Trump behauptet, Solarmodule braten Tiere

Bei einem Wahlkampfauftritt am 27. Oktober 2026 in Lubbock, Texas, behauptete Donald Trump, Tiere würden auf Solarmodulen gebraten. Was die Belege tatsächlich zeigen.

Die Behauptung

Donald Trump behauptete am 27. Oktober 2026, große Solaranlagen töteten alle Tiere. Tiere würden auf die schwarzen Module springen und wegen deren Hitze gebraten werden.

Aufgestellt von: https://rollcall.com/factbase/trump/transcript/donald-trump-speech-midterm-political-rally-lubbock-texas-october-27-2026/

Falsch

Falsch. Die pauschale Behauptung widerspricht Feldbeobachtungen. Für das geschilderte Braten von Tieren auf Photovoltaikmodulen fehlt ein Beleg. Reale Vogelschäden durch gebündeltes Sonnenlicht an Solartürmen betreffen eine andere Technik; auch Photovoltaikanlagen können Tiere etwa durch Kollisionen gefährden.

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Donald Trump behauptete am 27. Oktober 2026 bei einem Wahlkampfauftritt im Lubbock Memorial Civic Center in Texas, Tiere würden auf schwarze Solarmodule springen und dort gebraten werden. Er verglich die Hitze der Module mit einem Herd. Die dokumentierten Fälle angesengter Vögel betreffen jedoch gebündeltes Sonnenlicht an Solartürmen – gewöhnliche Photovoltaikmodule arbeiten ohne diese Lichtbündelung.

Was Trump in Lubbock tatsächlich sagte

Wir haben das Redetranskript der Rede direkt geprüft. Trump nimmt darin manche Solaranlagen aus und richtet seinen Vorwurf gegen große Anlagen. Im selben Absatz stehen diese drei entscheidenden Wortlautstellen:

Englischer OriginalwortlautDeutsche Übersetzung
„kill all the animals“„alle Tiere töten“
„the animals jump on them and they fry“„die Tiere springen darauf und werden gebraten“
„they’re hotter than your stove“„sie sind heißer als euer Herd“

Die letzte Aussage bezieht sich auf die zuvor erwähnten schwarzen Module. Eine konkrete Temperatur nennt Trump nicht: Er bricht die begonnene Zahlenangabe ab und wechselt zum Herdvergleich. Ob er dabei eine bestimmte Anlage oder Technik im Sinn hatte, geht aus der Passage nicht hervor.

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Mehr Informationen
Vollständige Rede vom 27. Oktober 2026; die gesuchte Passage beginnt bei 1:00:26. Der Player startet an dieser Stelle. Diesen YouTube-Player bindet KCBD im Bericht zum Auftritt ein. Video auf YouTube öffnen.

Heiße Module sind kein Beleg für Trumps Behauptung

Nach der technischen Beschreibung des US-Energieministeriums wandeln Photovoltaikzellen Sonnenlicht direkt in elektrische Energie um. Dafür wird das Licht nicht mit einem Spiegelfeld auf einen Turm gebündelt. Die Module können sich trotzdem deutlich erwärmen. Das Forschungszentrum der Europäischen Kommission erklärt, dass ihre Temperatur bei Sonnenschein über die Lufttemperatur steigt und auch von Wind und Montage abhängt. Daraus folgt aber noch kein Nachweis, dass Tiere beim Aufspringen regelmäßig tödlich verbrannt werden. Für dieses geschilderte Verhalten und seine angeblichen Folgen liefern die geprüften Untersuchungen keinen Beleg.

Auch die pauschale Behauptung, große Solaranlagen töteten alle Tiere, widerspricht beobachteten Lebensräumen. Ein Forschungsteam untersuchte von 2018 bis 2022 bepflanzte Versuchsflächen in zwei Photovoltaikparks in Minnesota. Laut der Originalstudie in Environmental Research Letters verdreifachte sich dort die erfasste Insektenhäufigkeit im Untersuchungszeitraum. Die Flächen waren gezielt mit zusätzlichen Pflanzenarten aufgewertet und anders gepflegt worden als das übrige Gelände. Das Ergebnis lässt sich daher weder auf jeden Solarpark übertragen noch allein den Modulen zuschreiben. Es zeigt aber, dass solche Anlagen mit lebenden und zunehmenden Tierbeständen vereinbar sind.

Die tatsächlichen Risiken für Vögel

Bei konzentrierender Solarthermie, kurz CSP, reflektieren Spiegel Sonnenlicht auf einen Empfänger. Wie das US-Energieministerium erläutert, wird die dabei erzeugte Wärme zur Stromproduktion genutzt. Bei Solarturmanlagen sitzt der Empfänger oben auf einem Turm. Ein gemeinsamer Fachbericht mehrerer US-Behörden dokumentiert Vogeltodesfälle durch diese konzentrierte Strahlung, darunter am Solarturmkomplex Ivanpah. Diesen Mechanismus gibt es bei gewöhnlicher Photovoltaik nicht. Die Gefahr entsteht im gebündelten Licht, nicht durch einen Sprung auf eine heiße Moduloberfläche.

Photovoltaik ist deshalb keineswegs frei von Risiken für Tiere. Eine 2020 in PLOS ONE veröffentlichte Untersuchung wertete Vogelfunde an zehn Anlagen in Kalifornien und Nevada aus. Wenn sich eine mutmaßliche Todesursache bestimmen ließ, waren Zusammenstöße mit Modulen oder anderen Anlagenteilen die häufigste. Bei rund 61 Prozent der vollständig erhaltenen Kadaver blieb die Ursache unklar. Die Studie wurde von Unternehmen der Solarbranche finanziert; ihre Ergebnisse sind zudem räumlich begrenzt. Für die Beurteilung einer Anlage zählen somit die verwendete Technik und der konkrete Standort. Weder rechtfertigen die Befunde Trumps pauschale Behauptung noch eine pauschale Entwarnung für sämtliche Solarprojekte.

Quellen

MEDIUM
KCBD / KBTX – Bobby Benally
19. Oktober 2026, aktualisiert am 27. Oktober 2026
BEHÖRDE
Multiagency Avian-Solar Collaborative Working Group
November 2016
WISSENSCHAFT
Europäische Kommission / Joint Research Centre
Ohne Datumsangabe
BEHÖRDE
U.S. Department of Energy
Ohne Datumsangabe
BEHÖRDE
U.S. Department of Energy
Ohne Datumsangabe

MIMIKAMA · FAKTENCHECK

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