Sie legen im Internet Geld an. Immer wieder kommt echtes Geld zurück auf Ihr Konto. Da wirkt alles seriös. Doch genau das kann ein Trick sein. Ein Fall aus Thüringen zeigt, wie teuer dieser Trick werden kann.
Eine Trading-Plattform ist eine Internetseite, auf der man angeblich Geld anlegen kann. Zum Beispiel in Aktien oder Bitcoin. Die Polizei in Gera hat den Fall am 16. September 2026 gemeldet. Sie stützt sich auf die Angaben des Mannes. Die Kriminalpolizei ermittelt.
Der Trick mit dem kleinen Geld
Es klingt seltsam: Betrüger, die Geld überweisen. Doch die Polizei kennt diesen Trick gut. Laut Polizei Bremen sollen kleine Auszahlungen Vertrauen schaffen. Wer vertraut, zahlt mehr ein. Im Fall Greiz lief beides gleichzeitig: Geld kam zurück, und der Mann sollte mehr einzahlen.
Die Polizei Baden-Württemberg beschreibt den typischen Ablauf. Am Anfang gibt es schnelle Gewinne. Manchmal kommt auch etwas Geld zurück. Schwierig wird es meist erst, wenn jemand sein ganzes Geld abheben will. Dann heißt es plötzlich, das Geld sei weg. Oder es werden neue Gebühren verlangt. Ob der Mann aus Greiz das erlebt hat, steht nicht in der Polizeimeldung.
Am Ende ging es um mehr als Geld
Irgendwann ging es nicht mehr nur ums Überweisen. Wie genau die Täter an Konto und Laptop kamen, schreibt die Polizei nicht. Mehrere Polizeistellen warnen aber vor sogenanntem Fernzugriff. Das heißt: Ein Fremder steuert Ihren Computer von weit weg. Er sieht dann alles, was Sie sehen. Laut Polizei Sachsen kommen Täter so an Daten und Passwörter. Manchmal spielen sie auch Schadprogramme auf den Computer. Wer Fremde an Konto oder Computer lässt, kann viel mehr verlieren als das angelegte Geld.
Auch der Personalausweis, den die Täter zuletzt wollten, ist gefährlich. Laut Verbraucherzentrale nutzen Betrüger solche Dokumente, um Kredite auf fremde Namen zu beantragen. Ob das hier geplant war, wissen wir nicht. Dass der Mann dann zur Polizei ging, war genau richtig.
Dass er nicht früher misstrauisch wurde, kann vielen passieren. Laut Polizei Rheinland-Pfalz bauen solche Täter teils über Tage und Wochen Vertrauen auf. Jeder einzelne Schritt wirkt dann klein. Erst am Ende sieht man das ganze Bild.
Daran erkennen Sie falsche Trading-Plattformen
Wer selbst im Internet nach einer Geldanlage sucht, ist nicht automatisch sicher. Laut Polizei Baden-Württemberg stößt man gerade dabei auf solche Seiten. Sie sehen oft professionell und seriös aus.
Die Polizei nennt klare Warnzeichen. Hohe Gewinne bei wenig Risiko sind ein Alarmzeichen. Vorsicht auch, wenn jemand am Telefon oder per WhatsApp Druck macht. Sollen Sie Geld auf das Konto einer Privatperson überweisen? Dann ist es laut Polizei höchstwahrscheinlich Betrug. Das gilt auch, wenn Sie Ihr Geld nur gegen Gebühren oder Steuern zurückbekommen sollen.
Prüfen Sie vorher, ob der Anbieter erlaubt ist. Dafür gibt es Behörden, die Geldanbieter kontrollieren. In Deutschland ist das die BaFin, in Österreich die FMA. Eine seriöse Firma nennt außerdem Namen, Adresse und Kontakt auf ihrer Seite. Aber Achtung: Wenn Sie keine Warnung finden, ist ein Anbieter deshalb noch nicht seriös.
Schon Geld überwiesen? Das sollten Sie jetzt tun
Warten Sie nicht. Rufen Sie sofort Ihre Bank an und lassen Sie Ihr Online-Banking sperren. Trennen Sie den betroffenen Computer vom Internet und lassen Sie ihn prüfen. Ändern Sie Ihre Passwörter, aber an einem anderen Gerät. Gehen Sie dann zur Polizei und erstatten Sie Anzeige.
Nehmen Sie alles mit, was Sie haben: Chats, Telefonnummern, Kontonummern und Überweisungen. Laut Verbraucherzentrale hilft das bei der Anzeige. Zahlen Sie nichts mehr, auch keine angeblichen Gebühren. Vorsicht, wenn sich danach jemand meldet und Ihr Geld gegen Bezahlung zurückholen will. Davor warnt die Polizei Berlin ausdrücklich. Hilfe für Österreich, Deutschland und die Schweiz finden Sie im Mimikama-Notfall-Check.
- Ist der Anbieter erlaubt?Nicht der Seite glauben. Bei BaFin oder FMA nachsehen.
- Warum schickt man mir Geld?Kleine Beträge auf dem Konto sind kein Beweis. Sie können ein Köder sein.
- Warum will jemand an meinen Computer oder Ausweis?Das ist laut Polizei ein Alarmzeichen. Lieber abbrechen und bei der Polizei nachfragen.
Quellen
- Landespolizeiinspektion Gera: Senior durch Anlagebetrug um hohen Geldbetrag gebracht, 16. September 2026
- Polizei Bremen: Cybertrading
- Polizei Baden-Württemberg: Cybertrading-Betrug
- Polizei Sachsen: Warnung vor unseriösen Geldanlagen und Cybertrading
- Polizei Brandenburg: Anlagebetrug im Internet: Cybertrading Fraud
- Polizei Rheinland-Pfalz: Cyber Trading Fraud
- Polizei Berlin: Betrügerische Angebote über Online-Handelsplattformen
- Verbraucherzentrale: So erkennen Sie unseriöse Online-Tradingplattformen
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