Unsichtbar unter Trümmern: Afghanistans Frauen nach dem Erdbeben

Taliban-Regeln verhindern, dass verletzte Frauen gerettet und behandelt werden.

Die Behauptung

Nach dem schweren Erdbeben in Afghanistan bleiben viele Frauen und Mädchen ohne Hilfe, weil Rettungskräfte sie nicht berühren dürfen. Männer und Kinder werden bevorzugt behandelt.

Aufgestellt von: Unbekannt

Faktencheck: Richtig

Zahlreiche Berichte, darunter von der New York Times und der Deutschen Welle, zeigen übereinstimmend: Frauen und Mädchen wurden nach dem Erdbeben zurückgedrängt, ignoriert oder gar nicht behandelt. Die Taliban-Regeln, die Männern den Kontakt zu nicht verwandten Frauen verbieten, verhindern akute Rettungseinsätze. Gleichzeitig fehlen Ärztinnen und Helferinnen, da Frauen keine Ausbildung mehr machen dürfen und von der Arbeit ausgeschlossen sind. Diese Mischung aus Vorschriften und struktureller Diskriminierung führte dazu, dass Frauen unsichtbar unter den Trümmern blieben.

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„Eine Frau zu sein bedeutet hier, die Letzte zu sein“

Frauen in Afghanistan sterben nach dem Erdbeben, weil ihnen niemand helfen darf. Zeuginnen berichten, dass sie weggeschoben oder schlicht vergessen wurden. Ganze Dorfgemeinschaften erleben, dass Männer Vorrang haben – selbst Tote werden aus Angst vor Hautkontakt nur an der Kleidung herausgezogen.

Unsichtbare Opfer der Katastrophe

In Bibi Ayshas Dorf kamen die Helfer spät – und sie halfen fast ausschließlich Männern und Kindern. Frauen blieben abseitsstehen, niemand fragte nach ihren Verletzungen oder Bedürfnissen. Aysha fasste die bittere Realität so zusammen: „Eine Frau zu sein bedeutet hier, dass wir immer die Letzten sind, die gesehen werden.“ Diese Worte machen sichtbar, was in den offiziellen Opferzahlen verborgen bleibt: ein geschlechtsspezifisches Wegsehen.

Taliban-Regeln als tödliches Hindernis

Die Taliban verbieten Männern, Frauen zu berühren, die nicht zu ihrer Familie gehören. Diese Vorschriften gelten selbst in Notfällen. In Andarluckak wurden blutende Frauen ignoriert, während verletzte Männer sofort medizinische Hilfe erhielten. In manchen Fällen zogen Helfer tote Frauen vorsichtig an der Kleidung, um Hautkontakt zu vermeiden – eine groteske Szene, die zeigt, wie starre Ideologie über Leben und Tod entscheidet.

Mangel an Helferinnen – politisch gewollt

Der Notstand verschärft sich, weil kaum weibliches Personal im Einsatz war. Ärztinnen und Krankenschwestern sind in vielen Provinzen verboten oder massiv eingeschränkt. In Kunar berichteten Aktivistinnen sogar vom Tod schwangerer Frauen, die verbluteten, weil keine Ärztinnen helfen durften. Gleichzeitig warten ausgebildete Fachkräfte im Land oder im Ausland verzweifelt darauf, eingesetzt zu werden – doch die Taliban blockieren sie. Diese Verweigerung ist keine zufällige Lücke, sondern Ergebnis systematischer Entrechtung: Frauen dürfen seit 2024 weder Medizin studieren noch frei arbeiten.

Angst, Schweigen, Abschottung

Die wenigen Helferinnen, die später in die Dörfer kamen, waren begleitet von Soldaten, die Medien fernhielten. Es soll keine Bilder geben, die das Leid der Frauen dokumentieren. Auch Dorfgemeinschaften selbst übernehmen die Tabus der Taliban: Männer lassen oft nicht zu, dass ihre Frauen von Fremden gesehen oder behandelt werden. Aktivistinnen berichten, dass selbst freiwillige Ärztinnen am ersten Tag zurückgewiesen wurden. So wird das Unsichtbarmachen von Frauen doppelt gesichert – durch staatliche Gewalt und soziale Kontrolle.

Desinformation durch Auslassung

Offizielle Zahlen und Bilder nach dem Beben verstärken diese Unsichtbarkeit. Auf den Fotos internationaler Nachrichtenagenturen sind fast keine verletzten Frauen zu sehen. Wer die Bilder betrachtet, könnte glauben, Frauen seien kaum betroffen. In Wahrheit sind sie Opfer doppelter Gewalt: der Naturkatastrophe und der Taliban-Politik. Das ist keine zufällige Verzerrung, sondern eine Form der Desinformation durch Weglassen. Sie verschleiert, dass Frauen gezielt vom Überleben ausgeschlossen werden.

Warum das gefährlich ist

Die Folgen reichen über die aktuelle Katastrophe hinaus. Wenn Frauen nicht gerettet, behandelt oder gezählt werden, fehlen sie auch in Hilfsplänen und Wiederaufbauprogrammen. Internationale Hilfe riskiert, ihre Bedürfnisse zu übersehen, wenn sie nicht sichtbar gemacht werden. So entsteht ein Teufelskreis: Frauen werden unsichtbar gemacht – und genau diese Unsichtbarkeit bestimmt die Verteilung der knappen Ressourcen.

Wie Leser:innen Täuschung erkennen können

Ein wichtiger Hinweis für alle: Wenn in Bildern und Berichten aus Krisengebieten nur Männer zu sehen sind, lohnt die Nachfrage. Fehlen Frauen, liegt das selten daran, dass sie nicht betroffen sind. Häufig steckt Diskriminierung oder gezielte Zensur dahinter. Wer das erkennt, durchbricht die Täuschung und kann helfen, den Blick auf alle Opfer zu lenken.

FAQ

Warum wurden Frauen nicht sofort gerettet?

Weil Taliban-Regeln Männern verbieten, fremde Frauen zu berühren. Das führte dazu, dass Helfer verletzte Frauen ignorierten oder erst spät bargen.

Gab es weibliche Rettungskräfte vor Ort?

Zu Beginn kaum. In den ersten Tagen nach dem Beben waren fast keine Ärztinnen oder Helferinnen im Einsatz. Erst später kamen wenige – streng kontrolliert.

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Sterben Frauen wirklich häufiger in solchen Katastrophen?

Ja. Internationale Erfahrungen zeigen, dass diskriminierende Regeln das Überleben von Frauen massiv einschränken. In Afghanistan wurde das nachweislich bestätigt.

Dürfen Frauen in Afghanistan überhaupt noch Ärztinnen werden?

Nein. Die Taliban haben Frauen das Medizinstudium verboten. Viele ausgebildete Ärztinnen dürfen nicht mehr arbeiten.

Wie reagieren internationale Organisationen?

UN Women fordert, die Bedürfnisse von Frauen und Mädchen ins Zentrum zu stellen. Die EU liefert Hilfsgüter, doch der Zugang bleibt stark eingeschränkt.

FAZIT

Das Erdbeben hat nicht nur Häuser zerstört, sondern auch die Realität der Diskriminierung offengelegt. Frauen und Mädchen in Afghanistan werden im Katastrophenfall unsichtbar gemacht – durch Verbote, Tabus und gezielte Politik der Taliban. Sie verlieren dadurch Leben, Schutz und Zukunft. Wer hinsieht, erkennt: Das ist nicht nur eine Naturkatastrophe, sondern auch eine Katastrophe der Menschenrechte.

Quellen:

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