Die Behauptung
Videos und Fotos sollen angeblich beweisen, dass die Proteste am 5. April 2025 in Washington, D.C., und anderen Orten gegen Elon Musk und das DOGE-Programm inszeniert und bezahlt wurden.
Falsch
Falsch! Es gibt keine Beweise dafür, dass Teilnehmer der „Hands Off!“-Proteste bezahlt wurden. Die angeblichen Hinweise sind falsch interpretiert, aus dem Kontext gerissen oder satirisch gemeint. Experten und Organisatoren widersprechen klar.
Kurze Faktenübersicht:
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Koordination ≠ Bezahlung: Vorgefertigte Schilder und Busanreisen sind gängige Praxis bei großen Demos.
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Satirevideos als „Beweis“: Ein virales TikTok war laut Ersteller Satire, kein echtes Geständnis.
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Verwechslung von Akteuren: Ein bezahlter Unterschriftensammler wurde fälschlich als bezahlter Demonstrant dargestellt.
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Craigslist-Anzeigen falsch gedeutet: Es ging um den Verkauf von Merchandise, nicht um bezahlte Proteste.
Die Behauptung über angeblich bezahlte Proteste
Am 5. April 2025 versammelten sich weltweit Hunderttausende Menschen zu den sogenannten „Hands Off!“-Protesten. Der Fokus: Kritik an der Trump-Regierung und am neuen Regierungsprogramm DOGE unter der Leitung von Elon Musk. Kurz darauf kursierten in sozialen Medien Posts, die behaupteten, die Proteste seien nicht echt, sondern gekauft.
Einer der lautesten Stimmen: Der konservative Influencer Mario Nawfal. In einem viralen Beitrag auf X (ehemals Twitter) schrieb er, die Proteste in Washington, D.C., seien „Bühnenshow auf Gehaltsliste“ gewesen. Seine Begründung: vorbereitete Schilder, organisierte Busfahrten, und ein plötzlicher Aufbruch der Menge, wie bei einer Schichtwechsel-Pause.
Diese „Beweise“ hielten jedoch keiner Überprüfung stand.
Wie sich Falschinformationen verbreiten
Ein Großteil der angeblichen Beweise stammt von konservativen Influencern wie Nawfal und Laura Loomer. Letztere ist bekannt für Verschwörungstheorien, etwa zur Anschlagsserie vom 11. September. Gemeinsam verbreiteten sie Videos, die auf den ersten Blick verdächtig wirken, bei näherer Betrachtung jedoch ganz gewöhnliche Szenen großer Proteste zeigen.
Beispielsweise zeigen Videos Menschen mit Schildern wie „Socialism Beats Fascism“, welche tatsächlich von der Gruppe „Democratic Socialists of America“ stammen. Auch gezeigte Busse sind nicht ungewöhnlich: Bei Großevents in Städten wie Washington ist es üblich, per Bus anzureisen, nicht aus Bequemlichkeit, sondern weil Parkplätze rar und teuer sind.
Analyse: Das steckt wirklich hinter der Koordination
Die Politikwissenschaftlerin Celina Su erklärt: „Wenn Menschen Schilder tragen, heißt das nicht, dass sie gekauft wurden. Es heißt, dass sie sich vorbereitet haben.“ Die Vorstellung, dass Koordination automatisch Manipulation bedeutet, sei schlicht falsch. Auch Gruppen wie Indivisible und MoveOn, die zu den Protesten aufriefen, bestätigen: Es gab keine Bezahlung der Teilnehmenden.
Die angeblich „verdächtigen“ Materialien, etwa Schilder oder Infoboxen, waren öffentlich über Toolkits verfügbar. Reimbursement-Formulare auf der Website von Indivisible dienten lediglich dazu, Ausgaben wie Druckkosten oder Dolmetschdienste zurückzuerstatten, nach den Veranstaltungen, und mit Quittung.
Beweise, die keine sind, und absichtlich missverstanden wurden
Mehrere der genannten „Beweise“ sind bei genauerem Hinsehen völlig haltlos:
- TikTok-Satire: Ein virales Video, in dem eine Frau behauptet, für Proteste bezahlt worden zu sein, war laut Ersteller eine Satire. Das ursprüngliche Video wurde gelöscht und in einem Nachfolgevideo klargestellt, dass es sich um einen Witz handelte.
- Canvasser statt Protestler: Ein Mann in Utah, der angeblich „zugab, bezahlt zu sein“, war in Wirklichkeit ein Unterschriftensammler einer politischen Kampagne, er trug sogar ein Schild mit der Aufschrift „Paid Circulator“.
- Craigslist-Anzeigen: Screenshots zeigten bezahlte Angebote zum Verkauf von Merchandise, nicht zum Protestieren. Die Organisation 50501 dementierte jede Verbindung zu diesen Anzeigen.
Fazit zum Thema
Die Wahrheit hinter dem angeblichen Skandal
Keine der vorgelegten „Beweise“ hält einer kritischen Überprüfung stand. Stattdessen wurden gewöhnliche Elemente politischer Organisation, wie Busreisen, Schilder oder Aufwandsentschädigungen, bewusst oder aus Unwissenheit als „Inszenierung“ dargestellt.
Die wiederkehrende Taktik: Authentisches Engagement wird in Misskredit gebracht, indem es als „gekauft“ dargestellt wird. So wird Misstrauen gesät, nicht mit Fakten, sondern mit Framing.
Was bleibt? Eine große Protestbewegung, und der gezielte Versuch, sie zu diskreditieren.
Quelle: politifact
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