Eine Nachricht in einem sozialen Netzwerk verspricht schnelles, einfaches Geld. Dafür sollen Jugendliche Pakete annehmen, Elektronik abholen oder Geld weiterüberweisen. Die Kantonspolizei Freiburg warnt am 22. September 2026 vor einem laufenden Fall mit 77 Beschuldigten – fast die Hälfte ist minderjährig.
Für die betrügerischen Bestellungen wurden laut Polizei Bankdaten verwendet, die zuvor bei Cyberangriffen gestohlen worden waren. Die angeworbenen Jugendlichen nahmen Pakete an, holten Elektronik in Geschäften ab, verkauften Waren weiter oder überwiesen Geld im Auftrag anderer. Dadurch drohen Strafverfahren wegen Hehlerei oder Geldwäsche.
Die Kantonspolizei Freiburg zählt 124 betrügerische Bestellungen und einen Schaden von mehr als 100.000 Franken. Betroffen waren 187 kompromittierte Kreditkarten, von denen 118 zugeordnet werden konnten. 68 Personen wurden bereits angezeigt, bei 24 kam es zu Anhaltungen und Hausdurchsuchungen. Drei mutmaßliche Hauptverantwortliche wurden festgenommen.
Zwei Minderjährige sollen das Geschäftsmodell kopiert haben. Nach Angaben der Polizei warben sie selbst weitere Jugendliche an oder führten eigene Bestellungen durch. Über welche sozialen Netzwerke und mit welchen Formulierungen die Anwerbung lief, ist noch offen.
Der Fall macht ein wiederkehrendes Muster sichtbar: Kriminelle zerlegen einen Betrug in scheinbar harmlose Aufgaben. Wer nur ein Paket annimmt oder eine Überweisung weiterleitet, sieht oft nicht das ganze Netzwerk – kann aber trotzdem Teil davon werden. Unerklärliches Geld, neue Elektronik oder fremde Pakete sind deshalb konkrete Warnsignale für Eltern.
Quellen
- Kantonspolizei Freiburg: Betrügerische Online-Bestellungen: 77 Personen identifiziert und über CHF 100.000 Schaden, 22.09.2026
- SWI swissinfo / Keystone-SDA: Freiburger Polizei entlarvt großen Online-Betrugsring, 22.09.2026
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