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Es gibt KEIN “Cristal-Meth-Brausepulver”

Kathrin Helmreich, 22. September 2017

Old but Gold? Nicht in diesem Fall. Das “Cristal-Meth-Brausepulver” wird anscheinend wieder auf Facebook geteilt.

Die alte Leier des “Einmal im Internet, immer im Internet” bewahrheitet sich wohl oder übel erneut.
Ein hellhöriger Facebook-Nutzer hat uns auf einen Statusbeitrag per Email aufmerksam gemacht, der aktuell wieder geteilt wird.

Hallo liebes ZDDK Team.
Ich bin gerade auf diesen Beitrag gestoßen. Er ist zwar von 2015 wurde aber aktuell geteilt:
Link
Könnt ihr das prüfen?
Ganz lieben Dank im Voraus.
Viele Grüße

Folgt man dem Link, kommt man zu folgendem Facebook-Eintrag:
image
Quelle: Facebook / Screenshot Mimikama
Dieses Bild kommt uns sehr bekannt vor.
Auch wenn es schon einige Jahre her ist:

Es handelt sich noch immer um eine FALSCHMELDUNG!

Bereits im Jahre 2012 machte diese Behauptung die Runde und verunsicherte viele Eltern auf Facebook.

Ist das ein authentischer Elternbrief?

Nein. Dass es sich hierbei um einen realen Elternbrief handelt, können wir noch immer nicht bestätigen.
Zum einen wurde das “Tötlich” mit einem Kugelschreiber auf “Tödlich” ausgebessert und zum anderen erkennt man keine Anschrift der Schule bzw. kein Datum, keine Stempel  und / oder Unterschrift.
Das alles macht keinen besonders seriösen Eindruck.

Woher stammt diese Behauptung?

Begonnen hat alles in den USA im Jahre 2007. Zumindest ist seit mindestens dem Jahre 2007 dieser Brief im Umlauf und stellt eine Anhäufung von Halbwahrheiten dar.
Denn entstanden ist er aus dem Hoax der “Strawberry Quick Methamphetamine Warning”.
Unsere Kollegen von Snopes haben ausführlich darüber berichtet.
Der Absender damals: “Memorial Physican Services”
Die veröffentlichten daraufhin eine Stellungnahme und aufklärten, dass es sich bei diesem Schreiben um einen FAKE handelt, welcher nicht von Ihnen stammt:
memorial
Quelle: Mimikama

2012 schaffte der Hoax es in den deutschsprachigen Raum und wurde damals so geteilt:
image
Quelle: Mimikama

Auszug aus der “Hannoversche Allgemeine” (HAZ.de) vom 13.9.2013

An weiterführenden Schulen in der Stadt Wunstorf stehen die Telefone nicht still. Besorgte Eltern wollen wissen, was die Schulleitungen gegen angeblichen Drogenhandel unternehmen.
Anlass sind Mitteilungen und Warnungen auf Facebook, die die Schüler auch untereinander weitergeben.
„Alle Leute, die auf die Otto-Hahn-Schule, egal was für ein Zweig, gehen, sollten aufpassen! Es geht in der Schule eine Droge rum, die aussieht wie Pop Rocks und riecht wie Erdbeer Meth! Sie heißt Strawberry Quick! Nehmt von niemandem diese ,Süßigkeit‘ an! Strawberry Quick bekannt als Crystal Meth kann auch tödlich sein“, heißt es dort.
Schulleiterin Helga Radtke und ihre Kollegen nehmen Drogenwarnungen zwar stets ernst.Doch in diesem Falle handelt es sich laut Polizei um eine Falschmeldung.
Der Text ist eine Übersetzung aus dem Englischen und geistert seit 2007 im Internet herum.
Verweis: http://www.haz.de/Hannover/Aus-der-Region/Wunstorf/Nachrichten/Strawberry-Quick-Falschmeldung-ueber-Drogen-in-Wunstorf

Weitere Verweise zu dieser Falschmeldung:

http://www.hoax-slayer.com/strawberry-quick-meth.shtml
http://nakedsecurity.sophos.com/2012/02/29/strawberry-quick-meth-facebook/
http://urbanlegends.about.com/library/bl_strawberry_meth.htm
http://urbanlegends.about.com/b/2013/08/17/strawberry-quick-flavored-meth-warning-still-spreading.htm
http://urbanlegends.about.com/od/medical/a/halloween_meth.htm


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