Die Behauptung
Das FBI habe am Abend des 2. November 2026 in einem Lager in Houston mehr als 20.000 gefälschte Stimmzettel gefunden, alle ausgefüllt für demokratische Kandidaten.
Aufgestellt von: Jonathan Gregory: Beiträge vom 3. November 2026 auf Facebook und X; Prüfung anhand der bereitgestellten Screenshots. Der verlinkte Archivpost war in dieser Recherche nicht vollständig auswertbar.
Falsch
Falsch. Das FBI dementierte den behaupteten Einsatz gegenüber mehreren Redaktionen. Das verbreitete Fahrzeugfoto zeigt eine ältere Durchsuchung in Georgia. Auch die weiteren Bilder belegen den behaupteten Stimmzettelfund in Houston nicht.
Zu den US-Zwischenwahlen (Midterms) vom 3. November 2026 wird ein angeblicher FBI-Fund gefälschter Stimmzettel verbreitet. Das Foto mit FBI-Fahrzeug und Absperrband zeigt jedoch einen älteren Einsatz in Georgia vom Jänner 2026, wie unser Vergleich mit der beim Georgia Recorder veröffentlichten Aufnahme zeigt. Auch die behauptete Razzia in Houston hat das FBI ausdrücklich dementiert, wie mehrere Redaktionen dokumentieren.
Der überprüfte Beitrag des Accounts Jonathan Gregory trägt das Datum 3. November 2026. Darin wird behauptet, das FBI habe am Vorabend in einem Lager in Houston mehr als 20.000 gefälschte Stimmzettel entdeckt, die alle für demokratische Kandidaten ausgefüllt gewesen seien. Der Text bezeichnet das als organisierten Wahlbetrug und zeigt dazu drei Fotos. Eine überprüfbare Behördenquelle für den angeblichen Fund nennt der Beitrag nicht.
Das FBI-Foto stammt aus Georgia
Die Aufnahme des schwarzen FBI-Fahrzeugs ist unter anderem in einem Artikel des Georgia Recorder vom 2. Juli 2026 zu finden. Fahrzeug, Verlauf des gelben Absperrbands und Schatten auf der Gebäudefassade stimmen mit dem Bild im überprüften Beitrag überein. Auf dem Fahrzeug steht zudem deutlich „FBI Atlanta“. Die Bildunterschrift nennt den Fotografen Ross Williams und ordnet die Aufnahme einem Einsatz im Jänner in Union City im US-Bundesstaat Georgia zu.
Den damaligen Vorgang beschreibt der Georgia Recorder in seinem Bericht vom 28. Jänner 2026: Das FBI durchsuchte das Wahlzentrum von Fulton County, um Unterlagen der Präsidentschaftswahl 2020 zu beschlagnahmen. Das erklärt den Zusammenhang des Fotos mit Wahlunterlagen. Es dokumentiert keinen Fund gefälschter Stimmzettel für die Zwischenwahlen 2026 in Houston.
Das Foto des orangefarbenen Lagergebäudes lässt sich ebenfalls zuordnen. Wir haben es mit dem Bild auf der Anbieterseite von Public Storage für 9710 Plainfield Road in Houston verglichen. Eingangstor, Gebäudeecke und Wolken stimmen überein. Es handelt sich um ein Werbebild für vermietbare Lagerflächen. Ein Foto dieses Gebäudes belegt weder einen Polizeieinsatz noch einen Stimmzettelfund.
Auf dem dritten Foto liegen violett-weiße Briefwahlumschläge in einem Behälter. Die bei Lead Stories größer dokumentierte Aufnahme zeigt die Aufschrift „City and County of San Francisco – Department of Elections“. Die Umschläge sind damit der Wahlbehörde von San Francisco in Kalifornien zugeordnet. Aus dem Bild lässt sich weder ablesen, für welche Kandidaten abgestimmt wurde, noch dass die Unterlagen gefälscht wären.
Das FBI dementiert den behaupteten Einsatz
Lead Stories veröffentlicht in seinem Faktencheck eine Stellungnahme der nationalen FBI-Pressestelle, die der Redaktion am 3. November 2026 per E-Mail übermittelt wurde. Darin erklärt das FBI, die Behauptung über eine Razzia mit gefundenen gefälschten Stimmzetteln am 2. November in Houston sei falsch; ein entsprechender Einsatz im Zusammenhang mit der Wahl habe nicht stattgefunden.
PolitiFact dokumentiert ebenfalls eine Bestätigung der nationalen FBI-Pressestelle, wonach die Beiträge falsch seien und kein solcher Einsatz stattgefunden habe. Auch Teneshia Hudspeth, die zuständige Verwaltungsbeamtin von Harris County, bezeichnete die kursierende Information gegenüber PolitiFact als falsch. Diese Behördenauskünfte sind über die genannten Redaktionen belegt; eine eigene Antwort des FBI an Mimikama liegt uns nicht vor.
Quellen
Hinweis: Stand zum Veröffentlichungsdatum.
Verwendete Bilder, Screenshots und Medien dienen ausschließlich der sachlichen Auseinandersetzung im Sinne des Zitatrechts (§ 51 UrhG).
Teile dieses Beitrags können KI-gestützt erstellt und redaktionell geprüft worden sein.
(Mehr zur Arbeitsweise) Welche Quellen wir verwenden und was für uns kein Beleg ist, steht auf unserer Quellenseite.

