Die Behauptung
Es kursieren Überlegungen, dass Marokko den Sturm DANA in Spanien mithilfe von Wettermanipulationstechnologien wie Cloud Seeding verstärkte, wodurch es zu der Flutkatastrophe gekommen war.
Falsch
Die Theorie, dass Marokko den Sturm Dana manipuliert haben soll, entbehrt jeder Grundlage. Es gibt weder technische noch wissenschaftliche Möglichkeiten, die Wetterbedingungen in dieser Weise zu kontrollieren. Experten weisen die Theorie als haltlose Spekulation zurück, die durch Fakten nicht gestützt werden kann.
- Keine Beweise für Wettermanipulation: Weder Marokko noch Spanien besitzen die Mittel zur „Kontrolle des Wetters“.
- Physikalische Unmöglichkeit der Behauptung: Derartige Energiemengen zur Manipulation sind nicht verfügbar. – Die Theorie ist unrealistisch.
- Häufige Missinterpretationen von Cloud Seeding: Wolkenimpfungen könnten nie die Menge an Regen verursachen, die beim Sturm Dana auftrat.
Bewertung: Falsch. Es gibt keine Hinweise oder wissenschaftliche Erklärungen, die den Verdacht der Wettermanipulation stützen.
Verschwörungstheorien zum Sturm Dana: Warum Marokko verantwortlich sein soll
Nach dem Sturm Dana, einem der schwersten Stürme des letzten Jahrhunderts in der Region Valencia, verbreitete sich vor allem in spanischen sozialen Medien eine absurde Verschwörungstheorie, die nun auch den deutschsprachigen Bereich erreichte: Marokko habe den Sturm durch „Wettermanipulation“ und Technologien wie Cloud Seeding verstärkt. Der Hintergrund sollte hier sein, dass die spanische Landwirtschaft geschwächt werden sollte.
Das „Menü“ ist also angerichtet: Serviere eine Behauptung und als Beilage eine – logisch scheinende – Begründung dazu. Aber dann wird dein Gericht verdorben. Nämlich durch Experten.
Experten widerlegen die Verschwörungstheorie „Cloud Seeding“
Mostafa Benramel, ein erfahrener Klimaexperte, stellte gegenüber Hespress English klar, dass diese Gerüchte jeder Grundlage entbehren. Weder Spanien noch Marokko verfügten über Technologien, die eine Wettermanipulation in der beschriebenen Größenordnung ermöglichten. „Wenn es tatsächlich Hinweise auf Wettermanipulation gäbe, hätten die offiziellen Stellen längst reagiert“, so Benramel.
Benramel wies außerdem darauf hin, dass beide Länder zwar über hochentwickelte Prognosesysteme und Klimaforschung verfügten, aber keine Möglichkeiten hätten, Wetterereignisse dieser Größenordnung zu kontrollieren. Zudem habe es in Marokko nach dem Sturm auch Regen gegeben – ein Ereignis, das nach einer gezielten Wetterbeeinflussung unwahrscheinlich gewesen wäre.
Die physikalische Realität: Warum die Theorie nicht hält
Meteorologen wie Benito Fuentes haben detailliert beschrieben, warum es physikalisch unmöglich ist, den Sturm Dana zu kontrollieren. In einem ausführlichen Thread auf X erklärt er die Fakten.
Zusammengefasst erklärt Fuentes hier, dass allein die Regenmenge, die bei Dana in Spanien fiel, rund 700 Milliarden Liter Wasser betrug. – Eine Menge, die technisch nicht beherrschbar ist, da es keine Flugzeuge gibt, die eine solche Wassermasse transportieren oder verteilen könnten.
Die Energiemenge, die benötigt würde, um eine solche Wassermenge zum Verdampfen zu bringen, entspräche der Energie von mehr als 25.000 Atombomben wie jene in Hiroshima, was etwa doppelt so viel wie die gesamte Jahresproduktion Spaniens bedeutet. Fuentes schreibt hier auch, dass es unmöglich ist, einem Verschwörungstheoretiker zu erklären, dass es kein Radar oder keine Antennen mit der nötigen Leistung gibt, um so viel Energie zu erzeugen.
Außerdem wurde bereits vor den enormen Regenfällen von AEMET einige Tage zuvor gewarnt, wie auch maldita.es berichtet.
Diese wissenschaftlichen Fakten stehen in krassem Gegensatz zu den Behauptungen der Verschwörungstheoretiker und machen deutlich, dass es sich bei diesen Behauptungen um haltlose Spekulationen handelt.
Missverständnisse über „Cloud Seeding“ und gezielte Niederschlagssteuerung
„Cloud Seeding“ ist ein wissenschaftlich erforschtes Verfahren, das in bestimmten Fällen die Regenmenge leicht erhöhen kann, allerdings nur minimal und keinesfalls in dem Ausmaß, wie es bei Sturm Dana nötig gewesen wäre.
Laut Geoengineering-Experten wie Blaž Gasparini sind die Auswirkungen von Cloud Seeding sehr gering und liegen meist im Bereich von einigen Prozent mehr Niederschlag. Die Methode wurde entwickelt, um beispielsweise trockenen Regionen zu helfen, kann aber keine Naturkatastrophen oder enorme Regenmengen erzeugen.
Roslyn Prinsley, Katastrophenschutzexpertin an der Australian National University, bestätigte zu den schweren Regenfällen in Dubai im April 2024, bei dem ebenfalls Cloud Seeding als möglicher Verursacher genannt wurde, dass die Effekte dieser Technologie überschätzt werden und diese Technik niemals Regenmengen wie beim Sturm Dana verursachen kann.
Fazit
Die Vorstellung, Marokko habe den Sturm Dana absichtlich verstärkt, ist unbegründet und wissenschaftlich unmöglich. Weder Spanien noch Marokko verfügen über die Technologie oder die Energieressourcen, um das Wetter in diesem Ausmaß zu manipulieren.
Quelle: EDMO, maldita.es, Time
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