Whistleblower: Musks DOGE-Team soll US-Arbeitsbehörde ausspioniert haben

Ein Whistleblower wirft Musks Team Datenmanipulation, Zugriff auf Fallakten und Einschüchterung vor die Vorwürfe haben politische Sprengkraft.

Die Behauptung

Ein IT-Mitarbeiter der US-Arbeitsrechtsbehörde NLRB erhebt schwere Vorwürfe: Elon Musks DOGE-Team soll sich unter dem Deckmantel der Verwaltungsreform Zugriff auf interne Systeme verschafft und sensible Daten exfiltriert haben – darunter geschützte Informationen zu Gewerkschaften und laufenden Verfahren. Die Folge: ein potenziell schwerwiegender Cybervorfall.

Irreführend

Vorsicht! Die Vorwürfe sind detailliert und schwerwiegend – doch bislang fehlt eine unabhängige Bestätigung. Die NLRB dementiert einen Sicherheitsvorfall, während der Whistleblower auf konkrete technische Hinweise und eine bedrohliche Einschüchterungslage verweist

Kurze Faktenübersicht:

  • Ein Whistleblower meldet einen massiven Datenabfluss bei der NLRB.
  • Musks DOGE-Team soll privilegierten Zugriff auf interne Systeme gehabt haben.
  • Betroffen: Gewerkschaftsdaten, Zeugenaussagen, vertrauliche Ermittlungen.
  • Behörden dementieren – doch Dokumente und technische Spuren sprechen dagegen.
  • Der Whistleblower wird offenbar bedroht – eine unabhängige Prüfung fehlt bisher.
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💡 Was hinter Musks DOGE-Team steckt und was jetzt ans Licht kommt:

Zugriff auf Fallakten, gelöschte Sicherheitsprotokolle, Spuren nach Russland, wir haben die Originaldokumente, Interviews und technische Beweise.

Mimikama braucht Verstärkung – hilf uns, eine weitere Person ins Team zu holen

Ein Datenleck mit politischer Sprengkraft, und warum der Vorwurf gegen Musks Team mehr als nur ein IT-Zwischenfall ist. Daniel Berulis, IT-Mitarbeiter bei der US-Arbeitsrechtsbehörde National Labor Relations Board (NLRB), behauptet in einer eidesstattlichen Erklärung, dass Elon Musks Technologie-Team, bekannt als „U.S. DOGE Service“, einen massiven Zugriff auf interne Systeme der Behörde hatte. In der Folge sei es zu einem ungewöhnlich großen Datenabfluss gekommen. Betroffen: Zehn Gigabyte sensibler Inhalte über gewerkschaftliche Organisierung, vertrauliche Unternehmensdaten sowie Zeugenaussagen.

Laut Berulis seien auch die Protokollierungsmechanismen manipuliert worden, eine Maßnahme, die gezielt Spuren verwischen könnte. Zudem soll es nach dem Zugriff von DOGE zu Anmeldeversuchen aus Russland gekommen sein, mit korrekten Zugangsdaten, jedoch blockiert durch ortsabhängige Sicherheitsrichtlinien.

Doch damit nicht genug. Der Versuch von Berulis und einem Kollegen, den Vorfall an die zuständige Cybersecurity-Behörde (CISA) zu melden, sei laut seiner Aussage gezielt unterbunden worden, von Vorgesetzten, ohne Angabe von Gründen. Kurz darauf wurde Berulis mit direkter Einschüchterung konfrontiert: Eine Drohung samt Drohnenfotos von seinem Haus wurde anonym an seiner Tür hinterlassen. Whistleblower Aid, die Organisation, die den Fall öffentlich machte, bestätigte den Vorfall, verweigerte jedoch aus Sicherheitsgründen die Herausgabe des Schreibens.

Screenshot: Whistleblower Daniel Berulis (li.) mit seinem Anwalt Andrew Bakaj (re.) – gemeinsam reichten sie die Offenlegung an den US-Kongress ein
Screenshot: Whistleblower Daniel Berulis (li.) mit seinem Anwalt Andrew Bakaj (re.), gemeinsam reichten sie die Offenlegung an den US-Kongress ein

Die NLRB ist kein beliebiges Amt. Seit Jahren steht die New-Deal-Behörde unter Beschuss durch große Konzerne, die ihre Befugnisse als zu gewerkschaftsfreundlich betrachten. Elon Musk selbst hatte sich wiederholt öffentlich gegen die NLRB positioniert und deren Arbeit als „verfassungswidrig“ bezeichnet. Der Zugriff durch sein DOGE-Team, und der angebliche Datenabfluss, erhalten so eine tiefere, politische Dimension.

