Weidel-Foto von der A20: echt, und trotzdem als Fälschung verbreitet

Ein Foto einer mit AfD-Fahnen bestückten Autobahnbrücke galt binnen Stunden als KI-Bild und als Montage aus dem Jahr 2025. Beides stimmt nicht – und der angebliche Beleg belegt das Gegenteil.

Die Behauptung

Das Foto einer mit AfD-Fahnen bestückten Autobahnbrücke, das Alice Weidel am 17. September 2026 auf X veröffentlicht hat, sei eine Fälschung: entweder von einer KI erzeugt oder ein manipuliertes Bild aus dem Jahr 2025, in das die Fahnen hineinretuschiert wurden.

Aufgestellt von: Community Note auf X, weiterverbreitet als Screenshot auf Facebook

Faktencheck: Falsch

Die Behauptung ist falsch. Die Aktion auf der Brücke zwischen Damerow und Rollwitz an der A20 fand am Abend des 17. September 2026 statt und ist durch ein Video belegt, das die Demonstrationsgruppe selbst veröffentlicht hat. Der als Beleg angeführte Nordkurier-Artikel von 2025 enthält kein Bild, das als Vorlage für eine Retusche in Frage käme, und beschreibt im Gegenteil eine wöchentliche Demonstrationsreihe an genau dieser Stelle. Die halbdurchsichtigen Doppelungen im Foto sind Spiegelungen in einer nassen Windschutzscheibe. Nicht geprüft haben wir, wer das Foto aufgenommen hat.

Wie werden echte Bilder gezielt falsch eingeordnet? Antworten finden Sie im Leitfaden Bild- und Kontext-Fakes.

Am Abend des 17. September 2026 stellte AfD-Chefin Alice Weidel ein Foto auf X. Darauf ist eine Autobahnbrücke zu sehen, dicht besetzt mit blauen AfD-Fahnen und Deutschlandfahnen, aufgenommen aus einem fahrenden Auto in der Dämmerung. Drei Tage vor der Landtagswahl in Mecklenburg-Vorpommern verbreitete sich der Beitrag rasant. Der Widerspruch verbreitete sich genauso rasant: KI-Bild, Fotomontage, altes Foto aus dem Jahr 2025.

Beitrag von Alice Weidel auf X mit dem Foto der beflaggten A20-Brücke, Zeitstempel 17. September 2026, 19:23 Uhr
Der Beitrag, um den es geht. Veröffentlicht am 17. September 2026 um 19:23 Uhr. Screenshot: Mimikama

Wir haben das Bild geprüft. Für eine Fälschung gibt es keinen Beleg – im Gegenteil, alles Prüfbare passt zusammen. Die Aktion auf der Brücke hat stattgefunden, und sie ist durch Videos belegt, die die Teilnehmer selbst ins Netz gestellt haben. Interessant an diesem Fall ist deshalb nicht das Foto. Interessant ist, wie schnell eine falsche Widerlegung zur Gewissheit wurde – und dass dabei auch der Name Mimikama als angebliche Quelle herhalten musste.

Der Hinweis, den nie jemand zu sehen bekam

Auf X können Nutzerinnen und Nutzer Beiträge mit einer „Community Note“ versehen. Das ist ein Hinweiskasten, den andere Nutzer schreiben und bewerten; öffentlich sichtbar wird er erst, wenn Bewertende mit unterschiedlichen Ansichten ihn für hilfreich halten. Unter dem Weidel-Beitrag behauptete so ein Hinweis, hier werde ein manipuliertes Bild aus dem Jahr 2025 verwendet, die AfD-Fahnen seien nachträglich hineinkopiert worden. Als Beleg diente ein Artikel des Nordkurier vom September 2025 über eine Demonstration an derselben Autobahn.

Community Note zum Beitrag mit dem Status „Benötigt mehr Bewertungen“ und dem Hinweis „Nicht auf X angezeigt“
Der Hinweis behauptete eine Manipulation und blieb im Status „Benötigt mehr Bewertungen“ stecken. Das Foto darunter ist echt. Screenshot: Mimikama

Genau das ist der erste Haken. Der Hinweis wurde nie öffentlich angezeigt, er steckte noch in der Bewertung fest. Verbreitet wurde er trotzdem, nämlich als Screenshot auf Facebook. Ein Hinweis, den X selbst noch nicht freigegeben hatte, galt so schon als Beweis.

