Digitaler Euro führt nicht zur Abschaffung von Bargeld!

Über WhatsApp und in sozialen Medien kursiert nach wie vor das Gerücht, dass mit dem digitalen Euro Barzahlungen passé sein sollen.

Die Behauptung

Mit der Einführung des digitalen Euros wird das Bargeld abgeschafft.

Aufgestellt von: Soziale Medien

Falsch

Der digitale Euro soll das Bargeld ergänzen, nicht ersetzen. Die EU-Kommission und die EZB haben mehrfach betont, dass Bargeld weiterhin bestehen bleibt und rechtlich abgesichert wird.

Kurze Faktenübersicht:

  • Bargeld bleibt gesetzlich geschützt: Die EU-Kommission hat bereits einen Gesetzesentwurf veröffentlicht, der die Verfügbarkeit und Akzeptanz von Bargeld sichert.

  • Zusätzliche Zahlungsoption: Der digitale Euro ist nicht als Ersatz für Barzahlungen gedacht, sondern als eine alternative, sichere und schnelle Bezahlmöglichkeit.

  • Freiwillige Nutzung: Niemand wird gezwungen, den digitalen Euro zu nutzen.

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Erneut wird in sozialen Medien und über Messengerdienste Panikmache betrieben: Ein Sharepic behauptet, die Einführung des digitalen Euros sei der erste Schritt zur Abschaffung von Bargeld. Doch das ist schlichtweg falsch.

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Screenshot des Sharepics
Screenshot des Sharepics

„Die EZB kündigt an: Der digitale Euro kommt! Schaffen wir, dass dieses Bild mehr als 10.000-mal geteilt wird? Lasst uns damit ein Zeichen gegen den digitalen Euro setzen. BARGELD MUSS FÜR IMMER BLEIBEN! MITMACHEN. TEILEN!“

Text des Sharepics

Weder die Europäische Zentralbank (EZB) noch die EU-Kommission haben Pläne, unsere Scheine und Münzen mit der Einführung des digitalen Euro zu eliminieren. Im Gegenteil: Es wird sogar gesetzlich geschützt.

Bereits im Vorjahr erklärten wir, was es mit dem Gerücht auf sich hat: HIER

Digitaler Euro: Was steckt wirklich dahinter?

Der digitale Euro ist aktuell in der Vorbereitungsphase. Doch das hält einige nicht davon ab, falsche Behauptungen über ihn zu verbreiten.

Das aktuell kursierende Sharepic will Nutzer dazu bewegen, „ein Zeichen gegen den digitalen Euro“ zu setzen, indem es verbreitet wird. Doch diese Aktion basiert auf einem Missverständnis oder gezielter Desinformation.

Offizielle Statements widerlegen die Panikmache

Mehrere offizielle Institutionen haben bereits klargestellt, dass digitaler und barer Euro nebeneinander existieren werden.

📌 Sparkasse:

„Entgegen allen Mutmaßungen steht nicht zu befürchten, dass das Bargeld abgeschafft wird.“

Quelle: sparkasse.de

📌 Deutsche Bundesbank:

„Bargeld und der digitale Euro würden nebeneinander existieren.“

Quelle: bundesbank.de

📌 EZB:

„Nein, der digitale Euro würde das Bargeld ergänzen, aber nicht ersetzen.“

Quelle: ecb.europa.eu

Wie würde der digitale Euro funktionieren?

Die digitale Alternative zu Bargeld ermöglicht schnelle und sichere Zahlungen. Die Verwendung kann man sich wie eine zusätzliche Brieftasche („Wallet“) vorstellen, in die man einen gewissen Betrag seines Geldes legt. Dieses kann man für Zahlungen verwenden, es ist aber auch möglich, Zahlungen zu erhalten. Einbezahlte Beträge kann man bis zu einer gewissen Obergrenze in der Wallet belassen oder „herausnehmen“ und z. B. auf sein Bankkonto transferieren.

  1. Einrichtung einer digitalen Wallet über die Hausbank oder eine öffentliche Stelle (z. B. Postfiliale).
  2. Aufladung der Wallet durch Überweisung vom Bankkonto oder durch Bar-Einzahlung.
  3. Echtzeit-Zahlungen in Geschäften, Online-Shops oder zwischen Privatpersonen.
  4. Offline-Funktionalität, um Zahlungen auch ohne Internetverbindung zu ermöglichen.
  5. Limit für digitales Guthaben, um Finanzstabilität zu gewährleisten (Überschussbeträge werden auf das Bankkonto übertragen).

Was ist der aktuelle Stand des Projekts?

  • Der digitale Euro befindet sich aktuell in der Vorbereitungsphase (seit 1. November 2023).
  • Die EZB testet und analysiert mögliche Gestaltungsmerkmale.
  • Erst Ende 2025 wird entschieden, ob eine weitere Phase folgt.
  • Die endgültige Einführung hängt von gesetzlichen Regelungen ab.

Fazit zum digitalen Euro

Die Behauptung, dass der digitale Euro das Bargeld ersetzen wird, ist nachweislich falsch. Offizielle Quellen – darunter die EZB, die Deutsche Bundesbank und die EU-Kommission – haben mehrfach bestätigt, dass Bargeld erhalten bleibt.

Der digitale Euro soll lediglich eine zusätzliche Zahlungsmöglichkeit bieten, um modernen Anforderungen gerecht zu werden. Niemand wird gezwungen, ihn zu nutzen. Wer weiterhin lieber in bar bezahlen möchte, kann das tun – jetzt und in Zukunft.

Quellen:
Deutsche Bundesbank: FAQ zum digitalen Euro
Österreichische Nationalbank: Fragen und Antworten zum digitalen Euro
Europäische Kommission – Pressemitteilung zum digitalen Euro vom 28. Juni 2023
Europäische Zentralbank (EZB) – Wie würde ein digitaler Euro funktionieren?

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