Wenn interne Systeme, die Mitarbeiterrechte schützen sollen, durch privatwirtschaftliche Akteure unterwandert werden, dann steht mehr auf dem Spiel als nur ein „Cybervorfall“.

Die NLRB hat laut dem Radiosender NPR die Vorwürfe zurückgewiesen und erklärt, es habe keinen Sicherheitsvorfall gegeben. Auch von Musks Seite gibt es bislang keine Stellungnahme. Doch der Verdacht bleibt im Raum, nicht zuletzt wegen der detaillierten Schilderungen und der Drohkulisse, unter der der Whistleblower mittlerweile steht.

CISA, FBI und andere offizielle Stellen wollten sich ebenfalls nicht äußern. Noch ist unklar, ob eine unabhängige Untersuchung stattfinden wird. Doch eines ist sicher: Der Vorwurf trifft einen empfindlichen Nerv in der politischen und digitalen Sicherheitsarchitektur der USA.

Ein weiterer Punkt sorgt für Unklarheit: Wann genau war DOGE tatsächlich bei der NLRB vor Ort? Während Whistleblower Daniel Berulis aussagt, dass DOGE-Mitarbeitende bereits Anfang März 2025 Zugang zu den Systemen hatten, behauptet die NLRB, das Team sei erst im April erschienen, kurz nach Veröffentlichung der Vorwürfe.

Doch eine interne E-Mail der Verwaltungsdirektorin Lasharn Hamilton, die am 17. April öffentlich wurde, bestätigt den Zugang von DOGE, inklusive Sicherheitsüberprüfung. Die Mitarbeitenden sollen „größtenteils remote“ arbeiten, erhielten aber Einblick in interne Abläufe der Behörde.

Zitat aus der E-Mail:
„Die Vertreter haben Informationen über die Abläufe der Behörde angefordert, aber darum gebeten, dass wir personenbezogene Daten aus den Dokumenten entfernen. Gemäß der Executive Order des Präsidenten und den geltenden Gesetzen wird die Behörde den Anfragen von DOGE auf Zugang und Informationen nachkommen.“

Diese Formulierung bestätigt erstmals offiziell, dass DOGE Zugang zu Dokumenten innerhalb der NLRB hatte, wenn auch unter der Maßgabe, personenbezogene Daten auszuschließen. Der Widerspruch beim Zeitpunkt ihres Eintreffens bleibt jedoch bestehen und wirft zusätzliche Fragen auf.

DOGE-Mitarbeiter arbeiten inzwischen offiziell bei der US-Arbeitsrechtsbehörde, mitten in der Affäre.

  • Nur einen Tag nach Veröffentlichung der Whistleblower-Beschwerde hat DOGE laut interner E-Mail zwei Mitarbeitende bei der NLRB platziert. Sie stammen aus der General Services Administration und sollen „teilzeitlich über mehrere Monate, größtenteils remote“ tätig sein.
  • DOGE fordert laut E-Mail Einblick in Arbeitsprozesse, verlangt aber, personenbezogene Daten vorher zu entfernen. Offiziell beruft man sich auf Trumps „Executive Order“ zur Verwaltungsreform.
  • In der Behörde herrscht laut NPR-Bericht Chaos. Eine Quelle: „Es herrscht Panik, die Leute machen sich Sorgen um die Daten.“
  • Pikant: Die NLRB hatte noch Tage zuvor öffentlich erklärt, DOGE habe keinen Zugriff auf Systeme beantragt und es habe keinen Sicherheitsvorfall gegeben.
  • Whistleblower-Dokumente belegen hingegen einen expliziten Cloud-Zugriff durch ein DOGE-Konto („[email protected]“), das nach der Nutzung gelöscht wurde.
  • Der demokratische Abgeordnete Gerry Connolly fordert inzwischen Ermittlungen durch zwei unabhängige Kontrollbehörden, wegen des Verdachts auf „technologisches Fehlverhalten“ oder Gesetzesverstöße.

Amna Nawaz:
Seit Präsident Trump wieder ins Weiße Haus eingezogen ist, durchkämmen der Milliardär Elon Musk und sein DOGE-Team die Bundesbehörden, um im Rahmen einer Regierungsreform Zugriff auf sensible Daten zu erhalten und den Staatsapparat zu verschlanken.

