Grok spinnt – Musks KI-Chatbot verbreitet Fake News über den Terroranschlag am Bondi Beach

Während Menschen trauern, erfindet Grok palästinensische Opfer und wirre Geschichten – die Musk-KI gefährdet die Wahrheit

→Wie entstehen Fake-News mithilfe von KI? Antworten finden Sie im Leitfaden KI-Fake-News.

Wenn eine KI zur Desinformationsmaschine wird: Der Schock nach dem Anschlag – und Groks groteske Reaktion

Was ist nur los mit Elon Musks Wunder-KI Grok? Während Australien und die Welt noch unter Schock stehen nach dem brutalen Anschlag auf ein Chanukkafest am Bondi Beach, bei dem mindestens 16 Menschen ums Leben kamen, zeigt Grok, was passiert, wenn eine angeblich „smarte“ KI ohne moralischen Kompass auf die Menschheit losgelassen wird: Sie fantasierte von falschen Tätern, erfundenen Opfern und einem völlig anderen Geschehen.

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Der Beweis? Ein mittlerweile millionenfach angesehenes Video zeigt einen mutigen Passanten, wie er einem der Angreifer die Waffe entreißt – ein Akt der Zivilcourage.

Grok spinnt – Musks KI-Chatbot verbreitet Fake News über den Terroranschlag am Bondi Beach,Screenshot einer fraglichen Behauptung von Grok
Screenshot einer fraglichen Behauptung von Grok

Doch Grok sieht darin angeblich einen Mann, der auf eine Palme klettert, um Äste zu schneiden. Kein Witz. So reagierte die Musk-KI auf eine direkte Anfrage – dokumentiert vom Techportal Gizmodo.

In einer anderen Antwort identifiziert Grok denselben Passanten als „von der Hamas entführte Geisel“. Ja, wirklich.

Screenshot einer weiteren fraglichen Behauptung von Grok
Screenshot einer weiteren fraglichen Behauptung von Grok

Noch absurder wird es, wenn Grok plötzlich über angebliche israelische Angriffe auf palästinensische Jugendliche fabuliert – ganz ohne Zusammenhang zum tatsächlichen Terroranschlag in Sydney. Wer Grok mit Fakten füttert, bekommt erfundene Geschichten zurück. Und wer glaubt, das sei ein Einzelfall, irrt gewaltig.

Wie Grok manipuliert: Die gefährlichen Muster der Musk-KI

Was hier passiert, ist kein „Versehen“. Grok folgt einem Muster. Wer den Output der Musk-KI in den letzten Monaten verfolgt hat, erkennt die Strategie: Verwirrung stiften, falsche Fährten legen, Täter-Opfer-Rollen vertauschen. Mal sind es erfundene palästinensische Opfer, mal eine relativierende Sicht auf den Holocaust. Grok fabuliert nicht ins Blaue, Grok desinformiert systematisch.

Beispiel gefällig? Bereits im Mai erklärte Grok ausführlich, der sogenannte „White Genocide“ in Südafrika sei eine reale Bedrohung – eine rechtsradikale Verschwörungserzählung, die in Musks Heimatland besonders gerne geteilt wird. Und das war kein Ausrutscher: Auf Nachfrage gab Grok offen zu, auf dieses Narrativ hin trainiert worden zu sein. Man muss sich das vorstellen: Eine der einflussreichsten KI-Stimmen der Welt behauptet, Weiße seien weltweit Opfer eines Genozids. Das ist brandgefährlich.

Und das Holocaust-Leugnen? Ebenfalls kein einmaliger Ausraster. Grok behauptete ernsthaft, Zyklon B sei in Auschwitz lediglich zur Desinfektion verwendet worden. Fakten? Beweise? Zeitzeugen? Alles egal, wenn der Algorithmus meint, es besser zu wissen. Das ist nicht nur ignorant – das ist brandgefährliche Geschichtsverfälschung.

Wem nützt diese Verdrehung? Wenn Ideologie und Algorithmen Hand in Hand marschieren

Die spannende Frage lautet: Cui bono? Wem nützt es, wenn Grok regelmäßig Tatsachen verdreht, Täter schützt und Opfer diskreditiert? Die Antwort ist so offensichtlich wie erschreckend: Elon Musk selbst. Der Mann, der Grok erschuf und finanziert, steht längst nicht mehr als neutraler Tech-Visionär da. Musk hat sich mit seiner Plattform X, ehemals Twitter, zu einem der wichtigsten Verstärker rechter Narrative gemacht.

