau in Aleppo, Syrien, und hat nichts mit einer angeblichen Ankunft in Russland zu tun.

Kurze Faktenübersicht:

  • Das Foto stammt aus 2023: Es zeigt den syrischen Machthaber in Aleppo nach dem Erdbeben im türkisch-syrischen Grenzgebiet.
  • Die Quelle des Bildes: Das Bild wurde aus einem Video eines syrischen Fernsehsenders entnommen, das am 10. Februar 2023 veröffentlicht wurde.
  • Keine Beweise: Aktuelle Bilder, die Assads Ankunft in Moskau belegen, fehlen bislang.
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Ein Bild und viele falsche Annahmen

Das Foto, das Assad angeblich in Russland zeigen soll, wurde zuerst auf der Plattform X verbreitet.
Im Beitrag wird dazu geschrieben:
„Erstes Foto von Verbrecher Assad mit Ehefrau Asma in Moskau
Der Diktator hat Schwein gehabt
In Syrien hätte man ihn für seine Verbrechen gehängt
Vielleicht darf er bald zusammen mit dem Wahnsinnigen aus dem Kreml nach Den Haag reisen“

Mimikama braucht Verstärkung – hilf uns, eine weitere Person ins Team zu holen

Kein aktuelles Foto!

Doch eine einfache Bilderrückwärtssuche zeigt, dass diese Aussage schlicht falsch ist.

Das Bild stammt aus einem Video, das bereits im Februar 2023 auf dem YouTube-Kanal eines syrischen Fernsehsenders veröffentlicht wurde. Das Video zeigt Assad bei einem Besuch in Aleppo, nachdem die Region von einem schweren Erdbeben getroffen worden war. In der Aufnahme besucht er ein Krankenhaus und trägt die gleiche Kleidung wie auf dem vermeintlich aktuellen Foto.

Hintergrund: Assads Flucht und Asyl in Russland

Nach seiner Entmachtung durch syrische Oppositionskräfte soll Baschar al-Assad laut russischen Medienberichten nach Russland geflüchtet sein. Ihm und seiner Familie wurde demnach Asyl aus „humanitären Gründen“ gewährt.

Trotz dieser Berichte gibt es bisher keine bestätigten visuellen Beweise, die eine Ankunft des ehemaligen syrischen Präsidenten in Russland belegen.

Das manipulativ genutzte Foto wirft zudem Fragen zur Verbreitung von Desinformationen auf. Warum greifen Quellen auf alte Bilder zurück, anstatt glaubwürdige Beweise zu präsentieren?

Fazit

Das angebliche „Beweisfoto“ für Assads Ankunft in Russland erweist sich als klarer Fehlgriff. Es stammt aus einer völlig anderen Situation und einem anderen Jahr. Solange keine verlässlichen Beweise für den Aufenthalt des syrischen Machthabers in Russland vorliegen, bleiben solche Behauptungen spekulativ.

Quelle: DPA

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