Die Behauptung
In Beiträgen auf Facebook, Instagram, Threads und X wird behauptet, mRNA-Impfstoffe würden inzwischen Garnelen verabreicht. Wer diese esse, nehme dadurch eine mRNA-Impfung auf oder sein Erbgut werde verändert. Die Behauptung wird als angeblich verschwiegenes Vorgehen der Lebensmittelindustrie dargestellt.
Aufgestellt von: Social Media
Faktencheck: Falsch
Für Garnelen sind derzeit keine zugelassenen mRNA-Impfstoffe verfügbar.
Außerdem können mRNA-Impfstoffe das menschliche Erbgut nicht verändern und werden über den Verdauungstrakt nicht wirksam aufgenommen.
Aktuell verbreiten sich erneut Social-Media-Beiträge, die vor einer angeblichen „mRNA-Impfung durch Schweinefleisch und Garnelen“ warnen. Als Beleg werden ältere Aussagen eines kanadischen Agrarunternehmers und Ernährungsberaters herangezogen. Für die zentrale Behauptung gibt es jedoch keine wissenschaftlichen oder behördlichen Nachweise.
Mehrere der verbreiteten Aussagen vermischen laufende Forschungsprojekte mit bereits zugelassenen Impfstoffen und ziehen daraus Schlussfolgerungen, die durch die Fakten nicht gedeckt sind.
Für Garnelen gibt es keine zugelassenen mRNA-Impfstoffe
Nach Angaben der Canadian Food Inspection Agency sind derzeit weder mRNA-Impfstoffe für Meeresfrüchte noch überhaupt Impfstoffe für Garnelen in Kanada zugelassen.
Ein wesentlicher Grund liegt in der Biologie der Tiere: Garnelen besitzen kein adaptives Immunsystem wie Wirbeltiere. Dadurch ist die Entwicklung klassischer Impfstoffe erheblich schwieriger.
Zwar arbeiten einzelne Unternehmen an neuen Verfahren zur Bekämpfung von Krankheiten in der Garnelenzucht. Diese Projekte befinden sich jedoch noch in der Entwicklung und stellen keine zugelassenen Impfprogramme für die Lebensmittelproduktion dar.
mRNA verändert keine menschliche DNA
Die Beiträge behaupten außerdem, über den Verzehr von Garnelen werde die menschliche DNA verändert.
Dafür gibt es keine wissenschaftliche Grundlage.
mRNA dient als kurzlebiger Botenstoff, der Zellen Anweisungen zur Herstellung bestimmter Proteine liefert. Sie gelangt nicht in den Zellkern, in dem sich die DNA befindet, und wird nach kurzer Zeit wieder abgebaut.
Forschende weisen zudem darauf hin, dass mRNA im Verdauungstrakt sehr schnell zerfällt. Die Magensäure baut RNA-Moleküle rasch ab, weshalb sich mRNA nach heutigem Wissensstand nicht über den Verzehr von Lebensmitteln als Impfstoff übertragen lässt.
Laufende Forschung ist kein Beleg
Ein Teil der Behauptung verweist auf Forschungsarbeiten zu essbaren Impfstoffen oder neuen RNA-Technologien.
Tatsächlich existieren wissenschaftliche Untersuchungen zu verschiedenen Impfkonzepten. Forschung bedeutet jedoch nicht, dass daraus zugelassene oder eingesetzte Produkte entstehen. Im Fall von Garnelen gibt es derzeit weder zugelassene mRNA-Impfstoffe noch Hinweise darauf, dass Verbraucher über Lebensmittel unbeabsichtigt geimpft werden könnten.
Auch die Behauptung, mRNA-Impfstoffe würden Krebs verursachen, wird durch die vorgelegten Quellen nicht gestützt. Die von den Beiträgen angeführte Studie wurde inzwischen vom Fachjournal zurückgezogen. Mehrere Fachleute sowie frühere Faktenchecks kommen zu dem Ergebnis, dass für diese Behauptung keine belastbaren Belege vorliegen.
Bewertung: Falsch. Es gibt keine zugelassenen mRNA-Impfstoffe für Garnelen, und mRNA-Impfstoffe können weder über den Verzehr von Garnelen wirksam aufgenommen noch die menschliche DNA verändern.
FAQ: mRNA und Garnelen
Gibt es mRNA-Impfstoffe für Garnelen?
Nein. Nach aktuellem Stand sind keine mRNA-Impfstoffe für Garnelen zur kommerziellen Anwendung zugelassen. Einzelne Forschungsprojekte befinden sich noch in der Entwicklung.
Kann mRNA über Lebensmittel Menschen impfen?
Nach heutigem wissenschaftlichem Kenntnisstand nein. mRNA wird im Verdauungstrakt rasch abgebaut und ist nicht dafür geeignet, auf diesem Weg eine Impfung zu bewirken.
Verändern mRNA-Impfstoffe die menschliche DNA?
Nein. Die mRNA gelangt nicht in den Zellkern und wird nach kurzer Zeit wieder abgebaut. Eine Veränderung der DNA gehört nicht zum Wirkmechanismus dieser Impfstoffe.
Quellen
Hinweis: Stand zum Veröffentlichungsdatum.
Verwendete Bilder, Screenshots und Medien dienen ausschließlich der sachlichen Auseinandersetzung im Sinne des Zitatrechts (§ 51 UrhG).
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(Mehr zur Arbeitsweise) Welche Quellen wir verwenden und was für uns kein Beleg ist, steht auf unserer Quellenseite.
