Die Behauptung
Ein viraler Trailer zeigt einen kommenden Disney-Film über Papst Franziskus, gespielt von einer schwarzen Frau.
Aufgestellt von: Instagram
Falsch
Falsch! Der Trailer ist ein KI-generierter Fake und satirisch gemeint. Es handelt sich nicht um ein echtes Disney-Projekt.
Kurze Faktenübersicht:
- Der KI-Trailer ging nach dem Tod von Papst Franziskus viral.
- Er zeigt eine fiktive Darstellung des Papstes durch eine schwarze Frau.
- Das Video enthält typische Hinweise auf die KI-Erzeugung (z. B. unrealistische Bewegungen).
- Der Creator nutzt KI auch auf anderen Kanälen, wobei die Satire erkennbar beabsichtigt war.
Papst, Popcorn und Pixel. Wie ein KI-Trailer die Netzgemeinde narrte
Ein gefälschter Disney-Trailer über Papst Franziskus verbreitete sich rasend schnell im Netz. Warum sind so viele Menschen darauf hereingefallen?
Nach dem Tod von Papst Franziskus am 21. April 2025 verbreitete sich in den sozialen Netzwerken ein vermeintlicher Trailer für einen neuen Disney-Film mit dem Titel „Pope Francis: The True Story“. Zu sehen ist eine schwarze Frau in päpstlichen Gewändern, die durch den Vatikan schreitet, Messen leitet und Menschen in St. Peter empfängt.
Die Inszenierung wirkt auf den ersten Blick hochprofessionell: Disney-Logo, dramatischer Soundtrack, Untertitel, pompöse Szenen. Kein Wunder, dass das Video auf Instagram bei @mauricio_c.a.e über 1,4 Millionen Aufrufe generierte. Auch auf X verbreitete es sich rasch.
Doch es ist ein Trugbild. Die Realität: Das Video ist lediglich ein mit künstlicher Intelligenz generierter Satire-Clip und kein offizielles Disney-Projekt.
Wer steckt dahinter – und was soll das?
Der ursprüngliche Uploader stammt aus Mexiko. In seiner Instagram-Bio verweist er auf einen weiteren Account, auf dem er regelmäßig KI-generierte Videos postet. In der Bildunterschrift steht „Se puso raro el Disney Plus…“ („Disney Plus ist seltsam geworden…“), darunter Hashtags wie #AI, #Humor, #Trailer, #Comedia – ein klarer Hinweis auf den parodistischen Charakter des Clips.
Trotzdem erkannten viele User den satirischen Unterton nicht. Womöglich, weil das Timing so perfide war: Gerade einmal wenige Stunden nach dem Tod des Papstes kursierte das Video schon viral. Emotionen, Anteilnahme und eine gewisse Verwirrung nach dem Tod eines religiösen Oberhaupts schaffen offenbar ideale Bedingungen für solche Desinformationsnarrative.
Die KI verrät sich durch Details.
Wer genauer hinsieht, erkennt typische Anzeichen von KI-generierten Videos. So wirken die Handbewegungen der „Päpstin“ unnatürlich, die Finger verschwimmen, tauchen an seltsamen Stellen auf und überlagern Hintergrundelemente. In einer Szene ist sogar eine Art „Fingerüberschuss“ zu sehen, wie er bei fehlerhaften KI-Renderings oft auftritt.
Auch die fast wachsartige Bildästhetik, die weichgezeichneten Konturen und die leicht surrealen Details sprechen eine klare Sprache: Das Video ist künstlich erzeugt und keine echte Filmproduktion.
Warum kommt dieser Fake gerade jetzt?
Der Clip ist mehr als nur ein Witz, denn er ist Teil eines größeren Trends. Nach dem Tod von Papst Franziskus explodierte das Interesse an Inhalten rund um das Thema Papst. Dokumentationen auf Disney+ und Netflix sowie Spielfilme wie „Conclave” oder „The Two Popes” verzeichneten einen enormen Anstieg der Zuschauerzahlen.
KI-Clips wie dieser docken gezielt an diese Welle des öffentlichen Interesses an. Sie profitieren von der Aufmerksamkeit, streuen Verwirrung und bedienen dabei unterschwellig kulturelle Debatten, etwa über Diversität in der Filmwelt.
Die Satire spielt bewusst mit der Vorstellung, dass Disney aus Diversity-Gründen sogar historische Figuren neu besetzen könnte, eine überspitzte Karikatur, die offensichtlich provozieren soll.
Fazit zum Thema
Der angebliche Disney-Film über Papst Franziskus ist frei erfunden und wurde von einem KI-Künstler als Satire veröffentlicht. Dass dennoch viele Menschen auf das Video hereingefallen sind, zeigt: In Zeiten von viralen Clips und Deepfakes ist kritisches Denken wichtiger denn je, besonders bei „zu guten“ Geschichten.
Quelle: spotlight.ebu.ch
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