Dreiecksbetrug mit iPhone bei Kleinanzeigen: Kaum erkennbar!

Andre Wolf, 28. Oktober 2019
Artikelbild von fizkes / Shutterstock.com
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Dreiecksbetrug auf Portalen wie PayPal und eBay Kleinanzeigen ist seit Jahren bekannt, jedoch bemerken Nutzer leider häufig erst zu spät, wenn sie abgezockt wurden.

Wir warnen daher an dieser Stelle vor dem Dreiecksbetrug, der eine Form des Vorkassenbetrugs ist, da wir aus unseren Nutzeranfragen einen aktuellen Fall geschildert bekommen haben, der nur durch Zufall frühzeitig erkannt wurde.

Was geschehen ist: Nutzer A hat in den Kleinanzeigen bei eBay Kleinanzeigen ein iPhone 8 für 360 € zum Verkauf angeboten. Bei Nutzer A handelt es sich um den legitimen Verkäufer, der auch die Ware besitzt.

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Bei ihm meldete sich Nutzer B. Bei Nutzer B handelt es sich im Dreiecksbetrug um einen Betrüger. Nutzer B stimmt zu, den Artikel für 360 € zu kaufen. Was Nutzer A nicht weiß: Nutzer B hat gleichzeitig ein Inserat für ein iPhone XS für ebenfalls 360 € aufgegeben. Bei dem XS handelt es sich um ein höherwertiges Produkt, das für den Preis entsprechend einfach zu verkaufen wäre. Dieses Produkt besitzt Nutzer B jedoch nicht. Es ist ein Scheininserat. Nutzer C meldet sich und kündigt Interesse an. Es handelt sich um einen ehrlichen Käufer.

Was nun passiert: Nutzer B bittet bei Nutzer A um die PayPal Kontaktadresse zur Bezahlung. Gleichzeitig beginnt Nutzer B mit einem Nutzer C ein Verkaufsgespräch in dem Scheininserat. Nutzer B leitet die PayPal Bezahladresse von Nutzer A an Nutzer C weiter.

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Hier wird es beim Dreiecksbetrug spannend: Nutzer C als ehrlicher Käufer sendet den Betrag an Nutzer A (den er für Nutzer B hält). Nutzer A empfängt das Geld und hält dieses für seinen legitimen Verkaufsbetrag. Nutzer B kündigt bei Nutzer A an, dass er das iPhone abholen lässt, sobald der Betrag eingegangen ist.

Was am Ende dann geschieht: Nutzer B lässt die Ware abholen. Nutzer C erhält nie Ware und hält Nutzer A für den Verkäufer, da er ihm das Geld überwiesen hat. Er fordert das Geld zurück. Nutzer A ist der Verlierer: Die Ware ist Weg und das Geld ebenso.

Ablauf Dreiecksbetrug
Ablauf Dreiecksbetrug

Dreiecksbetrug in unserem aktuellen Fall

Glücklicherweise wurde der Dreiecksbetrug in unserem Fall rechtzeitig bemerkt, da PayPal sich als Sicherheitsmechanismus eingeschaltet hat. Die Transaktion wurde eingefroren, bis der Verkauf auch wirklich von allen Seiten bestätigt werden konnte.

Da dies nicht der Fall war, konnte der Betrug auch nicht durchgeführt werden.
Merke daher: Um einen Dreiecksbetrug zu verhindern, sollte man immer auf die Bezahlung bei der Übergabe bestehen.

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Das kannst Du machen, um Dreiecksbetrug zu verhindern:

  1. Bei PayPal-Zahlungen Adressen und Beschreibungen abgleichen! Auch bei PayPal werden Lieferadressen hinterlegt, sollte diese von der Lieferadresse abweichen, sollte man vorsichtig werden.
  2. Sicherer Versand! Wenn schon versendet werden muss, dann versende nach Möglichkeit ausschließlich per Einschreiben oder als versichertes Paket. Das hilft zwar einem ehrlichen Käufer in diesem Falle nicht, jedoch dem ehrlichen Verkäufer, da er seinen Versand nachweisen kann.
  3. Leider auch nur ein Schutz für Verkäufer: die Originalrechnung aufbewahren und alle Abläufe dokumentieren. So schließt man zusätzlich aus, dass man vielleicht gar ein falsches Gerät als angebliche Retoure untergemogelt bekommt.
  4. Gesunde Skepsis! Und zwar bei allen Verkäufen und Käufen. Vertrauen kann man in erster Linie nur sich selbst. Jede Art von Ungereimtheiten sollte mit Vorsicht behandelt werden.
  5. Abholung und Barzahlung! Das dürfte der sicherste Weg sein. Im Zweifel vor Ort auch die Zahlung und Übergabe quittieren, ebenso das Geld auf Echtheit prüfen.

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