„Codruta Mayer“: Angeblicher Leserbrief einer Grünen-Politikerin

In sozialen Medien wird ein Screenshot eines Leserbriefs verbreitet, der einer Grünen-Politikerin namens „Codruta Mayer“ zugeschrieben wird. Eine öffentliche Klarstellung des zuständigen Grünen-Ortsverbands widerspricht dieser Darstellung.

Die Behauptung

Ein Leserbrief mit dem Titel „Erfolgreiche Politik“, erschienen am 07.01.2026 im Flensburger Tageblatt und in der Eckernförder Zeitung (jeweils Seite 2), stamme von einer Grünen-Politikerin namens „Codruta Mayer“, Mitglied der Grünen in Kronshagen.

Aufgestellt von: Soziale Medien

Faktencheck: Irreführend

Ja, der Leserbrief wurde tatsächlich veröffentlicht. Doch die darin angegebene Autorin ist nach überprüfbarer öffentlicher Klarstellung kein Mitglied von Bündnis 90/Die Grünen in Kronshagen. Die Zuschreibung zur Partei ist damit unzutreffend.

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Fotos des Leserbriefs von "Codruta Mayer" im Flensburger Tageblatt | Screenshot Facebook
Fotos des Leserbriefs von „Codruta Mayer“ im Flensburger Tageblatt | Screenshot Facebook

Erfolgreiche Politik

Zu: „Der Winter hat den Norden im Griff“ (Ausgabe vom 5. Januar)

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Inhalt des Leserbriefs, der mit „Codruta Mayer, Mitglied der Grünen in Kronshagen“ gezeichnet wurde.

Analyse – Die Fakten dahinter

  • Der kursierende Screenshot zeigt einen Leserbrief, der einer Person namens „Codruta Mayer, Mitglied der Grünen in Kronshagen“ zugeschrieben wird und politische Aussagen enthält.
  • Der Leserbrief erschien am 07.01.2026 in regionalen Zeitungen des Schleswig-Holsteinischen Zeitungsverlags (sh:z) und war auch in den Online-Ausgaben abrufbar.
  • Am 17.01.2026 veröffentlichte der Ortsverband Kronshagen von Bündnis 90/Die Grünen eine öffentliche Klarstellung auf ihrer Webseite:
    • Die genannte Person sei kein Mitglied der Grünen und nicht dem genannten Ortsverband zuzuordnen.
    • Der Leserbrief spiegele nicht die Position des Ortsverbands wider.
    • Öffentliche politische Äußerungen erfolgten üblicherweise über gewählte Sprecher:innen oder Mandatsträger:innen; Leserbriefe würden nicht als parteiliches Sprachrohr genutzt.
  • Damit ist die zentrale Zuschreibung – eine reale Grünen-Politikerin habe den Leserbrief verfasst – durch die vorliegende Klarstellung des zuständigen Ortsverbands widerlegt.

Eine Stellungnahme des Verlags zu Einreichung, Identitätsprüfung oder redaktionellen Abläufen bei diesem konkreten Leserbrief liegt bislang nicht vor. Wir haben sowohl beim Verlag nachgefragt, bisher jedoch keine Rückmeldung erhalten. Sollte es dazu noch Informationen geben, wird der Artikel entsprechend ergänzt.

Wirkung & Mechanismus

Der Fall entfaltet Wirkung, weil der Leserbrief in einem realen redaktionellen Umfeld erschien. Leser:innen verbinden damit üblicherweise eine gewisse Plausibilität. Die Nennung einer konkreten Person samt Parteizugehörigkeit verstärkt diesen Eindruck zusätzlich.

Der Inhalt enthält zugespitzte politische Aussagen, die geeignet sind, bestehende Ablehnung gegenüber den Grünen zu bestätigen oder zu verstärken. Durch die falsche Zuschreibung werden die Grünen öffentlich mit Positionen in Verbindung gebracht, die sie nach eigener Darstellung nicht vertreten. Über Urheberschaft oder Motive der Einreichung liegen keine gesicherten Erkenntnisse vor.

Fazit

Der Leserbrief wurde real veröffentlicht, die angegebene Autorenschaft als Mitglied der Grünen in Kronshagen ist jedoch nachweislich falsch. Die Verbindung zur Partei beruht auf einer unzutreffenden Zuschreibung.

Quellen

Media
Bündnis 90/Die Grünen Kronshagen
17. Januar 2026
Media
Bündnis 90/Die Grünen Kronshagen (Facebook)
17. Januar 2026
Media
Eckernförder Zeitung (SHZ)
7. Januar 2026
Media
Flensburger Tageblatt (SHZ)
7. Januar 2026

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