Unter Beiträgen angeblicher Lokalmedien, Bürgerinitiativen und religiöser Gruppen erschienen passende zustimmende Kommentare. Viele wirkten wie einzelne persönliche Reaktionen. Meta berichtete im September 2026, dass eine aus Israel betriebene Infrastruktur diese Kommentare automatisiert mit KI erzeugte.
Meta entfernte 215 Facebook-Konten, vier Seiten und 1.044 Instagram-Konten wegen koordinierten unauthentischen Verhaltens. Etwa 32.500 Konten folgten mindestens einer Facebook-Seite, rund 248.000 mindestens einem zugehörigen Instagram-Konto. Diese Zahlen können Doppelzählungen und unechte Follower enthalten.
Die Betreiber nannten ihr System laut Meta „Mother-Child“. Hauptkonten veröffentlichten die Botschaften. Automatisierte Nebenkonten wählten dazu passende Inhalte aus und erzeugten über eine KI-Schnittstelle Kommentare. So sollte Aktivität entstehen und die weitere Verbreitung wahrscheinlicher werden.
Das Netzwerk arbeitete für unterschiedliche politische und religiöse Zielgruppen. Vor den französischen Kommunalwahlen richtete es Marken ein, die Kandidat:innen angriffen und vor einer angeblichen „Islamisierung“ Frankreichs warnten. Weitere Ziele lagen unter anderem in Großbritannien, Australien, Iran, mehreren afrikanischen Staaten und den USA.
Meta fand Verbindungen zu Personen in Israel und bewertet das Netzwerk als kommerzielles Angebot für wechselnde Auftraggeber. Wer die einzelnen Kampagnen bestellte, ist offen; außerdem lässt sich Metas Zuordnung von außen nur eingeschränkt überprüfen.
Ein einzelner KI-Kommentar kann sprachlich plausibel und sachlich unauffällig sein. Die Manipulation wird oft erst sichtbar, wenn viele Konten gleichzeitig dieselben Rollen übernehmen. Nicht der Wortlaut verrät dann das Netzwerk, sondern Zeitpunkt, Kontoverhalten und wiederkehrende Verbindungen.
Quellen
- Meta Threat Research: Israel-Based Influence Operation, 09.2026
- Meta: H2 2026 Adversarial Threat Report, 09.2026
- Times of Israel: Israeli firms among those experimenting with AI-powered social media bots, 21.09.2026
- Ynet: Bericht und Stellungnahme des beteiligten Unternehmens, 18.09.2026
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