Die Behauptung

„In Deutschland wurde kürzlich ein neues Gesetz eingeführt, wonach Arbeitgeber ihren Mitarbeitern, selbst dann nicht mehr das Gehalt für krankheitsbedingte Fehltage zahlen müssen, wenn sie eine ärztliche Bescheinigung vorlegen.“

Unser Fazit

Diese Behauptung ist frei erfunden. Arbeitgeber zahlen weiterhin bis zu sechs Wochen lang das Gehalt bei krankheitsbedingten Fehltagen. Danach übernimmt die Krankenkasse mit dem Krankengeld.

Kein neues Gesetz zur Abschaffung des Krankengeldes: In einem TikTok-Video wird behauptet, dass Arbeitgeber in Deutschland bei krankheitsbedingten Fehltagen keine Lohnfortzahlung mehr leisten müssen. Diese Behauptung ist schlichtweg falsch. Eine entsprechende Gesetzesänderung gibt es nicht.

TikTok-Lüge entlarvt: Kein neues Gesetz zur Abschaffung des Krankengeldes
Screenshot des Videos von TikTok mit „In Deutschland wurde kürzlich ein neues Gesetz eingeführt, wonach Arbeitgeber ihren Mitarbeitern, selbst dann nicht mehr das Gehalt für krankheitsbedingte Fehltage zahlen müssen, wenn sie eine ärztliche Bescheinigung vorlegen.“

TikTok-Video verbreitet falsche Informationen zum Krankengeld

Mehr als eine halbe Million Menschen haben das TikTok-Video gesehen, in dem fälschlicherweise behauptet wird, dass Arbeitgeber ihren Arbeitnehmern im Krankheitsfall keinen Lohn mehr zahlen müssen. Das ist jedoch völliger Unsinn! Weder das Bundesgesundheitsministerium noch die Krankenkassen planen eine Änderung der bestehenden Regelungen.

Was sagen die offiziellen Stellen?

Laut Bundesgesundheitsministerium und Barmer Krankenkasse bleibt alles beim Alten: Arbeitnehmer erhalten im Krankheitsfall weiterhin sechs Wochen lang ihr volles Gehalt vom Arbeitgeber. Erst danach springt die Krankenkasse ein, wobei das Krankengeld geringer ausfällt. Diese Regelung gilt unverändert seit 1994.

Faktencheck entlarvt Falschmeldungen

Bei dem TikTok-Beitrag, der auch in türkischer Sprache über 200.000 Mal aufgerufen wurde, handelt es sich um nichts anderes als Fake News. Es gibt kein neues Gesetz, das Arbeitgeber von der Lohnfortzahlung im Krankheitsfall befreit. Die Krankenkassen Barmer und DAK bestätigen, dass keine Änderungen geplant sind. Auch Parissa Hajebi, Sprecherin des Bundesgesundheitsministeriums, betont: „Änderungen sind nicht geplant“.

Fragen und Antworten zum Gesetz zur Abschaffung des Krankengeldes

Frage 1: Was regelt das Entgeltfortzahlungsgesetz?
Antwort 1: Das Entgeltfortzahlungsgesetz regelt, dass Arbeitgeber ihren Arbeitnehmern im Krankheitsfall sechs Wochen lang den vollen Lohn zahlen müssen. Diese Regelung besteht seit 1994 und hat sich seitdem nicht geändert. Erst nach diesen sechs Wochen übernimmt die Krankenkasse die Zahlung des Krankengeldes, das dann allerdings geringer ausfällt als das ursprüngliche Gehalt.

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Frage 2: Gibt es Pläne, das Entgeltfortzahlungsgesetz zu ändern?
Antwort 2: Nein, eine Änderung des Entgeltfortzahlungsgesetzes ist nicht geplant. Weder das Bundesgesundheitsministerium noch die großen Krankenkassen wie Barmer und DAK planen Änderungen. Anderslautende Aussagen sind frei erfunden und dienen lediglich der Verunsicherung.

Frage 3: Warum sind solche Falschmeldungen gefährlich?
Antwort 3: Falschmeldungen können Panik und Unsicherheit verbreiten. Sie können dazu führen, dass Menschen das Vertrauen in offizielle Stellen verlieren und falsche Entscheidungen treffen. Deshalb ist es wichtig, solche Informationen kritisch zu hinterfragen und sich auf seriöse Quellen zu verlassen.

Frage 4: Wie kann man sich gegen Fake News schützen?
Antwort 4: Um sich vor Fake News zu schützen, sollte man immer die Quelle der Information überprüfen und auf bekannte, seriöse Nachrichtenquellen zurückgreifen. Es hilft auch, Behauptungen durch eine kurze Internetrecherche zu überprüfen und auf Faktenchecks von vertrauenswürdigen Organisationen wie Correctiv zu achten.

Frage 5: Was tun, wenn man auf Fake News stößt?
Antwort 5: Wenn Sie auf Fake News stoßen, sollten Sie diese nicht weiterverbreiten, sondern die Falschmeldung melden. Plattformen wie TikTok haben oft Mechanismen, um solche Inhalte zu melden. Außerdem kann man Freunde und Familie aufklären und sie ermutigen, kritisch mit Informationen umzugehen.

Fazit: Die Verbreitung von Falschinformationen, wie die Behauptung, dass Arbeitgeber kein Krankengeld mehr zahlen müssen, ist gefährlich und unverantwortlich. Es gibt in Deutschland keine Gesetzesänderung, die dies vorschreibt. Offizielle Stellen wie das Bundesgesundheitsministerium und große Krankenkassen bestätigen, dass die bestehenden Regelungen unverändert bleiben. Es ist wichtiger denn je, solche Falschinformationen zu entlarven und sich auf vertrauenswürdige Quellen zu verlassen.

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