Die Behauptung
Friedrich Merz habe den Nord-Stream-Prozess für sinnlos erklärt, weil die Deutschen der Ukraine verziehen hätten. Er könne das im Namen jedes Deutschen erklären.
Aufgestellt von: Soziale Medien; unter anderem @RealProstoSerge auf X, Beitrag vom 17. Oktober 2026
Falsch
Falsch. Eine Regierungssprecherin hat die zugeschriebenen Aussagen gegenüber dpa ausdrücklich als frei erfunden zurückgewiesen. Wer das Zitat ursprünglich erfunden hat, bleibt ungeklärt.
Eine Regierungssprecherin hat der Deutschen Presse-Agentur mitgeteilt, dass die Friedrich Merz zugeschriebenen Aussagen frei erfunden seien. Das dokumentiert der dpa-Faktencheck vom 27. Oktober 2026, der am 29. Oktober auch bei GADMO erschienen ist. Die Auskunft wurde von dpa eingeholt; eine eigene Anfrage von Mimikama liegt nicht vor.
Was sich über die Verbreitung nachprüfen lässt
Der russischsprachige X-Account @RealProstoSerge verbreitete die Behauptung laut dpa am 17. Oktober. Eine gespiegelte Fassung dieses konkreten Posts ist lesbar und zeigt dasselbe Datum. Darin werden Merz sinngemäß alle drei Aussagen zugeschrieben: Die Deutschen hätten der Ukraine die Nord-Stream-Sprengung verziehen, er könne für jeden Deutschen sprechen und das Verfahren sei deshalb sinnlos. Eine nachprüfbare Aufnahme oder ein benanntes Interview als Beleg enthält der Post nicht.
Das von dpa verlinkte Archiv eines Facebook-Beitrags ließ sich bei unserer Prüfung nur mit seinen Metadaten öffnen. Sie dokumentieren die Sicherung am 27. Oktober, ermöglichen aber keine vollständige Kontrolle des Beitragsinhalts. Der X-Post belegt einen Verbreitungsweg; ob sein Verfasser das Zitat selbst erfunden hat, lässt sich daraus nicht ableiten. Auch dpa bezeichnet den tatsächlichen Ursprung als ungeklärt.
Dieser Faktencheck betrifft ausschließlich die angebliche Äußerung des Kanzlers. Er beantwortet weder die Frage nach der Täterschaft beim Anschlag noch die nach der Schuld des Angeklagten. Die davon getrennte Debatte über die rechtliche Bewertung der Pipelines behandelt unser früherer Beitrag zum Nord-Stream-Prozess.
Quellen
Hinweis: Stand zum Veröffentlichungsdatum.
Verwendete Bilder, Screenshots und Medien dienen ausschließlich der sachlichen Auseinandersetzung im Sinne des Zitatrechts (§ 51 UrhG).
Teile dieses Beitrags können KI-gestützt erstellt und redaktionell geprüft worden sein.
(Mehr zur Arbeitsweise) Welche Quellen wir verwenden und was für uns kein Beleg ist, steht auf unserer Quellenseite.