Nun erhalten wir neue Informationen über das Ausmaß dieses Zugriffs bei einer unabhängigen Bundesbehörde: der National Labor Relations Board (NLRB), die das Recht von Beschäftigten auf gewerkschaftliche Organisation schützt und unfaire Arbeitspraktiken untersucht. Ein Whistleblower, ein IT-Mitarbeiter der NLRB, behauptet in einer Beschwerde, das DOGE-Team habe Zugriff auf streng geschützte Daten erhalten – darunter Fallakten – und damit möglicherweise direkt eine erhebliche Sicherheitslücke verursacht.

Dieser Whistleblower, Daniel Berulis, ist jetzt gemeinsam mit seinem Anwalt Andrew Bakaj bei mir.

Willkommen an Sie beide und danke, dass Sie da sind.

Daniel Berulis:
Vielen Dank für die Einladung.

Amna Nawaz:
Daniel, lassen Sie uns mit Ihnen beginnen.
Sie waren noch kein ganzes Jahr bei der Behörde, als das DOGE-Team Anfang März im Hauptquartier auftauchte. Wann und wie haben Sie bemerkt, dass etwas nicht stimmte?

Daniel Berulis:
Klar.
Ich war mit der Auswertung von Systemmetriken beschäftigt, wir wollten Optimierungspotenzial finden, wie wir das häufiger tun, um Kosten zu sparen. Dabei fiel mir – und auch einigen anderen – auf, dass etwas nicht stimmte. Einzelne Punkte ergaben in Summe ein größeres Bild. Im IT-Bereich nennt man das „Indikatoren eines Kompromisses“.

Als ich diese Indikatoren sah, gingen bei mir die Alarmglocken an. Ich habe dann tiefergehende Untersuchungen angestoßen.

Amna Nawaz:
Was fanden Sie bei Ihren weiteren Untersuchungen? Was geschah mit den Daten?

Daniel Berulis:
Anfangs war das Bild noch unscharf, also versuchte ich, harmlose Ursachen auszuschließen. Doch das Datenvolumen, das intern verschoben und dann nach außen transferiert wurde, war auffällig hoch.

Amna Nawaz:
Nur um das klarzustellen: Sie haben beobachtet, dass eine große Datenmenge aus dem System der NLRB heraus transferiert wurde?

Daniel Berulis:
Ja, korrekt – über eine Netzwerkschnittstelle, die nach außen, ins öffentliche Internet, zeigt. So etwas passiert bei uns nur, wenn bewusst Daten aus dem gesicherten System herausgeschoben werden.

Amna Nawaz:
Und das war ungewöhnlich?

Daniel Berulis:
Extrem. Das Datenvolumen war in diesem Zeitraum um 200 bis 300 Prozent über dem Normalwert. Das ist signifikant und musste untersucht werden.

Amna Nawaz:
Laut Ihrer eidesstattlichen Erklärung wurden rund 10 Gigabyte Daten entwendet. Wissen Sie, um welche Art von Daten es sich handelte?

Daniel Berulis:
Ja.
Diese Datenmenge stammt von einem internen Speichersystem, das ausschließlich Fallakten enthält. Es handelt sich um Informationen über Gewerkschaftsorganisatoren, vertrauliche geschäftliche Informationen, technologische Details, Wettbewerbsdaten – sonst nichts.

Die Datenübertragung entsprach zeitlich und mengenmäßig exakt dieser Quelle. Daraus schließen wir, dass genau diese Daten betroffen waren.

Amna Nawaz:
Andrew, das Weiße Haus hat uns dazu eine Stellungnahme geschickt.
Zitat: „Es ist seit Monaten bekannt, dass Präsident Trump per Erlass DOGE-Mitarbeiter in Behörden einsetzt, um Datenaustausch zu koordinieren. Das hochqualifizierte Team arbeitet öffentlich und transparent daran, Verschwendung, Betrug und Missbrauch in der Exekutive – auch bei der NLRB – zu bekämpfen.“

Sie argumentieren also, dass dies Teil einer legitimen Regierungsmaßnahme sei.

Andrew Bakaj:
Wenn die Regierung der Meinung ist, dass das unautorisierte Abschöpfen sensibler Daten aus Bundesbehörden – mit möglichem Abfluss in andere Staaten – ein Beitrag zu Effizienz und Effektivität sein soll, dann ist das absurd.

Innerhalb von 15 Minuten, nachdem DOGE-Mitarbeiter Systemzugänge erstellt hatten, gab es Login-Versuche aus Russland – mit den korrekten Zugangsdaten: also Nutzername und Passwort.

