Die Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen berichtet: Wer auf dem Amazon Marketplace einkauft, sollte genau hinsehen. Abzocker schleusen unseriöse Super-Schnäppchen in seriösen Shops ein und locken in eine Überweisungsfalle.

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Waschmaschinen zum halben Preis im Amazon-Shop eines Autohändlers? Das klingt verwirrend. Und noch verwirrender ist eine E-Mail-Adresse in der Beschreibung zum Zustand des Produkts, über die ein Kaufinteressent unbedingt vor der Bestellung Kontakt zum Verkäufer aufnehmen soll. Bei Amazon wurden die Shops seriöser Händler von Betrügern gekapert, die so versuchen, ans Geld der Kunden zu kommen, ohne Ware zu liefern.

Wir haben eine E-Mail an eine angegebene Adresse geschickt und uns als Kauf­interessent ausgegeben. Es kam tatsächlich eine Antwort per Mail. In gebrochenem Deutsch forderten die angeblichen Verkäufer zunächst unseren Namen und eine Anschrift. Diese Daten übertrugen sie dann in eine falsche Amazon- „Bestell­bestätigung“. Darin stand obendrein die Aufforderung, den Kaufpreis als ungeschützte Vorkasse-Überweisung nach Polen zu senden.

Normalerweise ist der Kunde bei Einkäufen auf dem Amazon Marketplace durch den Versandriesen abgesichert.

Die Sicherheit erlischt aber in diesem Fall, weil die Bezahlung nicht über das Amazon-System erfolgt. Deshalb sollte so einer Zahlungsaufforderung auch niemand nachkommen. Ein noch so guter Preis sollte kein Argument sein, sich auf gefährliche Einkaufspfade locken zu lassen.

Amazon und sein System haben es hier mit der cleveren Verfeinerung einer Abzocke zu tun, die der Kundschaft schon länger zusetzt. Bereits vor zwei Jahren hatten wir gewarnt, dass immer wieder „Neue Verkäufer“ tausende Billigangebote namhafter Technikprodukte in den Marketplace einschleusen. Wie gelingt es den Betrügern jetzt, die Shops zu kapern? Offensichtlich sind es Verkaufsseminare, die Shop-Betreibern angeboten werden. Allerdings ist der Anbieter nicht Amazon – die Betrüger missbrauchen den Namen des Online-Händlers. Amazon selbst stellt kostenlose Videos und Tutorials im Internet für Händler zur Verfügung.

Zwar bemüht sich Amazon, regelmäßig solche unseriösen Geschäfte zu canceln und aus den Ergebnislisten der Suche zu löschen. Doch das ist es eine Sisyphos-Arbeit. Die fleißigen Ganoven stören die Löschungen offensichtlich nicht. Dabei hatte Amazon vor zwei Jahren versprochen: „Wir haben Maßnahmen ergriffen, dass es zu keinen weiteren Unregelmäßigkeiten kommt.“

Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen


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