Die Behauptung
In sozialen Netzwerken verbreitet sich das Gerücht, das WEF fordere Regierungen weltweit auf, den privaten Anbau von Lebensmitteln zu verbieten, um CO₂-Emissionen zu reduzieren und die „Netto-Null“-Ziele zu erreichen.
Falsch
Diese Behauptung ist falsch. Es gibt keinerlei Belege dafür, dass das WEF ein solches Verbot fordert. Vielmehr unterstützt das Forum Initiativen für nachhaltige städtische Landwirtschaft. Das angebliche „WEF-Verbot“ basiert auf einer verfälschten Interpretation einer Studie der University of Michigan, die das WEF weder finanziert noch unterstützt hat.
Kurze Faktenübersicht:
- Quelle der Falschmeldung: Eine verdrehte Interpretation einer Studie der University of Michigan.
- Tatsächliche WEF-Position: Das Forum unterstützt nachhaltige urbane Landwirtschaft.
- Verbindung zwischen WEF und Studie: Sie wurde nicht vom World Economic Forum finanziert oder in Auftrag gegeben.
- Gegenteilige Positionierung: Forscher empfehlen, urbane Landwirtschaft nachhaltiger zu gestalten – nicht, sie zu verbieten.
- Privater Anbau unbedenklich: Der Beitrag privater Gärten zum CO₂-Ausstoß ist minimal und wird im Kontext der globalen Emissionen als unbedeutend angesehen.
- Verbreitung: Die Falschmeldung wird trotz nachträglicher Berichtigung einer der darüber berichtenden Seiten weiter online geteilt.
In sozialen Medien kursieren Beiträge, in denen behauptet wird, dass „das World Economic Forum (WEF) ein weltweites Verbot von selbst angebauten Lebensmitteln fordert, um „Netto-Null“ zu erreichen. Das Weltwirtschaftsforum fordert Regierungen weltweit auf, den privaten Anbau von Lebensmitteln zu verbieten, um angeblich die CO2-Emissionen zu senken.“
Dabei finden sich häufig Screenshots eines Artikels einer einschlägig bekannten Plattform oder Verlinkungen dahin.
Wie die Falschmeldung entstand
Die Behauptung stammt ursprünglich aus einem Artikel auf der Plattform „slaynews“, der anschließend von weiteren einschlägig bekannten Webseiten übernommen und in sozialen Medien verbreitet wurde. Der Artikel suggerierte, dass eine wissenschaftliche Studie den Eigenanbau als umweltschädlicher als industrielle Landwirtschaft darstellt und dass das Weltwirtschaftsforum daraufhin ein Verbot fordere.
Die Wahrheit über die Studie
Tatsächlich existiert eine Studie der University of Michigan, die den CO₂-Fußabdruck urbaner Gärten analysiert hat. Das Forschungsteam kam zu dem Schluss, dass der Anbau in städtischen Gärten in einigen Fällen mehr Emissionen verursacht als konventionelle Landwirtschaft – insbesondere durch Infrastruktur wie Hochbeete oder synthetische Düngemittel.
Wichtig:
➡️ Die Studie fordert kein Verbot von Stadtgärten.
➡️ Sie wurde nicht vom WEF finanziert oder in Auftrag gegeben.
➡️ Die Forscher empfehlen, urbane Landwirtschaft nachhaltiger zu gestalten – nicht, sie zu verbieten.
Das Weltwirtschaftsforum und urbane Landwirtschaft
Ein Blick auf die offiziellen Publikationen des Weltwirtschaftsforums zeigt: Das Forum unterstützt Initiativen wie „Urban Gardening“ und nachhaltige Stadtentwicklung. In einem Beitrag auf der offiziellen Website wird urbanes Gärtnern sogar als innovative und umweltfreundliche Lösung gelobt.
Selbst eine der Quellen rudert zurück
Interessanterweise hat eine der Plattformen, die die Falschmeldung von „slaynews“ übernommen hatte, ihren eigenen Artikel nachträglich korrigiert. In der Berichtigung heißt es nun, dass es „keine klaren Hinweise“ auf eine solche Forderung des Weltwirtschaftsforums gibt. Doch trotz dieser Klarstellung wird der ursprüngliche, falsche Artikel weiterhin massenhaft geteilt.
Dies zeigt einmal mehr, wie schnell Desinformation entsteht und sich verselbstständigt. Und dadurch, dass viele Screenshots kursieren, wird die Berichtigung hier nicht mittransportiert.
Fazit
Die Behauptung, das WEF fordere ein weltweites Verbot von selbst angebauten Lebensmitteln, ist nachweislich falsch. Sie basiert auf einer verdrehten Interpretation einer wissenschaftlichen Studie, die das Weltwirtschaftsforum weder finanziert noch unterstützt hat. Tatsächlich fördert das Forum sogar nachhaltige, urbane Landwirtschaft.
Quellen:
Factly, DPA
Grünes Missverständnis: Eigener Anbau ist nicht klimaschädlich
World Economic Forum – Urban Gardening & Circular Economy
World Economic Forum – How gardens can boost biodiversity and help tackle climate change
Lesen Sie auch: mRNA-Impfstoffe töteten mehr Menschen als Covid?
Kostenlos · der tägliche Mimikama-Newsletter
Fakten statt Aufregung. Direkt in dein Postfach.
Die wichtigsten Faktenchecks und Meldungen des Vortags – jeden Morgen kostenlos und unabhängig vom Social-Media-Algorithmus.
Hinweis: Stand zum Veröffentlichungsdatum.
Verwendete Bilder, Screenshots und Medien dienen ausschließlich der sachlichen Auseinandersetzung im Sinne des Zitatrechts (§ 51 UrhG).
Teile dieses Beitrags können KI-gestützt erstellt und redaktionell geprüft worden sein.
(Mehr zur Arbeitsweise) Welche Quellen wir verwenden und was für uns kein Beleg ist, steht auf unserer Quellenseite.
