Die Behauptung
Anrufe aus Österreich mit der Vorwahl +43 stammen angeblich vom Bezahldienst PayPal und weisen auf Probleme mit dem Konto hin.
Aufgestellt von: Unbekannt
Faktencheck: Falsch
Falsch! Die Anrufe stammen nicht von PayPal, sondern von Betrügern, die persönliche Daten und Zugangsdaten stehlen wollen. Es handelt sich um eine weitverbreitete Phishing-Masche.
Kurze Faktenübersicht:
- Viele Betroffene berichten über aggressive Anrufe mit österreichischer Vorwahl.
- Die Täter geben sich als PayPal-Support aus.
- Ziel ist es, an Login-Daten oder persönliche Informationen zu gelangen.
- Es drohen Kontozugriffe, Identitätsdiebstahl und finanzieller Schaden.
📞 Aktualisiert im April 2026
Anrufe von angeblichen „PayPal“-Mitarbeitern mit österreichischen +43-Nummern gehören weiterhin zu den häufigsten Phishing-Versuchen am Telefon. Die Bundesnetzagentur und die österreichische RTR raten ausdrücklich, nicht zurückzurufen und keine Daten preiszugeben. Diese Übersicht wurde zuletzt im April 2026 überprüft.
Die +43-Masche: So funktioniert der Telefonbetrug
Eine neue Welle betrügerischer Anrufe
Seit einigen Wochen häufen sich Berichte über Anrufe mit österreichischer Vorwahl, die angeblich von PayPal stammen. Telefonnummern wie +43 3723 6636228 oder +43 664 8570613 oder +43 650 3507599 erscheinen auf dem Display, begleitet von einer ernsten Stimme: Es gebe Probleme mit einem Kauf oder verdächtige Aktivitäten auf dem PayPal-Konto. Die Lösung? Man solle sich verifizieren, mit persönlichen Daten, Passwort oder gar TAN-Nummern. Wer hier ins Netz geht, verliert mehr als nur seine Ruhe.
Der Trick hinter dem Betrug
Die Täter setzen auf zwei Maschen:
- Vorgetäuschte Konto-Unregelmäßigkeiten, ein angeblicher Kauf oder eine angebliche Transaktion, die überprüft werden müssen.
- Gefälschte Warnung vor einem Hackerangriff: angeblich wurde das Konto kompromittiert.
In beiden Fällen geben sich die Anrufer als freundlicher, aber dringlicher Kundenservice aus. Sie bitten um sensible Daten, manchmal sogar direkt um das PayPal-Passwort. Wer diesen Angaben nachkommt, riskiert, die komplette Kontrolle über sein Konto zu verlieren. Die Kriminellen transferieren Geld, kaufen online ein oder verkaufen die gestohlenen Daten im Darknet.
Warum trifft es so viele, und wieso gerade jetzt?
Die Vorwahl +43 steht für Österreich, und genau diese nutzen die Täter gezielt, um Seriosität vorzutäuschen. Viele Menschen assoziieren eine europäische Rufnummer nicht automatisch mit Betrug. Der Effekt: Die Hemmschwelle, ans Telefon zu gehen, sinkt.
Die Methode ist dabei nicht neu, wird aber immer professioneller: Die Anrufer sprechen fehlerfreies Deutsch, nutzen reale Namen von PayPal-Mitarbeitern oder behaupten, die Nummer sei bereits bei anderen Nutzern verifiziert worden.
Besonders perfide: Manche Opfer berichten, dass sie mehrmals täglich angerufen wurden. Wer nicht abnimmt, wird erneut belästigt, Telefonterror, der gezielt auf Stress und Verunsicherung setzt.
Faktencheck: Wer steckt dahinter, und wie kann man sich schützen?
Hinter den Nummern steckt nicht PayPal. Der Bezahldienst weist auf seiner Website ausdrücklich darauf hin, niemals sensible Daten telefonisch abzufragen.
Die Nummern tauchen in mehreren Spambekämpfungs-Datenbanken auf, unter anderem bei Tellows.de, wo Nutzer betrügerische Anrufe melden können. Dort gelten die +43-Nummern als „extrem gefährlich“.
Was sagen Experten?
Sicherheitsberater raten dringend davon ab, überhaupt zu antworten. Schon ein gesprochenes „Ja“ könne missbraucht werden, etwa als angebliche Vertragszustimmung. Wer betroffen ist, sollte:
- Die Nummer blockieren
- Den Vorfall bei der Bundesnetzagentur melden
- Ggf. Anzeige erstatten
Smartphone-Hersteller wie Samsung bieten mit „Smart Call“ Schutz vor solchen Anrufen. iPhone-Nutzer können unbekannte Nummern automatisch stummschalten. Auch Drittanbieter-Apps wie Tellows oder der FRITZ!Box-Anrufschutz sind wirksame Maßnahmen.
Fazit zum Thema
Die Anrufe aus Österreich sind kein Service von PayPal, sondern ein moderner Klassiker des Telefonbetrugs. Die Täter agieren professionell, geben sich als Support-Mitarbeiter aus und versuchen, euch zur Herausgabe sensibler Daten zu verleiten. Besonders gefährlich ist, dass sie gezielt Stress und Unsicherheit ausnutzen, manchmal mit Erfolg.
Wichtig: Niemals persönliche Informationen am Telefon preisgeben, schon gar nicht an unbekannte Nummern. Und bei jeder Auffälligkeit: sofort auflegen, Nummer melden, und: nicht zurückrufen.
Befürchtet man, dass man Opfer eines Betrugs wurde, sollte man dies umgehend auch an PayPal melden.
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