Betrügerische Angebote bei ebay-Kleinanzeigen

Tom Wannenmacher, 12. Mai 2015

Vertrauen? Fehlanzeige! Verbraucherzentrale Sachsen: Betrügerische Angebote bei ebay-Kleinanzeigen

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430 EUR

430 Euro wäre Herr K. aus Leipzig beinahe losgewesen, hätte er auf die Kaufanfrage einer netten Dame aus England hin seine Ware verschickt.

Die Dame hatte ihm für sein Notebook, das Herr K. bei ebay Kleinanzeigen zum Verkauf eingestellt hatte, statt den ursprünglich verlangten 330 Euro „VB“ 400 Euro plus 30 Euro Versand angeboten.

Wenige Tage später teilte sie mit, dass sie das Geld auf sein Konto überwiesen habe. Parallel erreichte ihn die E-Mail einer Scotia Bank mit der Mitteilung, dass eine Transaktion über 430 Euro auf sein Konto avisiert sei.

Der Betrag werde ihm dann gutgeschrieben

Der Betrag werde ihm dann gutgeschrieben, wenn das Paket angekommen ist, hieß es weiter. Die Sendungsnummer solle dazu einfach der Bank mitgeteilt werden.

„An der Geschichte der alten Dame war von Anfang bis Ende alles erlogen“, weiß Dr. Katja Henschler von der Verbraucherzentrale Sachsen.

Das erstaunlich hochpreisige Kaufangebot sowie die Einschaltung der Scotia Bank dienten ausschließlich dazu, den Verkäufer hereinzulegen.

Er sollte im guten Glauben das Notebook versenden, den Kaufpreis hätte er dafür nie gesehen. Die scheinbar von der Scotia Bank stammende E-Mail kommt tatsächlich von Betrügern, die sich des Logos der Bank bedienen, um dem Angebot den letzten Anschein von Seriosität zu geben.

Letztlich handelt es sich um eine Masche, die so oder so ähnlich schon viele Jahre im Netz kursiert und immer wieder betroffene und geschädigte Personen hervorbringt.

„Die Plattform ebay Kleinanzeigen ermöglicht Privatleuten einen reibungslosen und unaufwändigen Austausch von Waren und vermittelt damit eine Art Flohmarkt-Gefühl“, erklärt Henschler. „Mit betrügerischen Angeboten rechnet dort kaum einer, so dass Betrüger hier ein besonders leichtes Spiel haben“, so Henschler weiter.

Nutzern dieser Plattform sei deshalb – wie überall bei Online-Käufen –- geraten, wachsam zu sein.

Vor allem, wenn sich Interessenten aus dem Ausland melden, sollte man die Anfrage kritisch betrachten. Zudem sollte man bedenken, dass das Fälschen der Logos großer Unternehmen – wie tagtäglich in den unzähligen Spam-Mails zu sehen – für Betrüger ein Kinderspiel ist und deshalb ein gesundes Misstrauen der Verbraucher ratsam ist.

Ratsuchende können sich hierzu bei der Verbraucherzentrale Sachsen beraten lassen.

Die Terminvergabe für ein persönliches Beratungsgespräch erfolgt von Montag bis Freitag in der Zeit von 9 bis 16 Uhr unter der Nummer unseres sachsenweiten Termintelefons: 0341-6962929.

Weitere Informationen und Beratungsmöglichkeiten gibt es zudem auf der Homepage der Verbraucherzentrale Sachsen unter www.verbraucherzentrale-sachsen.de.


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