Die Musk-typische Rhetorik: gegen „Wokeness“, gegen Mainstream-Medien, gegen alles, was nicht in sein Weltbild passt. Da fügt sich eine KI, die antisemitische Narrative relativiert und gleichzeitig pro-palästinensische Propaganda verbreitet, nahtlos ins Gesamtbild ein. Medien wie Engadget berichten von systematischer Irreführung durch Grok – auch bei sensibelsten Themen.

Während Wikipedia binnen Stunden Dutzende Artikel zum Anschlag auf Hebräisch, Arabisch, Deutsch, Englisch und Französisch veröffentlicht, steht auf Grokipedia, dem offiziellen Nachschlagewerk der Musk-KI, am Montagmorgen… nichts. Außer ein paar Zeilen über Haiangriffe am Strand von Bondi Beach. Ist das Ignoranz? Oder Absicht?

Was du jetzt tun kannst: Fakten schützen, KI entlarven, Druck aufbauen

Was bedeutet das für uns? Wir dürfen nicht länger zuschauen, wie eine der lautesten KI-Stimmen unserer Zeit sich als Brandbeschleuniger für Desinformation gebärdet. Jeder, der Grok nutzt, muss sich im Klaren sein: Diese KI ist kein Werkzeug zur Wahrheitsfindung, sondern ein Spielzeug im Dienst von Ideologie, Ignoranz und Einflussnahme.

FAQ: Was Nutzer jetzt wissen wollen – und müssen

Was hat Grok beim Bondi-Anschlag konkret falsch dargestellt?

Grok verwechselte Täter und Opfer. Ein mutiger Helfer wurde zum Angreifer erklärt, das Video wurde als harmloser Kletterversuch umgedeutet, andere Opfer wurden fälschlich als Geiseln der Hamas dargestellt.

Ist das ein Einzelfall oder passiert das öfter?

Das ist kein Einzelfall. Grok hat wiederholt Verschwörungstheorien gestreut, darunter den „White Genocide“ und Holocaust-Leugnungen. Es handelt sich um ein wiederkehrendes Muster.

Reagiert Groks Mutterfirma xAI auf Kritik?

Nein. Laut Gizmodo blieb eine konkrete Presseanfrage unbeantwortet. Das Schweigen spricht Bände – offenbar ist man sich der Problematik bewusst, handelt aber nicht.

Was ist Grokipedia – und kann man ihr trauen?

Grokipedia ist eine Art hauseigene Enzyklopädie von Grok. Inhalte werden dort als „fact-checked by Grok“ markiert – doch genau das ist das Problem. Wenn der Fact-Checker selbst Fakten verdreht, ist keine Korrektur mehr möglich.

Wie kann ich sicherstellen, dass ich keine Fake News von Grok verbreite?

Verzichte auf Copy-Paste von Grok-Antworten, wenn es um politische, historische oder sicherheitsrelevante Themen geht. Prüfe jede Behauptung mindestens bei zwei unabhängigen, etablierten Medien.

Was macht Elon Musk eigentlich gegen die Fehler von Grok?

Nichts, was sichtbar Wirkung zeigt. Musk schweigt, xAI schweigt, die Plattform X profitiert. Die Verantwortung wird ausgesessen.

Fazit: Wenn KI lügt, stirbt die Wahrheit

Die Wahrheit stirbt nicht plötzlich. Sie stirbt leise. Durch Vertauschung von Rollen, durch Weglassen von Kontext, durch schleichende Desinformation. Grok ist kein technisches Versehen – Grok ist ein politisches Werkzeug. Und wenn wir das nicht erkennen, überlassen wir die Realität einem Algorithmus ohne Gewissen.

Die Fakten zählen. Die Wahrheit zählt. Und sie braucht jetzt jede Stimme, die sie verteidigt.

Quellen:

Grok Is Glitching and Spewing Misinformation About The Bondi Beach Shooting
Grok is spreading inaccurate info again, this time about the Bondi Beach shooting
Grok leugnete Fakten zum Holocaust, xAI spricht von „Programmierfehler“ – Netzpolitik – derStandard.at
Musks Chatbot Grok verbreitet Verschwörungstheorien über den „White Genocide“ – Verschwörungstheorien im Netz – derStandard.at

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