Die Frage ist: Wie kamen diese Daten in russische Hände – und warum?

Ein weiterer Punkt: Uns wurde berichtet – von Daniel und anderen –, dass manche Daten über Starlink als sogenannter „Backdoor“-Kanal ausgeleitet wurden. Und Starlink hat mittlerweile direkten Zugriff. Wir gehen davon aus, dass darüber Daten möglicherweise direkt nach Russland gelangen.

Amna Nawaz:
Haben Sie, basierend auf den bisherigen Informationen, eine Einschätzung, warum DOGE diese Daten überhaupt abgerufen und exfiltriert haben könnte?

Andrew Bakaj:
Das kann ich nicht sagen. Ich will nicht spekulieren.
Es könnte Absicht gewesen sein oder schlichte Nachlässigkeit.
Wir sehen jedenfalls, dass interne Datenbanken in mehreren Behörden offen im Internet zugänglich gemacht wurden.

Daniel Berulis:
Genau das ist der Punkt. Das betrifft nicht nur meine Behörde. Das betrifft das Finanzministerium, das Energieministerium, das Verteidigungsministerium – also kritische Systeme. Es ist, als würde man das Licht auf der Veranda anlassen – und andere Staaten kommen einfach rein.

Amna Nawaz:
Daniel, eine letzte Frage: Elon Musks Unternehmen hatten Verfahren vor der NLRB. Er klagte sogar vor Bundesgericht gegen die Struktur der Behörde. Gibt es Hinweise, dass DOGE gezielt Informationen zu Musk-Fällen abgerufen hat?

Daniel Berulis:
Das ist einer der frustrierendsten Aspekte.
Die Protokolle, die zeigen würden, welche Daten genau abgerufen wurden, sind gelöscht – und zwar nur für das Zeitfenster, in dem der Datenabfluss stattfand. Alle anderen Zeiträume sind vollständig.

Amna Nawaz:
Sie haben bestätigt, dass diese Protokolle gelöscht wurden?

Daniel Berulis:
Ja, eindeutig.

Andrew Bakaj:
Und das betraf den internen Fallmanagement-Server. Eine ganze Datenbank – ein ganzes Nachschlagewerk – wurde quasi abgesaugt.
Ob darin auch Musks Unternehmensdaten waren? Möglich. Wissen tun wir es nicht.

Amna Nawaz:
Also viele offene Fragen – aber noch keine Antworten?

Andrew Bakaj:
So ist es.

Amna Nawaz:
Daniel, war es eine schwere Entscheidung, öffentlich zu werden?

Daniel Berulis:
Die Entscheidung, das Richtige zu tun, war nie in Frage.
Aber wie und ob ich es tue – das war schwierig. Es geht um meine Sicherheit. Ich habe nicht mit all dem gerechnet. Aber ich stehe dazu, mit meinem Namen.

Amna Nawaz:
Sie erwähnten Ihre Sicherheit – was genau meinen Sie damit?

Daniel Berulis:
Es gab einen Vorfall.

Andrew Bakaj:
Dan spricht nicht gern darüber.
Letzte Woche – vor unserer offiziellen Offenlegung – erschien jemand bei ihm zu Hause und hinterließ einen Drohbrief an seiner Haustür, inklusive privater Informationen.

Daniel Berulis:
Während ich auf der Arbeit war.

Andrew Bakaj:
Es waren auch Drohnenaufnahmen von ihm dabei, wie er mit seinem Hund spazieren ging. Direkt an der Haustür angebracht – in einem weißen Umschlag.

Amna Nawaz:
Eine eindeutige Bedrohung also?

Andrew Bakaj:
Eindeutiger geht es kaum.

Amna Nawaz:
Daniel, was erhoffen Sie sich nun?

Daniel Berulis:
Eine vollständige Untersuchung. Mehr will ich nicht.
Ich will, dass jemand die Daten prüft, mir sagt, warum ich falsch liege – wenn ich falsch liege.
Ich habe intern alles versucht, auch extern – niemand reagierte. Jetzt will ich, dass jemand hinschaut.

Amna Nawaz:
Daniel Berulis, Andrew Bakaj – vielen Dank, dass Sie hier waren.

Andrew Bakaj:
Danke.

Daniel Berulis:
Ich danke Ihnen.