Der angebliche Beleg belegt das Gegenteil

Der verlinkte Artikel beschreibt eine Demonstration bei Rollwitz am 6. September 2025. Das Weidel-Foto kommt darin nicht vor. Wir haben den Artikel und das dazugehörige Videomaterial mit dem Foto verglichen. Eine Aufnahme, die als Vorlage für eine Retusche in Frage käme, gibt es dort nicht.

Standbild aus dem Nordkurier-Video von 2025: dieselbe Brücke bei Tageslicht und blauem Himmel
So sah die Brücke im Material von September 2025 aus: Tageslicht, blauer Himmel, Quellwolken. Screenshot: Mimikama

Die Unterschiede sieht man ohne Hilfsmittel, wenn man dieses Standbild mit dem Foto weiter oben vergleicht: dort Dämmerung und bedeckter Himmel, hier Tageslicht und blauer Himmel. Dazu kommen ein anderer Kamerastandort, eine andere Entfernung und andere Fahrzeuge auf der Autobahn. Wer ein Bild nachträglich mit Fahnen bestückt, braucht aber ein gemeinsames Ausgangsbild. Genau das fehlt.

Der Artikel widerspricht der Behauptung sogar direkt. Er beschreibt eine Demonstrationsreihe, die seit Anfang 2024 fast jede Woche an dieser Stelle stattfindet, und in seinem Bildtext steht, dass die Teilnehmer dort mit Deutschland-, Friedens- und AfD-Fahnen standen. Wer diesen Artikel als Nachweis für eine Fälschung anführt, hat ihn offenbar nicht gelesen.

Was an diesem Donnerstagabend tatsächlich passierte

Die Gruppe nennt sich „Team Klockow 24“ und veröffentlicht ihre Aktionen selbst auf TikTok, durchnummeriert und mit Datum. Dort findet sich das 139. „Brückenleuchten“ vom 17. September 2026, Brücke zwischen Damerow und Rollwitz bei Pasewalk. Ein rund 80 Sekunden langes Video zeigt die Brücke an diesem Abend: Fahnenmasten an Fahrzeugen und am Geländer, Teilnehmer in Warnwesten, einen AfD-Kastenwagen und eine LED-Laufschrift.

Standbild aus dem TikTok-Video vom 17. September 2026: Brückenfahrbahn mit aufgereihten Fahnenmasten am Geländer
Ausziehbare Masten, festgeklemmt am Geländer und an den Fahrzeugen. Screenshot: Mimikama
Standbild aus dem TikTok-Video vom 17. September 2026: blauer AfD-Kastenwagen auf der Brücke
Ein AfD-Kastenwagen gehörte an diesem Abend zur Aktion. Screenshot: Mimikama

Die Zählung passt zum Nordkurier. Der beschrieb im September 2025 die 86. Aktion. Bis zum 17. September 2026 liegen rund 53 weitere wöchentliche Termine dazwischen, die Rechnung geht auf. Auch der Wochentag stimmt, denn die Gruppe trifft sich donnerstags, und der 17. September war ein Donnerstag.

Entscheidend ist aber, was im Video zu sehen ist. Die Fahnen wehen im Wind. Sie werden von Masten, Geländer und Fahrzeugen verdeckt. Und sie bewegen sich beim Vorbeifahren genau so, wie sich alles andere im Bild auch bewegt. Damit steht fest, dass die Fahnen an diesem Abend wirklich auf der Brücke hingen. Auch die Uhrzeit passt. Der Beitrag erschien um 19:23 Uhr, also mitten in der Aktion. Das passt zur Dämmerung im Bild.

Nebenbei erledigt sich damit eine zweite Behauptung. Angeblich sei das Foto rund 16 Stunden vor der Demonstration gepostet worden. Diese Rechnung beruht auf einem einzigen Screenshot. Darin hatte jemand den Beitrag zitiert, und die Zeitangabe wurde falsch gelesen. Den genauen Zeitpunkt sieht man im Beitrag selbst, ein Klick auf das Datum genügt.

