Falschmeldung: Coca-Cola und Amazon verlassen die USA nicht

Trotz wirtschaftlicher Herausforderungen durch Trumps Zollpolitik planen weder Coca-Cola noch Amazon, die USA zu verlassen.

Die Behauptung

Im Internet kursieren Gerüchte, dass Coca-Cola und Amazon aufgrund der von Präsident Donald Trump verhängten Zölle beabsichtigen, die USA zu verlassen.

Aufgestellt von: Soziale Medien / Videos

Falsch

Falsch. Es gibt keine glaubwürdigen Belege dafür, dass die beiden Konzerne planen, die USA zu verlassen.

Kurze Faktenübersicht:

  • Coca-Cola plant keinen Rückzug aus den USA, sondern schließt lediglich eine Abfüllanlage im Rahmen einer internen Umstrukturierung.

  • Amazon nimmt interne Anpassungen vor, darunter ein Stellenabbau, jedoch ohne Auslandsverlagerung.

  • Die Gerüchte basieren auf unseriösen Quellen und sollen vermutlich auf Klicks abzielen.

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Gerüchte über Unternehmensabwanderung

Im Mai 2025 verbreiteten sich auf Plattformen wie YouTube Videos, die behaupteten, Amazon und Coca-Cola würden wegen der Zollpolitik von US-Präsident Trump planen, ihren Hauptsitz aus den USA zu verlegen.

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Diese Behauptungen sind jedoch unbegründet.

Coca-Cola schließt Werk in Napa

Die Schließung der Abfüllanlage von Coca-Cola in Napa County, Kalifornien, hat für viele Spekulationen gesorgt, vor allem bei jenen, die dem Getränkehersteller eine Flucht aus den USA unterstellen. Tatsächlich handelt es sich jedoch um eine gezielte Umstrukturierung innerhalb des Konzerns. Insgesamt 135 Stellen sind betroffen. Die Schließung erfolgt nicht im Zuge politischer Reaktionen, sondern im Rahmen der globalen Kostensenkungsstrategie des Unternehmens

Bereits Ende 2020 hatte der Konzern angekündigt, weltweit 2.200 Stellen zu streichen und sich auf profitablere Produktlinien zu konzentrieren. Die nun umgesetzte Standortschließung in Kalifornien ist somit eine von mehreren Maßnahmen, die auch Werke in Massachusetts und anderen Regionen betreffen.

Verpackungsstrategie unter Druck

Das Unternehmen hat außerdem angekündigt, aufgrund der von Präsident Trump verhängten 25-prozentigen Zölle auf Aluminiumimporte möglicherweise verstärkt auf Plastikflaschen umzusteigen.

Der CEO des Unternehmens, James Quincey, erklärte, dass die gestiegenen Kosten für Aluminiumdosen das Unternehmen dazu veranlassen könnten, alternative Verpackungsmaterialien in Betracht zu ziehen. Dennoch betonte Quincey, dass Verpackungen nur einen kleinen Teil der Gesamtkostenstruktur ausmachen und die Auswirkungen der Zölle auf das Geschäft begrenzt seien.

Amazon streicht Stellen, bleibt aber klar in den USA

Bei Amazon sorgt ein Stellenabbau für Schlagzeilen: Rund 200 Stellen im nordamerikanischen Einzelhandel wurden gestrichen. Was auf den ersten Blick dramatisch wirkt, ist auf den zweiten Blick Teil eines internen Umbaus und bedeutet keinesfalls einen Rückzug aus den Vereinigten Staaten.

Der Online-Riese reagiert damit auf wirtschaftliche Herausforderungen und optimiert seine Betriebsabläufe. Von einer Verlagerung des Hauptsitzes oder einem Rückzug vom US-Markt ist in keiner offiziellen Verlautbarung die Rede. Auch der Aufbau des zweiten Hauptsitzes in Arlington, Virginia, läuft weiter nach Plan.

Diskussion um Zollkosten

Amazon geriet in die Kritik der Trump-Regierung, nachdem Berichte aufgekommen waren, dass das Unternehmen plane, die Auswirkungen der Zölle auf Produktpreise transparent zu machen. Die Sprecherin des Weißen Hauses, Karoline Leavitt, bezeichnete dies als „feindlichen und politischen Akt“.

Das Unternehmen dementierte jedoch, solche Pläne für die Hauptplattform zu haben, und erklärte, dass lediglich in der Discount-Abteilung „Amazon Haul“ entsprechende Überlegungen angestellt wurden, die jedoch nicht umgesetzt wurden.

Betroffen sind hier eher chinesische Anbieter auf der Online-Plattform: Aufgrund drastisch erhöhter US-Zölle und gestrichener Zollausnahmen für günstige Importe können viele dieser Drittanbieter ihre Produkte nicht mehr wettbewerbsfähig anbieten, viele ziehen sich daher schrittweise vom US-Markt zurück.

FAQ-Box

Hat Coca-Cola angekündigt, die USA zu verlassen?

Nein, das Unternehmen hat lediglich eine Abfüllanlage im Rahmen einer Umstrukturierung geschlossen. Das Unternehmen bleibt in den USA aktiv.

Plant Amazon, die USA zu verlassen?

Nein, es wurden interne Umstrukturierungen vorgenommen, darunter beispielsweise Stellenstreichungen. Ein Rückzug aus den USA ist nicht geplant.

Warum schließt Coca-Cola die Anlage in Napa County?

Im Rahmen weltweiter Kostensenkungsmaßnahmen hat das Unternehmen entschieden, die Produktionsstätte in Napa County bis Ende 2025 zu schließen.

Warum hat Jeff Bezos mit Donald Trump telefoniert?

Trump rief Bezos an, weil Amazon angeblich plante, Zollkosten sichtbar neben Produktpreisen anzuzeigen. Das Weiße Haus sah darin eine politische Provokation. Entsprechende Pläne für die Hauptplattform wurden später dementiert.

Was bezweckt Donald Trump mit den neuen Zöllen?

Die Zölle sollen ausländische Importe verteuern, um US-Unternehmen zu schützen und die Produktion ins Inland zu verlagern. Kritiker warnen jedoch vor höheren Preisen für Verbraucher und gestörten Lieferketten.

Fazit zum Thema

Die Gerüchte über eine angebliche Abwanderung von Coca-Cola und Amazon aus den USA entbehren jeder Grundlage. Beide Unternehmen haben lediglich interne Anpassungen vorgenommen, sei es zur Kostenkontrolle oder zur Effizienzsteigerung.

Kein glaubwürdiges Medium, keine offizielle Quelle und keine seriöse Beobachtungsinstanz bestätigt eine solche Verlagerung. Solche Gerüchte verbreiten sich häufig über unseriöse Quellen und manipulierte Inhalte, wie eben auf YouTube oder Social Media. Dabei handelt es sich oft um bewusst aufgebauschte oder frei erfundene Geschichten, die auf Klicks und Reichweite abzielen.

Quellen: Snopes, Handelsblatt, The Guardian, CNN, AP News, BBC

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