KI erzeugt eine Welle spektakulärer Walvideos auf Social Media

Wale tauchen neben Schiffen auf oder springen vor laufender Kamera aus dem Meer. Lead Stories hat mehrere solcher Clips als KI-Inhalte erkannt – einzelne Bildfehler sind aber nicht das wichtigste Prüfmerkmal.

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KURZMELDUNG · INTERNATIONAL

Ein riesiger Wal taucht nachts zwischen zwei Schiffen auf und verschwindet wieder im Meer. Der Clip läuft seit 30. September 2026 auf X, nennt aber weder Ort noch Schiffe. Lead Stories hat mehrere solcher Videos geprüft: Hinter den spektakulären Begegnungen steckt häufig generative KI.

Die Videos wirken wie zufällige Aufnahmen von Bord. Haut, Narben, Seepocken, Wellen und Schiffe sehen teils sehr realistisch aus. Beim Instagram-Konto „deepblueescapes“ weist eine Kennzeichnung darauf hin, dass Inhalte mit KI erstellt worden sein könnten. Wird ein Clip heruntergeladen und neu veröffentlicht, kann dieser Hinweis verloren gehen.

Beim Prüfen sind einzelne Bildfehler kein sicherer Beleg. Auch echte Videos können durch Bewegung, Dunkelheit oder starke Kompression seltsam aussehen. Aussagekräftiger ist das Konto: Veröffentlicht es in kurzer Zeit Dutzende spektakuläre Tierbegegnungen, wiederholt sich derselbe Aufbau oder nennt das Profil selbst KI als Quelle, spricht das für künstlich erzeugte Inhalte.

Ebenso wichtig ist der Kontext. Bei einer außergewöhnlichen Begegnung sollten Ort, Schiff und Zeitpunkt nachvollziehbar sein. Oft gäbe es weitere Aufnahmen oder Berichte lokaler Whale-Watching-Anbieter, Häfen oder Nachrichtenmedien. Nicht jedes spektakuläre Walvideo ist künstlich – echte nahe Begegnungen gibt es ebenfalls.

Solche massenhaft produzierten KI-Inhalte werden häufig „AI Slop“ genannt. Sie sollen mit emotionalen Motiven Reichweite erzeugen und lassen sich schnell in neuen Varianten herstellen. Wie stark diese konkrete Welle den deutschsprachigen Raum erreicht hat, ist offen. Das Muster reicht aber über Tierclips hinaus: Wer nur auf realistische Bilder vertraut, kann auch künstliche Aufnahmen von Katastrophen oder politischen Ereignissen leichter für Dokumente der Wirklichkeit halten.

Quellen

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