Die Widerlegung und das Material
Was über das Foto behauptet wurde – und was sich davon überprüfen ließ.
Behauptet
Das Bild ist eine Fälschung.
  • Ein manipuliertes Foto aus dem Jahr 2025
  • Die AfD-Fahnen seien hineinretuschiert
  • Belegt durch einen Artikel des Nordkurier
  • Die doppelten Fahnen seien Stempelspuren
  • Gepostet 16 Stunden vor der Aktion
Überprüft
Die Aktion ist dokumentiert.
  • Video der Gruppe vom 17. September 2026
  • Fahnen an Masten, im Wind, Bewegung passt zur Fahrt
  • Im Nordkurier-Artikel gibt es kein passendes Ausgangsbild
  • Die Doppelung liegt auch auf Autos und Brückenkante
  • Zeitstempel 19:23 Uhr, während der Aktion
Nicht das Foto war der Fehler, sondern seine Widerlegung.
Grundlage: Nordkurier vom 6. September 2025, das selbst veröffentlichte Video der Demonstrationsgruppe vom 17. September 2026 und der Beitrag auf X. Stand: 18. September 2026. Mimikama

„Die Fahnen stehen viel zu ordentlich“

Wir haben das Bild in unserer Faktentraining-Gruppe auf Facebook zur Prüfung gestellt. Die Antworten sind lehrreich, weil sie fast alle typischen Fehlerquellen versammeln. Der häufigste Einwand: Die Fahnen seien zu gleichmäßig aufgereiht, die Stangen zu dünn, wer solle die überhaupt alle halten? Das Video löst das auf. Es sind ausziehbare Masten, festgeklemmt an Fahrzeugen und am Brückengeländer, in regelmäßigem Abstand. Das Bild wirkt geordnet, weil die Aktion geordnet war.

Zwei weitere Einwände drehten sich um Länge und Größe. Abwechselnd hohe und niedrige Fahnenstangen könne es nicht geben – tatsächlich stehen zwei Fahrzeugreihen auf der Brücke, eine an jeder Seite der Fahrbahn, und die hintere erscheint niedriger. Eine Teilnehmerin der Diskussion hatte das richtig erkannt. Und eine Deutschlandfahne, länger als ein Auto? Gibt es. Übergroße Fahnen an hohen Masten gehören bei dieser Gruppe zur Standardausrüstung, im eigenen Video vom 23. Juli hängt eine quer über die halbe Bildbreite.

Standbild vom 23. Juli 2026: große Vereinsfahne der Gruppe an einem hohen Mast auf der Brücke
23. Juli 2026: Die Gruppe führt selbst überlange Fahnen mit. Screenshot: Mimikama

Die doppelten Fahnen – der einzige Einwand, an dem etwas dran war

Ein Punkt war keine Einbildung. Im Bild liegen halbdurchsichtige Doppelungen, jede Fahne erscheint leicht versetzt ein zweites Mal. Für viele war das der Beweis, dass hier jemand nachträglich Fahnen hineingestempelt hat.

Zoom auf die Fahnenreihe im Weidel-Foto mit sichtbaren halbdurchsichtigen Doppelungen
Die Doppelungen, die viele für eine Retusche hielten. Screenshot: Mimikama
Starker Zoom auf Fahrzeuge und Brückenkante im Weidel-Foto, ebenfalls doppelt abgebildet
Dieselbe Doppelung liegt auf den Fahrzeugen und auf der Kante der Brücke. Screenshot: Mimikama

Nur klont niemand eine Brückenkante, um mehr Fahnen vorzutäuschen. Alles im Bild ist in dieselbe Richtung verschoben. Unten im Bild sind außerdem Wassertropfen und Schlieren zu sehen. Es sind Spiegelungen in einer nassen Windschutzscheibe, fotografiert gegen einen hellen Dämmerungshimmel. Ein verwandter Einwand betraf ein angeblich rückwärtsfahrendes Auto. Es fährt gar nichts, sämtliche Fahrzeuge auf der Brücke stehen geparkt, teils mit Warnblinker.

Wenn man die Maschine fragt

Mehrere Nutzer schickten das Bild durch KI-Detektoren, also Programme, die erkennen sollen, ob ein Bild von einer Künstlichen Intelligenz erzeugt wurde, und befragten zusätzlich Chatbots. Die Ergebnisse widersprachen einander. Ein Detektor meldete null Prozent Wahrscheinlichkeit für KI, ein zweiter stufte das Bild als echt ein, ein Chatbot erklärte es für vollständig gefälscht. Eine Suchmaschinen-Zusammenfassung lieferte sogar eine ausführliche Beschreibung der angeblichen Manipulation.

