Am 21. Mai 2024 haben die EU-Mitgliedstaaten in Brüssel einstimmig den AI Act verabschiedet, ein wegweisendes Gesetz zur Regulierung von Künstlicher Intelligenz (KI). Ziel des AI Act ist es, KI-Systeme nach ihrem Risikograd zu kategorisieren und entsprechende Regulierungsmaßnahmen zu ergreifen. Ein zentrales Element des Gesetzes ist die Kennzeichnungspflicht für KI-generierte Inhalte, die sicherstellen soll, dass Nutzerinnen und Nutzer erkennen können, ob Texte, Bilder oder Videos von einer KI erstellt wurden.

Was ist der AI Act und warum ist er wichtig?

Der AI Act soll weltweit als Vorbild für die Regulierung von Künstlicher Intelligenz dienen. Das Gesetz wurde entwickelt, um den Einsatz von KI-Systemen sicherer und transparenter zu machen. Es teilt KI-Anwendungen in verschiedene Risikokategorien ein, die jeweils unterschiedlichen Regulierungen unterliegen. Anwendungen mit hohem Risiko, wie z.B. KI-Systeme zur biometrischen Kategorisierung, werden strenger kontrolliert, während niedrigere Risikokategorien weniger restriktiven Regelungen unterliegen.

Kennzeichnungspflicht für KI-generierte Inhalte

Ein besonders wichtiger Aspekt des AI Act ist die Kennzeichnungspflicht für KI-generierte Inhalte. Das bedeutet, dass alle von KI generierten Texte, Bilder und Videos klar als solche gekennzeichnet werden müssen. Claudia Plakolm, Staatssekretärin für Digitalisierung in Österreich, betonte die Bedeutung dieser Maßnahme vor allem für junge Menschen, die oft mit einer Flut von KI-generierten Inhalten konfrontiert sind. Solche Inhalte, vor allem von nicht existierenden Influencern, können das Selbstbild und das Schönheitsempfinden stark beeinflussen.

Konsequenzen für den Wirtschaftsstandort Österreich

Plakolm sieht in der Regulierung von KI auch eine Chance für den Wirtschaftsstandort Österreich. Sie betonte, dass Österreich sowohl in der Anwendungsforschung als auch in der Grundlagenforschung gut aufgestellt sei. Eine klare Regulierung und Kennzeichnungspflicht biete nicht nur Schutz, sondern könne auch Innovation und Vertrauen in KI-Technologien fördern.

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Einschränkungen und Ausnahmen

Das AI-Gesetz verbietet bestimmte Anwendungen wie die biometrische Kategorisierung anhand sensibler Merkmale und das ungezielte Auslesen von Gesichtsbildern aus dem Internet oder von Überwachungskameras. Sicherheitsbehörden sind von diesen Verboten teilweise ausgenommen, was laut Plakolm einen Balanceakt zwischen Sicherheit und Freiheit erfordert.

Fragen und Antworten zum AI Act

Was ist das Hauptziel des AI Act?
Ziel des AI Act ist es, KI-Systeme sicherer und transparenter zu machen. Durch die Kategorisierung von KI-Anwendungen in verschiedene Risikostufen und die Umsetzung entsprechender Regulierungsmaßnahmen soll ein verantwortungsvoller Umgang mit KI-Technologien gefördert werden.

Warum ist eine Kennzeichnungspflicht für KI-generierte Inhalte wichtig?
Die Kennzeichnungspflicht soll Transparenz schaffen und den Nutzern helfen, KI-generierte Inhalte von menschlichen Inhalten zu unterscheiden. Dies ist besonders wichtig, um die Verbreitung von Desinformation zu verhindern und das Vertrauen in digitale Inhalte zu stärken.

Wie werden risikoreiche KI-Systeme reguliert?
Hochrisiko-KI-Systeme unterliegen einer strengen Regulierung. Sie müssen umfangreiche Sicherheits- und Transparenzanforderungen erfüllen, bevor sie eingesetzt werden dürfen. Dazu gehören unter anderem die Bewertung möglicher Risiken und die Implementierung von Schutzmaßnahmen.

Welche Chancen bietet der AI Act für die Wirtschaft?
Der AI Act kann das Vertrauen in KI-Technologien stärken und damit Innovationen fördern. Länder wie Österreich, die in der KI-Forschung gut aufgestellt sind, können von klaren Regelungen profitieren, da diese ein sicheres Umfeld für die Entwicklung und den Einsatz von KI bieten.

Welche Rolle spielen Sicherheitsbehörden im AI Act?
Für Sicherheitsbehörden gelten in bestimmten Fällen Ausnahmen von den Verboten des AI Act. Dies gilt insbesondere für den Einsatz von KI zu Überwachungszwecken, wobei jedoch eine Abwägung zwischen den Sicherheitsbedürfnissen und den Freiheitsrechten der Bürgerinnen und Bürger erforderlich ist.

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Fazit

Das KI-Gesetz ist ein wichtiger Schritt hin zu einem sicheren und transparenten Umgang mit Künstlicher Intelligenz. Durch klare Regeln und eine Kennzeichnungspflicht für KI-generierte Inhalte wird nicht nur der Schutz der Nutzer gestärkt, sondern auch das Vertrauen in digitale Technologien gefördert. Die Zukunft der KI in Europa sieht vielversprechend aus, da der AI Act sowohl Innovation als auch Sicherheit in den Vordergrund stellt.

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Quelle: derStandard

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