Phishing verursacht in Österreich 19 Millionen Euro Schaden in neun Monaten

Das Bundeskriminalamt registrierte von Jänner bis September 2026 rund 5.000 Phishing-Fälle. Der gemeldete Schaden liegt bereits bei etwa 19 Millionen Euro.

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Auf dem Handy erscheint eine Nachricht: Das ID-Austria-Zertifikat laufe aus und müsse über einen Link verlängert werden. Zum Start der Initiative „10 Tage gegen Phishing“ am 9. Oktober 2026 nennt das Innenministerium neue Zahlen: Von Jänner bis September registrierte die Polizei rund 5.000 Phishing-Fälle mit etwa 19 Millionen Euro Schaden.

Die gefälschten Nachrichten über angeblich auslaufende ID-Austria-Zertifikate kursierten im Frühjahr 2026. Laut Bundesministerium für Inneres wurden dabei rund 100 Menschen geschädigt. Der Verlust beträgt knapp 500.000 Euro. Die Zahl bedeutet nicht, dass schon das Öffnen einer Nachricht Geld kostete: Die Links führten auf betrügerische Seiten, die persönliche Informationen oder Zugangsdaten abfragten.

Für das gesamte Jahr 2025 verzeichnete das Bundeskriminalamt rund 7.000 Phishing-Fälle und etwa 22 Millionen Euro Schaden. Ein direkter Vergleich wäre irreführend, weil die Bilanz für 2026 nur die Monate Jänner bis September umfasst.

Die Oesterreichische Nationalbank betrachtet einen breiteren Bereich. OeNB-Gouverneur Martin Kocher zufolge war 2025 etwa eine von 16.000 Zahlungen von Betrug betroffen. Der Schaden betrug insgesamt rund 115 Millionen Euro. Darin stecken auch Überweisungen, die Kontoinhaber technisch korrekt freigaben, nachdem Kriminelle sie getäuscht hatten.

An der dritten Auflage von „10 Tage gegen Phishing“ beteiligen sich rund 60 Organisationen, darunter das Bundeskriminalamt, die Oesterreichische Nationalbank und österreichische Banken. Die begleitende Kampagne „Phishen Impossible“ soll laut Innenministerium bisher rund 30 Millionen Videoaufrufe erreicht haben. Eine Übernahme unter der Schirmherrschaft der Deutschen Bundesbank und des deutschen Bundesministeriums der Finanzen ist angekündigt; Einzelheiten zur Umsetzung in Deutschland konnten wir anhand des Materials nicht prüfen.

Die Bilanz umfasst nur Fälle, die der Polizei bekannt wurden; zur Dunkelziffer nennt das Innenministerium keinen Wert. Der Fall ID Austria zeigt zugleich das wiederkehrende Muster: Eine Nachricht erzeugt Zeitdruck und führt auf eine gefälschte Seite. Gestohlene Informationen können danach weitere, glaubwürdigere Täuschungen per Telefon oder Nachricht ermöglichen.

Quellen

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