Eine Teilnehmerin erkannte, woher diese Beschreibung kam: aus genau jenen Beiträgen, die die Behauptung wenige Stunden zuvor in Umlauf gebracht hatten. Die Maschine gab zurück, was Menschen kurz davor hineingeschrieben hatten. Bei frischen Ereignissen ist das der Normalfall und keine Prüfung.

Mimikama-Club - Communitybereich fuer Steady-Unterstuetzer:innen

Dass Wahrscheinlichkeitswerte aus KI-Detektoren allein nichts beweisen, haben wir zuletzt an einem anderen Fall gezeigt: Bei einem Bild mit angeblichen AfD-Anhängern neben Friedrich Merz war tatsächlich nachgeholfen worden – nur zeigte das keine Prozentangabe, sondern eine unsichtbare Markierung, die das KI-Programm im Bild hinterlassen hatte. Die Werkzeuge liefern Hinweise, keine Urteile.

Auch die Bilderrückwärtssuche half hier nicht weiter. Mehrere Nutzer fanden keine Treffer und schlossen daraus auf eine Fälschung. Das ist ein Denkfehler. Kein Treffer heißt nur, dass die Suchmaschine das Bild noch nicht kennt. Bei einem wenige Stunden alten Foto ist genau das zu erwarten.

Ähnlich funktionierte der Satz „Das wurde 2025 schon als Fake entlarvt“. Er wurde von zahlreichen Nutzern weitergereicht, immer mit Verweis auf irgendeine andere Seite, nie mit einem Beleg. Mehrfach wurde dabei auch Mimikama als Quelle genannt. Einen solchen Faktencheck hat es bei uns nie gegeben.

Die, die recht hatten, gingen unter

Es gab sie nämlich. Mehrere Nutzer schrieben, sie seien an diesem Abend selbst unter der Brücke durchgefahren, teils mit Ortsangabe und Beschreibung. Nachprüfen lässt sich das nicht, es passt aber zum übrigen Material. Eine Teilnehmerin verwies auf das TikTok-Video, eine weitere stellte fest, dass die Anordnung der Fahnen dort mit dem Foto übereinstimmt. Eine Nutzerin suchte im Mimikama-Archiv nach dem angeblichen Faktencheck von 2025, fand nichts und schloss daraus richtig, dass das Bild echt sein könnte.

Diese Hinweise gingen im Chor der Fake-Rufe unter. Dabei betrug der Prüfaufwand wenige Minuten: die Ortsangabe im Beitrag nehmen, den TikTok-Kanal der Gruppe suchen, Nummer und Datum abgleichen.

Was sich an dieser Brücke verändert hat – und was nicht

Weil die Gruppe ihre Termine selbst dokumentiert, lassen sich einzelne Abende vergleichen. Am 23. Juli und am 10. September 2026 bestimmen Deutschlandfahnen und die Friedenstaube das Bild, Parteisymbole sind kaum zu sehen. Am 17. September stehen blaue AfD-Fahnen in der Reihe, dazu kommt der AfD-Kastenwagen.

Standbild vom 10. September 2026: Deutschlandfahnen und Friedenstaube, kleine Gruppe am Geländer
10. September 2026, eine Woche vor der Aufnahme. Screenshot: Mimikama

Daraus sollte man allerdings nicht zu viel machen. Neu ist nicht, dass bei diesen Aktionen AfD-Fahnen dabei sind – der Nordkurier hat das schon im September 2025 fotografiert und im Bildtext festgehalten. Wir haben außerdem nur die Videos gesehen, die die Gruppe selbst veröffentlicht, nicht alle 139 Termine. Belegen lässt sich deshalb nur: An den drei Abenden, die wir vergleichen konnten, unterscheidet sich das Bild deutlich. Warum das so ist, wissen wir nicht, und wir unterstellen dazu auch nichts.

Dass Funktionäre der Partei bei Brückenleuchten mitmachen, ist ebenfalls nicht neu.

