Die Behauptung
In der Phoenix-Sendung „Unter den Linden“ am 2. Juni sagte Hendrik Hoppenstedt (CDU), die Aktivrente entlaste die Rentenkasse, da die Rentenzahlung bei Weiterarbeit „erst einmal nicht einsetze“. Wer weiterarbeitet, bekomme demnach zunächst keine Rente.
Aufgestellt von: Hendrik Hoppenstedt
Faktencheck: Falsch
Falsch. Die Aktivrente bedeutet nicht, dass die Rente aufgeschoben wird. Sie ergänzt die reguläre Rente um einen steuerfreien Hinzuverdienst von bis zu 2.000 Euro im Monat. CDU-Generalsekretär Carsten Linnemann und auch die SPD stellten klar: Der Rentenbezug ist Voraussetzung für die Aktivrente. Hoppenstedt gab öffentlich zu, dass er in der Sendung eine falsche Darstellung geliefert hatte. Auf der CDU-Webseite heißt es aktuell eindeutig: „Die Rente bleibt davon unberührt.“ Damit steht fest: Hoppenstedts Aussage war schlichtweg falsch.
Ein Versprecher, der zur Falschinformation wurde
Ein Live-Auftritt im Fernsehen kann fatale Folgen haben. CDU-Politiker Hendrik Hoppenstedt erklärte in der Phoenix-Sendung „Unter den Linden“ Anfang Juni die Aktivrente und lag dabei komplett daneben. Seine Worte widersprachen dem eigenen Wahlkampfmaterial und führten zu massiver Verwirrung über das Rentenkonzept.
Hoppenstedts zentrale Falschaussage
Bei Minute 35 der Sendung behauptete Hoppenstedt: „Weil erst mal die Rentenzahlung nicht einsetzt. Ich kriege ja dann keine Rente, wenn ich weiter verdiene.“ Diese Aussage ist schlicht falsch. Die Aktivrente setzt den Rentenbezug voraus, sie ist kein Ersatz für die Rente.
Denn auf der CDU-Webseite stand und steht: „Wer zusätzlich zum Rentenbezug freiwillig weiterarbeiten möchte, kann bis zu 2.000 Euro monatlich steuerfrei hinzuverdienen. Die Rente bleibt davon unberührt.“ Hoppenstedts Aussage war also nicht nur ungenau, sondern faktisch das Gegenteil dessen, was die CDU offiziell bewirbt.
In sozialen Medien werden nach wie vor Screenshots und Zitate der Sendung geteilt, obwohl diese bereits über zwei Monate zurückliegt. Viele Nutzer griffen sie als „Beweis“ auf, die CDU wolle Renten kürzen oder verweigern.
Die nachträgliche Korrektur durch Hoppenstedt selbst und Parteikollegen erreichte längst nicht alle, die das ursprüngliche Zitat gesehen hatten.
Politische Dynamik: Klarstellung durch CDU und SPD
Bereits am Folgetag stellte CDU-Generalsekretär Carsten Linnemann klar: „Der Bezug der gesetzlichen Rente ist Voraussetzung für die Aktivrente.“ Auch die SPD stellte unmissverständlich fest: „Die Aktivrente gilt selbstverständlich zusätzlich zur Rente.“ Hoppenstedt selbst räumte öffentlich ein: „Ich habe mich in der Hitze des verbalen Gefechts schlicht vertan.“
Die Kommunikationspanne im Detail
Hoppenstedt wollte offenbar betonen, dass Weiterarbeit sich finanziell lohnt. Doch seine falsche Formulierung verwandelte ein Bonus-Modell in eine vermeintliche Kürzungsstrategie. Hier zeigt sich, wie schnell eine missratene Erklärung zur Falschinformation wird, selbst ohne bewusste Täuschungsabsicht.
Kognitive Effekte verstärkten die Fehlwahrnehmung.
Menschen, die der CDU ohnehin kritisch gegenüberstehen, nahmen die Aussage sofort als Bestätigung: „Die CDU will die Rente streichen“, „Wieder ein Wahlversprechen, das nicht eingelöst wird“. Dieser Bestätigungsfehler führte dazu, dass viele die späteren Richtigstellungen ignorierten. Screenshots wirken im Netz oft stärker als spätere Korrekturen, denn diese gehen selten viral.
Ein Fallbeispiel für digitale Desinformation.
Dieser Vorfall zeigt: Nicht jede Desinformation entsteht aus Absicht. Auch Fehler, die live im Fernsehen passieren, können durch schnelle Verbreitung in sozialen Netzwerken zu irreführenden Narrativen werden. Wichtig ist deshalb, solche Fälle konsequent und transparent zu korrigieren, wie es Hoppenstedt später tat.
Fakten zur Aktivrente
- Die Aktivrente ergänzt die Rente: Rentnerinnen und Rentner beziehen regulär ihre gesetzliche Rente. Zusätzlich können sie bis zu 2.000 Euro pro Monat steuerfrei hinzuverdienen.
- Keine Sozialabgaben: Auf diesen Zusatzverdienst fallen weder Beiträge zur Renten- noch zur Arbeitslosenversicherung an.
- Offizielle CDU-Kommunikation ist eindeutig: Auf der CDU-Webseite steht wörtlich: „Die Rente bleibt davon unberührt.“ Damit ist klar: Ein Verzichtsmodell war nie vorgesehen.
FAQ
Hat die CDU geplant, Rentnern die Rente zu verweigern, wenn sie weiterarbeiten?
Nein. Das war eine falsche Aussage von Hendrik Hoppenstedt. Die CDU hat die Aktivrente stets als Ergänzung kommuniziert.
Was genau beinhaltet die Aktivrente?
Sie erlaubt einen steuerfreien Hinzuverdienst von bis zu 2.000 Euro pro Monat zusätzlich zur gesetzlichen Rente.
Warum war Hoppenstedts Aussage falsch?
Er behauptete, die Rentenzahlung setze bei Weiterarbeit „nicht ein“. Damit stellte er die Aktivrente als Ersatzmodell dar, obwohl sie in Wahrheit ein Zusatzmodell ist.
Wer hat den Fehler richtiggestellt?
Hoppenstedt selbst, aber auch CDU-Generalsekretär Carsten Linnemann und Vertreter der SPD.
Wo kann man die korrekten Informationen nachlesen?
Auf der CDU-Webseite und im Koalitionsvertrag. Dort steht klar: Die Rente bleibt unberührt, der Hinzuverdienst ist steuerfrei.
Fazit
Hendrik Hoppenstedt hat die Aktivrente in einer Phoenix-Sendung falsch erklärt. Er sagte, Rentner erhielten bei Weiterarbeit „erst mal keine Rente“. Das widersprach dem offiziellen CDU-Konzept, wonach die Rente unangetastet bleibt und zusätzlich ein steuerfreier Hinzuverdienst möglich ist. CDU und SPD stellten den Fehler schnell richtig, Hoppenstedt entschuldigte sich.
Quellen:
t-online: Als Rentner weiterarbeiten – mit diesem Bonus lockt Merz
Koalitionsvertrag CDU / SPD (PDF) – Seite 18
CDU – Aktivrente
ARDmediathek – Unter den Linden (verfügbar bis 03.06.2027)
Business Insider – Mogelpackung Aktivrente? CDU-General Linnemann muss Parteifreund zurückpfeifen
Frankfurter Rundschau: Verwirrung um Aktivrente: CDU muss Aussagen korrigieren
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