Screenshot: PDF / Offenlegung eines Cybersecurity-Vorfalls und Datenabflusses durch DOGE sowie Einschüchterung des Whistleblowers
Screenshot: PDF / Offenlegung eines Cybersecurity-Vorfalls und Datenabflusses durch DOGE sowie Einschüchterung des Whistleblowers

Am 14. April 2025 reichte Daniel Berulis offiziell eine geschützte Whistleblower-Beschwerde beim US-Kongress ein. Das 21-seitige Dokument liegt Mimikama vor. Es enthält eine eidesstattliche Erklärung (Exhibit A) sowie technische Belege (Exhibit B), die die Schwere der Vorwürfe untermauern.

Diese Punkte sind im Originaldokument konkret belegt:

  • DOGE erhielt Vollzugriff auf NLRB-Systeme, inklusive sog. „Tenant Owner“-Rechte in der Microsoft-Cloud. Diese Berechtigungen überstiegen sogar die des Chief Information Officers (CIO).
  • Es wurde ein temporärer Account mit dem Namen „[email protected]“ eingerichtet, dieser Account wurde nach kurzer Zeit wieder gelöscht.
  • Protokollierungsfunktionen wurden gezielt deaktiviert, u. a. Azure Network Watcher und mobile Multifaktor-Authentifizierung.
  • Berulis berichtet, er sei angewiesen worden, bestimmte Systemänderungen nicht zu dokumentieren.
  • Überwachungssysteme registrierten den Abfluss von ca. 10 GB Daten aus dem Fallmanagementsystem „NxGen“ über eine öffentlich erreichbare Schnittstelle.
  • Innerhalb von 15 Minuten nach Account-Erstellung habe es mehr als 20 Login-Versuche aus Russland gegeben, mit korrekten Zugangsdaten. Nur eine Geo-Blocking-Regel verhinderte Zugriffe.
  • Die interne Weiterleitung an US-CERT wurde am 3. April explizit gestoppt. Es wurde untersagt, eine Meldung abzugeben.
  • Während der Vorbereitung der Offenlegung erhielt Berulis einen anonymen Drohbrief mit Drohnenfotos, der ihn direkt einschüchtern sollte.
Screenshot der Netzwerkanalyse der NLRB-Cloudumgebung: Der Screenshot aus dem Azure-Interface zeigt laut Whistleblower Daniel Berulis einen ungewöhnlich hohen Datenabfluss – mutmaßlich etwa 10 GB aus dem Fallmanagementsystem
Screenshot der Netzwerkanalyse der NLRB-Cloudumgebung: Der Screenshot aus dem Azure-Interface zeigt laut Whistleblower Daniel Berulis einen ungewöhnlich hohen Datenabfluss, mutmaßlich etwa 10 GB aus dem Fallmanagementsystem

Diese Belege stehen im Widerspruch zu öffentlichen Aussagen der NLRB, wonach es keinen Vorfall gegeben habe. Die politische Brisanz steigt mit jeder technischen Bestätigung, die die Beschwerde liefert.

Am 15. April 2025 forderte der demokratische Abgeordnete Gerald E. Connolly in einem Schreiben an die Inspektoren der NLRB und des Arbeitsministeriums (DOL) eine vollständige Untersuchung der Vorgänge rund um DOGE.

Screenshot: PDF / Formelle Anfrage eines Kongressabgeordneten an zwei Bundes-„Inspector Generals“ (interne Aufsichtsbehörden), mit der Aufforderung zur Einleitung einer Untersuchung gegen das DOGE-Team im Zusammenhang mit den Vorwürfen durch den Whistleblower Daniel J. Berulis.
Screenshot: PDF / Formelle Anfrage eines Kongressabgeordneten an zwei Bundes-„Inspector Generals“ (interne Aufsichtsbehörden), mit der Aufforderung zur Einleitung einer Untersuchung gegen das DOGE-Team im Zusammenhang mit den Vorwürfen durch den Whistleblower Daniel J. Berulis.

In dem Dokument, das Mimikama vorliegt, formuliert Connolly den Verdacht, DOGE könne sich des technologischen Fehlverhaltens oder illegaler Aktivitäten schuldig gemacht haben. Er verweist auf konkrete Hinweise wie die Löschung eines DOGE-Zugangsaccounts, mögliche Beweismittelmanipulation und Interessenkonflikte durch Musk, dessen Firmen selbst Gegenstand laufender Verfahren seien.