Facebook-Beitrag eines AfD-Politikers vom 30. Juni 2026 über die Teilnahme an einem Brückenleuchten in Stralsund
Schon am 30. Juni 2026 berichtete ein AfD-Politiker öffentlich von seiner Teilnahme an einem Brückenleuchten in Stralsund. Screenshot: Mimikama
Eine Brücke, jeden Donnerstag
Die dokumentierten Termine, soweit sie sich belegen lassen.
Anfang 2024
Aus den Bauernprotesten entsteht eine wöchentliche Demonstrationsreihe an Autobahnbrücken. Später steht die Gruppe fast immer zwischen Damerow und Rollwitz.
6. September 2025 · 86. Aktion
Der Nordkurier berichtet über die Reihe. Im Bildtext: Deutschland-, Friedens- und AfD-Fahnen. Genau dieser Artikel wird ein Jahr später als angeblicher Beleg für eine Fälschung zitiert.
23. Juli und 10. September 2026 · 130. und 138. Aktion
In den eigenen Videos der Gruppe bestimmen Deutschlandfahnen und die Friedenstaube das Bild.
17. September 2026 · 139. Aktion
Blaue Parteifahnen, ein AfD-Kastenwagen, eine LED-Laufschrift. Um 19:23 Uhr erscheint das Foto der Brücke auf X.
20. September 2026
Landtagswahl in Mecklenburg-Vorpommern.
Grundlage sind der Nordkurier-Bericht vom 6. September 2025 und die von der Gruppe selbst veröffentlichten Videos. Wir konnten nicht jeden Termin sehen, sondern nur die veröffentlichten. Stand: 18. September 2026. Mimikama

Was offen bleibt

Nicht geprüft haben wir, wer das Foto aufgenommen hat und ob die Durchfahrt so stattfand, wie sie im Beitrag geschildert wird. Das ist eine Erzählung, keine überprüfte Tatsache. Offen ist außerdem, ob für den 17. September eine Versammlung an dieser Brücke angemeldet war. Wir haben am 18. September beim Landkreis Vorpommern-Greifswald und bei der Pressestelle des Polizeipräsidiums Neubrandenburg angefragt. Bis zur Veröffentlichung lag keine Antwort vor. Wir ergänzen sie, sobald sie da ist.

Davon unberührt bleibt die Frage, ob solche Fahnenkonstruktionen an Autobahnbrücken erlaubt sind und ob sie Autofahrer ablenken. Dazu gibt es Debatten, Auflagen und Gerichtsentscheidungen. Für die Frage, ob dieses Foto echt ist, spielt das keine Rolle.

Warum eine falsche Enttarnung der Gegenseite nützt

Hier wurde ein echtes Bild für eine Fälschung erklärt. Der angeführte Beleg sagte das Gegenteil, der Hinweis war nie öffentlich zu sehen, und die Behauptung wurde trotzdem von sehr vielen Menschen weitergereicht. Jeder Einzelne dachte vermutlich, irgendjemand vor ihm werde das schon geprüft haben.

Wer Desinformation ernst nimmt, kann sich das nicht leisten. Eine falsche Enttarnung nützt am Ende genau jener Seite, die man treffen wollte, denn sie liefert den Beweis, dass die Kritiker ungeprüft „Fake“ rufen. Und wer ein Bild als Fälschung entlarvt, hat damit ohnehin noch nichts darüber gesagt, was darauf zu sehen ist. Das ist eine andere Debatte, und sie lässt sich nur führen, wenn die Grundlage stimmt.

Damit es nicht missverstanden wird: „Echt“ heißt hier, dass die Szene so stattgefunden hat. Über die politische Aussage des Beitrags sagt dieses Ergebnis nichts. Ein Faktencheck prüft, ob etwas passiert ist, nicht, ob es gut war.

Zum Mitnehmen
Drei Fragen, wenn jemand „Fake“ ruft
  • Gibt es einen Beleg oder nur einen Verweis?„Das wurde längst entlarvt“ ist kein Nachweis. Ein Link auf die Prüfung wäre einer.
  • Steht in der Quelle wirklich das, was behauptet wird?Hier belegte der zitierte Artikel das Gegenteil. Ein Klick hätte gereicht.
  • Wer war dabei?Veranstalter, Teilnehmer und lokale Medien posten meistens selbst. Dort nachsehen, bevor man die KI fragt.
Geprüft wurde ein Foto einer Demonstration an der A20 bei Pasewalk vom 17. September 2026. Stand: 18. September 2026. Mimikama

Quellen


Hinweis: Stand zum Veröffentlichungsdatum.
Verwendete Bilder, Screenshots und Medien dienen ausschließlich der sachlichen Auseinandersetzung im Sinne des Zitatrechts (§ 51 UrhG).
Teile dieses Beitrags können KI-gestützt erstellt und redaktionell geprüft worden sein.
(Mehr zur Arbeitsweise) Welche Quellen wir verwenden und was für uns kein Beleg ist, steht auf unserer Quellenseite.