Falsche Verdächtigungen nach Mannheimer Todesfahrt: Hetze im Netz

Nach der tragischen Todesfahrt in Mannheim wurde ein unschuldiger Mann in sozialen Netzwerken fälschlicherweise als Täter dargestellt. Trotz offizieller Informationen verbreiteten sich die Falschbehauptungen weiter.

Die Behauptung

Ein 33-jähriger Mann aus Heidelberg sei der Fahrer gewesen, der am 3. März 2025 mit einem Auto in eine Menschenmenge gerast sei. Sein Personalausweis und Führerschein wurden im Netz verbreitet.

Falsch

Falsch! Der wahre Täter ist ein 40-jähriger Deutscher aus Ludwigshafen. Die Polizei gab seine Identität bekannt, dennoch verbreiteten rechte Akteure gezielt Fehlinformationen und nutzten die Hetze für politische Zwecke.

Kurze Faktenübersicht:

  • Tatsächlicher Täter: 40-jähriger Deutscher Alexander S. aus Ludwigshafen.
  • Falscher Verdächtiger: Unbeteiligter 33-jähriger Deutscher aus Heidelberg.
  • Verbreitung: Hetze durch AfD-nahe Accounts und Desinformationsseiten.
💬Woran erkennt man Fake News zuverlässig? Antworten finden Sie im Leitfaden Fake News erkennen.

Falsche Verdächtigungen nach Mannheimer Todesfahrt: Wie kam es dazu?

Unmittelbar nach der Tat kursierte eine angebliche Polizeimeldung im Netz, die von einem „Mann mit dunklem Hauttyp“ sprach. Daraufhin verbreiteten Unbekannte das Foto eines Personalausweises mit arabisch klingendem Namen.

Mimikama braucht Verstärkung – hilf uns, eine weitere Person ins Team zu holen
Falsche Verdächtigungen nach Mannheimer Todesfahrt: Hetze im Netz – mimikama.org
FakeNews: Auf einer Plattform, die Teil eines russischen Desinformationsnetzwerks ist, wurden am Montagabend weiterhin das Foto und der Name der unschuldig Verdächtigten ohne Verpixelung veröffentlicht.

Obwohl die Polizei schnell klargestellt hatte, dass es sich um einen 40-jährigen Deutschen handelt, hielten rechte Gruppen an der Fehlinformation fest.

Falsche Verdächtigungen nach Mannheimer Todesfahrt: Hetze im Netz – mimikama.org

Die Rolle sozialer Netzwerke und rechter Akteure

Ein frisch erstellter Account auf X verbreitete zuerst das falsche Foto, bevor er verschwand. Dennoch griffen AfD-nahe und rechtsextreme Akteure die Falschmeldung auf. Sogar der rechtsextreme Aktivist Martin Sellner behauptete, „die Ethnie der Terroristen sei doch von der ersten Sekunde an klar“. Auch ein AfD-Bundestagsabgeordneter nutzte die Tat, um mit bezahlten Anzeigen Angst und Unruhe zu schüren.

Wer ist der echte Täter?

Der eigentliche Fahrer, Alexander S., ist ein 40-jähriger Deutscher und gelernter Landschaftsgärtner aus Ludwigshafen. Laut der Staatsanwaltschaft wurde er bereits vor Jahren wegen Körperverletzung zu einer Freiheitsstrafe verurteilt. Zudem erhielt er 2018 eine Geldstrafe für einen Beitrag mit Hassrede. Ob dieser aus einer rechten Gesinnung heraus verfasst wurde oder auf Unbedachtheit beruhte, bleibt unklar. Auffällig ist jedoch, dass Alexander S. an Heiligabend 2020 ein Video eines Street-Art-Künstlers lobend teilte, in dem Hakenkreuze übersprüht wurden.

Falsche Verdächtigungen nach Mannheimer Todesfahrt: Hetze im Netz – mimikama.org
Alexander S.: So stellte sich der Täter in seinem Facebook-Profil dar.

Die Ermittler gehen bisher nicht von einem politischen Motiv bei der Todesfahrt aus. Vielmehr gibt es Hinweise auf eine psychische Erkrankung.

Falsche Verdächtigungen nach Mannheimer Todesfahrt: Hetze im Netz – mimikama.org
Polizei Mannheim: Presseportal

Bei seiner Festnahme verletzte sich Alexander S. selbst, indem er sich mit einer Schreckschusswaffe in den Mund schoss. Sein Zustand ist mittlerweile stabil, jedoch konnte er noch nicht vernommen werden.

Konsequenzen der Fake News

Diese Falschmeldungen haben nicht nur das Leben eines Unschuldigen ruiniert, sondern auch die gesellschaftliche Spaltung vertieft. Die Polizei kündigte an, gegen gezielte Desinformation und Hetze vorzugehen. LKA-Präsident Andreas Stenger betonte: „Wir gehen diesen Dingen konsequent nach und ziehen die zur Verantwortung, die das tun.“

Fazit

Die Verbreitung von Fake News in sozialen Netzwerken kann gravierende Folgen haben. Es ist wichtig, offizielle Quellen zu prüfen und sich nicht von gezielter Hetze manipulieren zu lassen. Dieser Fall zeigt erneut, wie schnell Falschinformationen verbreitet und für politische Zwecke missbraucht werden können.

Lesen Sie auch: Mannheim: Auto rast durch Innenstadt – Berichte über Tote

MIMIKAMA · FAKTENCHECK

Faktencheck als Bild teilen

Den Faktencheck per Artikellink teilen oder das 4:5-Faktenbild als PNG herunterladen.

Social-Faktenbild · 4:5 · 1080 × 1350 px

Bild wird vorbereitet …

Bitte prüfe beim Teilen, ob der gekürzte Text die Aussage korrekt wiedergibt. Die vollständige Recherche ist im Artikel verlinkt.


Hinweis: Stand zum Veröffentlichungsdatum.
Verwendete Bilder, Screenshots und Medien dienen ausschließlich der sachlichen Auseinandersetzung im Sinne des Zitatrechts (§ 51 UrhG).
Teile dieses Beitrags können KI-gestützt erstellt und redaktionell geprüft worden sein.
(Mehr zur Arbeitsweise) Welche Quellen wir verwenden und was für uns kein Beleg ist, steht auf unserer Quellenseite.