Beschäftigt H&M Flüchtlingskinder? Diese Frage stellen sich viele Nutzer.
Die Antwort gaben die Firmen teilweise selbst: nach Informationen der TAZ meldeten sowohl H&M als auch “Next” die Feststellung, dass minderjährige Flüchtlinge in einigen ihrer Zulieferbetriebe arbeiten.
Die TAZ schrieb am 02.02.2016 unter dem Titel “Syrische Flüchtlingskinder In türkischen Textilfirmen ausgebeutet”:
Die Unternehmen H&M aus Schweden und Next aus Großbritannien hätten festgestellt, dass in einigen ihrer Zulieferbetriebe minderjährige Syrer arbeiteten, teilte die britische Menschenrechtsorganisation Business and Human Rights Centre mit. Die Firmen hätten sich inzwischen um das Problem gekümmert, andere große Bekleidungsunternehmen aber nicht.
Im Detail:
Beide Firmen haben gegenüber dem BHRRC (Business and Human Rights Resource Centre) bestätigt, dass die Zulieferer minderjährige Flüchtlinge beschäftigen. Gemäß TAZ gibt H&M Fehler in Zuliefererbetrieben zu. Die Befürchtung, dass noch mehr Firmen kleine Kinderhände arbeiten lassen, ist seitens des BHRRC groß.
Nach China, Kambodscha und Bangladesch verfügt auch die Türkei über die wichtigsten und größten Produktionsstätte der Firmen wie Burberry, Marks & Spencer, Asos sowie H&M und Next.
„The Indepentent“ berichtet am 01. Februar 2015 unter dem Titel „Syrian refugee children found working in Next and H&M factories“ davon, dass Hunderttausende erwachsene Flüchtlinge für weit unter dem festgelegten Mindestlohn von 1300 TL p.m. (aktuell 402 EUR) arbeiten.
Anfragen an 28 Unternehmen
Das BHRRC hat bei 28 Unternehmen angefragt, nach welchen Strategien ihre türkischen Lieferanten die Ausbeutung von syrischen Kinder und Erwachsene bekämpfen. Bei Zulieferbetrieben handelt es sich um Firmen, die dem Konzern nicht selbst gehören, sondern um Industriebetriebe bzw. Händler, die Unternehmen mit Produkten belieferen, die dann von diesen weiterverarbeitet werden
Das Resultat: Beide Unternehmen, sowohl H&M als auch Next haben bestätigt, dass die Produktionsstätte in der Türkei über Kinderarbeiter verfügt.
Primark und C&A gaben an, dass syrische Erwachsene für sie arbeiten.
Adidas, Burberry, Nike und Puma und die Arcadia Group (Topshop, Dorothy Perkins und Burton Menswear) teilten mit, dass nur jene für sie arbeiten, die auch über eine Arbeitserlaubnis verfügen.
Alle anderen Unternehmen, wie Marks and Spencer, Asos, Debenhams und Superdry wollten hierzu keine Angabe machen und weitere zehn Unternehmen, darunter auch GAP, New Look und River Island müssen sich noch erst dazu äußern.
Das BHRRC stellt nochmals klar:“refugees are not fleeing from conflict into exploitative working conditions“ – „Flüchtlinge sind nicht auf der Flucht vor dem Krieg in ausbeuterische Arbeitsbedingungen“
Fazit:
Ein Unternehmen, das verantwortlich handelt, sollte durchaus darauf achten unter welchen Arbeitsbedingungen die Angestellten des Subunternehmens arbeiten. Eine Firma solte sich verpflichtet sehen, hier konsequent zu agieren.
Quelle: The Independent
siehe auch: TAZArtikel- und Vorschaubild: paul prescott / Shutterstock.com
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