Die Behauptung
Nach dem tödlichen Anschlag auf eine Verdi-Demonstration in München haben Angehörige der Opfer eine emotionale Stellungnahme veröffentlicht. Sie warnen davor, den Tod der Mutter und ihrer zweijährigen Tochter für politische Hetze zu missbrauchen.
Faktencheck: Wahr
Die Aussage der Familie ist authentisch und wurde von der Süddeutschen Zeitung veröffentlicht. Die Bitte, keine politischen Narrative aus dem Fall zu ziehen, ist eindeutig. Die Familie der Opfer betont, dass die verstorbene Mutter sich für Gerechtigkeit, Solidarität und gegen Fremdenfeindlichkeit eingesetzt hat. Sie lehnen jegliche Instrumentalisierung des Geschehens für politische Zwecke ab.
Kurze Faktenübersicht:
-Anschlag in München: Ein 24-jähriger Afghane raste mit einem Auto in eine Verdi-Demonstration und verletzte mindestens 39 Menschen.
-Todesopfer: Eine 37-jährige Mutter und ihre zweijährige Tochter erlagen ihren Verletzungen.
-Familienstatement: Die Angehörigen bitten darum, den Tod der beiden nicht für politische Zwecke zu missbrauchen.
-Hintergrund der Mutter: Sie war in Algerien geboren, in Deutschland aufgewachsen und als Ingenieurin für die Stadt München tätig.
Familie fordert Respekt für die Opfer – keine politische Instrumentalisierung
Der Anschlag und seine Folgen
Am Donnerstag raste ein 24-jähriger Mann mit einem Auto in eine Menschenmenge während einer Demonstration der Gewerkschaft Verdi in München. Mindestens 39 Menschen wurden verletzt, einige von ihnen schwer. Wir haben HIER darüber berichtet. Amel, eine 37-jährige Ingenieurin, und ihre zweijährige Tochter Hafsa erlagen später ihren schweren Verletzungen. Die Tat löste in ganz Deutschland Entsetzen aus. Während die Ermittlungen zu den Hintergründen andauern, versuchen einige politische Gruppierungen bereits, den Vorfall für eigene Zwecke zu nutzen.
Ihr Tod darf nicht für Hass missbraucht werden
Die Familie der Opfer hat sich nun mit einem bewegenden Statement in der Süddeutschen Zeitung zu Wort gemeldet. In ihrer Botschaft betonen sie, dass Amel sich zeitlebens für Gerechtigkeit, Solidarität und gegen Fremdenfeindlichkeit eingesetzt habe. „Ihr war es sehr wichtig, ihrer Tochter diese Werte mitzugeben“, heißt es in der Erklärung. Deshalb lehnen die Angehörigen es entschieden ab, dass ihr Tod für politische Hetze oder fremdenfeindliche Narrative missbraucht wird.
„Wir möchten uns zunächst bei denen herzlich bedanken, die aufrichtige Anteilnahme und Solidarität gezeigt haben. Wir bedanken uns bei den Hilfskräften, bei den Pflegekräften, Ärztinnen für die gute Unterstützung, Begleitung und für den emotionalen Beistand. Amel ist in Algerien geboren und ist mit vier Jahren nach Deutschland gekommen. Sie studierte Umweltschutz in Köln und Bingen.
Seit 2017 war sie Beschäftigte der Landeshauptstadt München als Ingenieurin. Sie war Projekt- und Sachgebietsleitung. Gemeinsam mit ihrem Mann und ihrer Tochter Hafsa lebte sie seit 2017 in München. Amel war ein Mensch, der sich für Gerechtigkeit eingesetzt hat. War aktiv für Solidarität, Gleichheit und setzte sich für Arbeitnehmer*innenrechte ein und gegen Fremdenfeindlichkeit und Ausgrenzung.
Ihr war es sehr wichtig, ihrer Tochter diese Werte mitzugeben. Wir möchten bekräftigen, dass der Tod und der Verlust nicht benutzt werden, um Hass zu schüren und ihn politisch zu instrumentalisieren. Wir haben mit dieser Erklärung alles gesagt und möchten eindringlich darum bitten, von Anfragen abzusehen, da die Trauer und der Verlust nun im Vordergrund stehen. Familie und Freunde“
Wer war Amel?
Amel wurde in Algerien geboren und kam im Alter von vier Jahren nach Deutschland. Sie studierte Umweltschutz und war seit 2017 bei der Stadt München als Ingenieurin beschäftigt. Zuletzt arbeitete sie als Sachgebietsleiterin bei der Münchner Stadtentwässerung. Ihr Engagement beschränkte sich nicht nur auf ihren Beruf: Sie setzte sich aktiv für Arbeitnehmerrechte und Gleichberechtigung ein und war bekannt für ihren Einsatz gegen Diskriminierung.
Politische Debatten um die Tat
Nach der schrecklichen Tat wurden schnell Stimmen laut, die den Anschlag für politische Zwecke instrumentalisieren wollten. Während die Ermittlungen noch laufen, verbreiten einige Akteure bereits Narrative, die pauschal Geflüchtete oder bestimmte Bevölkerungsgruppen unter Generalverdacht stellen. Solche Reaktionen stehen in direktem Widerspruch zu dem, wofür Amel ihr Leben lang gekämpft hat. Ihre Familie macht deutlich: Weder ihr Tod noch der ihrer Tochter dürfen als Vorwand für Hetze oder Spaltung dienen.
Fazit zum Thema: Keine Instrumentalisierung der Opfer von München
Der tragische Verlust von Amel und Hafsa hat eine Welle der Anteilnahme ausgelöst. Doch während die Familie um ihre Liebsten trauert, nutzen einige Stimmen den Anschlag bereits für politische Stimmungsmache. Die Angehörigen setzen mit ihrer Stellungnahme ein klares Zeichen: Sie wollen, dass das Andenken an Amel und Hafsa gewahrt bleibt – ohne Hass, ohne Hetze, ohne politische Instrumentalisierung.
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