Der Brief enthält unter anderem folgende Prüfaufträge:

  • Wer hatte zu welchem Zeitpunkt Systemzugriff auf welche Fallakten?
  • Welche sicherheitsrelevanten Logs wurden gelöscht oder verändert?
  • Welche Rolle spielt das Repository „NxGenBdoorExtract“?
  • Gab es unautorisierte Datenübertragung ins Ausland?

Connolly fordert eine rasche Antwort und droht mit weiteren Schritten des Kongresses, sollte keine unabhängige Untersuchung eingeleitet werden.

Was ist das DOGE-Team?
Es handelt sich um eine vom Trump-Lager eingesetzte Verwaltungseinheit zur Effizienzsteigerung in Bundesbehörden.

Ist belegt, dass Elon Musks Team auf NLRB-Daten zugegriffen hat?
Nein, es gibt bislang nur interne Beobachtungen eines Whistleblowers. Eine unabhängige technische Überprüfung fehlt.

Wurden auch Daten zu Verfahren gegen Musk entwendet?
Das ist unklar. Die betroffenen Systeme enthalten solche Daten, aber ein gezielter Zugriff konnte nicht nachgewiesen werden.

Gab es Sicherheitslücken bei der NLRB?
Laut Whistleblower ja, konkret durch öffentliche Schnittstellen und unkontrollierten Datenverkehr. Eine unabhängige Prüfung steht aus.

Gibt es Belege für russische Beteiligung?
Ein Login-Versuch mit echten Anmeldedaten aus Russland wurde gemeldet, ist aber nicht unabhängig verifiziert.

Wie reagiert das Weiße Haus?
Es verweist auf Transparenz und gesetzlich gedeckte Maßnahmen zur Effizienzsteigerung, die Vorwürfe werden nicht direkt kommentiert.

Was ist mit dem angeblichen Drohnen-Drohbrief?
Dieser Vorfall wurde im Interview geschildert, ist aber ebenfalls nicht öffentlich dokumentiert oder von Behörden bestätigt.

Datum / ZeitraumEreignis / Beobachtung
Anfang März 2025Eintreffen des DOGE-Teams bei der NLRB
25. März 2025Berulis registriert anomalen Datenverkehr über das Internet-Interface
30. März 2025Erstellung des Accounts [email protected] mit Tenant Owner-Rechten
30. März 2025, wenige Minuten späterLogin-Versuche mit echten NLRB-Credentials aus Primorskiy Krai (Russland)
30.–31. März 2025Ca. 10 GB Daten verlassen das NxGen-System unautorisiert
1.–2. April 2025Logging-Tools und Sicherheitsrichtlinien werden deaktiviert oder umkonfiguriert
3. April 2025Interne Eskalation an US-CERT wird auf Anweisung gestoppt
4. April 2025Drohbrief mit Drohnenfotos wird an Berulis‘ Wohnung angebracht
14. April 2025Offizielle Whistleblower-Offenlegung wird an den US-Kongress übermittelt
15.–16. April 2025Berichterstattung durch PBS, NPR und andere Medien startet
16. April 2025DOGE entsendet offiziell zwei Mitarbeitende zur NLRB – trotz laufender Vorwürfe

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Mehr Informationen

Die Vorwürfe des Whistleblowers Daniel Berulis sind ernst, detailliert und hochbrisant, auch wenn sie bisher nicht offiziell bestätigt wurden. Sollte sich bestätigen, dass ein privates Tech-Team unkontrollierten Zugriff auf staatlich geschützte Arbeitnehmerdaten hatte, wäre das ein Skandal von erheblicher Tragweite. Bis dahin bleibt Skepsis angebracht, aber ebenso Aufmerksamkeit.

Quellen:

  • PBS NewsHour (2025): NLRB whistleblower claims Musk’s DOGE potentially caused significant security breach. Interview mit Daniel Berulis und Andrew Bakaj, ausgestrahlt am 16.04.2025.
  • Fowler, Stephen; McLaughlin, Jenna (2025): DOGE visits NLRB after whistleblower report about data access. NPR, 16. April 2025.
  • Whistleblower-Offenlegung (PDF) / Berulis, Daniel J. (2025): Whistleblower Disclosure to the U.S. Congress pursuant to the Whistleblower Protection Enhancement Act of 2012 (with Exhibits), eingereicht am 14. April 2025, übermittelt durch Whistleblower Aid, Washington, D.C.
  • Connolly, Gerald E. (2025): Letter to Inspectors General of NLRB and DOL regarding DOGE access and data activities, 15. April 2025.
  • The Register, 17.04.2025 (Update), sinngemäße Übersetzung durch Redaktion

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