Auf TikTok läuft nach der Berliner Wahl ein Video von der Wahlparty der Linken. Spitzenkandidatin Elif Eralp ruft auf der Bühne „Hoch die internationale Solidarität“, danach ist eine Frauenstimme mit „Free Palestine“ zu hören. Ein Vergleich mit anderen Aufnahmen zeigt: Dieser Ruf wurde nachträglich ergänzt.
Für den am 28. September 2026 bei GADMO veröffentlichten Faktencheck verglich die dpa mehrere Aufnahmen desselben Moments. In den anderen Mitschnitten ist der Ruf nicht zu hören. Auch das eigene Videomaterial der dpa enthält ihn nicht.
Das Bildmaterial, der Ort und die beteiligten Personen sind echt. Verändert wurde laut Faktencheck nur ein einzelnes Audioelement. Wer die manipulierte Fassung erstellt und zuerst veröffentlicht hat, geht aus der Veröffentlichung nicht hervor.
Bei politisch brisanten Kurzvideos sind deshalb weitere Aufnahmen desselben Moments besonders hilfreich. Stimmen Bild und Situation überein, taucht ein auffälliger Satz aber nur in einer Version auf, kommt es auf den Vergleich der Tonspuren an.
Solche Eingriffe benötigen kein vollständig erfundenes Video. Ein kurzer eingefügter Ruf kann bereits verändern, wie ein echtes Ereignis verstanden wird. Gerade der authentische Bildanteil macht die Manipulation glaubwürdig – und zeigt, warum echte Bilder allein noch keinen echten Ton garantieren.
Quellen
- GADMO / dpa: Video von Linken-Wahlparty wurde nachträglich verändert, 28. September 2026
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