Ähnlich der “Commerzbank” Phishingmail, welche wir vor wenigen Tagen analysiert haben, will auch diese Betrugsvariante gleich den kompletten TAN-Bogen von Deutsche Bank Kunden zugesendet bekommen (siehe hier). Das ganze wird als “PhotoTan-Verfahren” dargestellt, ist aber in diesem Falle nichts anderes als Betrug.
Auffällig an dieser Mail ist die sprachlich ordentliche Darstellung: in vielen Phishingmails beobachtet man kurze, einfache Sätze, die aneinandergereiht wirken. Man merkt in jenen Phishingmails deutlich, dass die Betrüger bemüht sind, inhaltlich komplexe Sätze oder schwierige Worte zu umgehen, um keine Fehler zu machen. In dieser Mail ist man augenscheinlich das Risiko eingegangen und hat längere Sätze aufgebaut. Und natürlich prompt den ein oder anderen Fehler begangen.

Der Inhalt dieser betrügerischen Mail im barrierefreien Klartext lautet:
Aktivierung erforderlich!
Sehr geehrte/r Michael [***],
Wohlfühlen! Ist das was wir Ihnen bei der Deutschen-Bank bieten möchten. Dies geschieht durch Persönliche Beratung gleichgesetzt mit höchster Sicherheit im Umgang mit ihren Zahlungsdaten.
Um Sicherheit im Banking müssen Sie sich keine Sorgen machen. Das Übernehmen unsere Ausgebildeten Sicherheitsexperten für Sie.Diese haben nun gewisse Lücken im System gefunden, die das alte i-TAN Verfahren nicht mehr als sicher einstufen. Wir haben somit beschlossen dieses System durch das neue und sichere PhotoTan oder aber auch das Pushtan Verfahren abzulösen.
Mithilfe des unten abgebildeten Buttons gelangen Sie direkt zur Verifikation für das PhotoTan-Verfahren. Nach erfolgreicher Verifizierung Ihrer persönlichen Daten und der Entwertung Ihrer veralteten iTan-Liste, erhalten Sie von uns einen neuen Legitimations-Pin zugesandt, welcher für das neue Tan-Verfahren benötigt wird.Bei weiteren Fragen Zögern Sie bitte nicht mit uns in Kontakt zu treten.
Jetzt aktivieren
Wir bedanken uns bei Ihnen für Ihr Verständnis.
Ihre Deutsche Bank AG
Das Ziel dieser Mail ist es, auf einen Kunden der Deutschen Bank zu treffen und diesen mit dem Inhalt so zu irritieren, dass der Kunde auf den eingebetteten Link klickt und der Aufforderung folgt.
Phishingbetrug
Unser Phishingschutz von Kaspersky Internet Security warnt nach dem Klick: das hier ist Phishing!
Ohne Schutzmechanismen landet man nun auf einer Empfangsseite, welche dem Login der Deutschen Bank täuschend echt nachempfunden ist. Zusätzlich wird eine URL genutzt, die den Namen “deutschebanklegitimation.com” trägt. Vorsicht: das ist NICHT die Deutsche Bank!
Auf einer Folgeseite wird es dann besonders dreist: sowohl mehrere persönliche Daten werden verlangt, als auch der Upload eines lesbaren Fotos des TAN-Bogens. Vorsicht!
Bitte achten Sie darauf, dass alles gut lesbar ist da die Daten von unserem System automatisch verifiziert werden.
Mit diesen Daten können Betrüger völlig frei über das Konto verfügen, da man anfangs seine Zugangsdaten verraten hat, danach gleich einen ganzen TAN-Bogen in die Hände von Betrügern legt.
Allgemeine Phishingwarnung:
- Phishing E-Mails versuchen grundsätzlich so auszusehen, als stammen sie von dem entsprechenden Unternehmen. Mit diesen versuchen Betrüger, an persönliche Daten zu kommen, vorzugsweise Bank- Kreditkarten oder sonstige Zahldaten.
- Eine Schutzsoftware ist hilfreich! Bei aktualisierten Datenbanken und entsprechender Heuristik werden schädliche Seiten oftmals blockiert. Wir nutzen hierfür eine Kaspersky Schutzsoftware.
- Die eigentliche “Kunst” dieser Mails ist die Geschichte, mit welcher der Empfänger dazu verleitet werden soll, der E-Mail zu trauen und den eingefügten Link zu öffnen. Hier spielen Ausdruck, Grammatik und Rechtschreibung, sowie Plausibilität und auch Individualität eine sehr große Rolle. Speziell in der jüngeren Vergangenheit gab es zunehmend Mails, welche mit Individualität glänzten: die konnten den Empfänger mit korrektem Namen ansprechen und gaben auch tatsächliche Adress- und Personendaten an.
- Man kann jedoch generell beachten: Banken, Zahl- und Kaufportale fordern niemals mit Hilfe eines eingebauten Links zum Einloggen in das Konto auf! Zudem ist eine generische Anrede zwar immer ein Indiz für Phishing, eine vorhandene korrekte Anrede jedoch nicht der Beweis für die Echtheit einer Mail.
- Niemals über einen Link einloggen, der per Mail gesendet wird, sondern immer die betreffende Seite per Hand in die Adresszeile des Browsers eintippen und dort einloggen. Sollten tatsächlich Ankündigungen des entsprechenden Dienstes vorhanden sein, werden diese dort angezeigt.Zusätzlich ist es nach Möglichkeit ebenso zu unterlassen, über öffentliche/fremde WLAN-Netze Bankgeschäfte zu tätigen, da man nie genau weiß, ob (und im Ernstfall von wem) diese Netze protokolliert werden.
- Niemals reale Daten in die Formularfelder eintragen! Unter Umständen können die Daten sogar bereits während des Tippens an die Betrügerdatenbank weitergeleitet werden, ohne dass man mit “weiter” bestätigt.
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Hinweise: 1) Dieser Inhalt gibt den Stand der Dinge wieder, der zum Zeitpunkt der Veröffentlichung aktuell war. Die Wiedergabe einzelner Bilder, Screenshots, Einbettungen oder Videosequenzen dient zur Auseinandersetzung der Sache mit dem Thema.
2) Einzelne Beiträge entstanden durch den Einsatz von maschineller Hilfe und wurde vor der Publikation gewissenhaft von der Mimikama-Redaktion kontrolliert. (Begründung)




