EU plant kein Verbot von Alkohol und Wein

In einem Facebook-Post wird behauptet, die EU wolle Alkohol und Wein verbieten. Dies wird in einen zweifelhaften Kontext mit künstlichem Fleisch, Insektenkonsum und Rauchen im Freien gesetzt.

Die Behauptung

In einem Facebook-Post wird die Aussage verbreitet, die EU wolle zusammen mit der WHO Alkohol und Wein verbieten.

Falsch

Diese Behauptung ist falsch. Weder plant die EU ein Verbot von Alkohol oder Wein, noch existieren entsprechende Vorschläge.

Kurze Faktenübersicht:

  • Kein Alkohol- oder Weinverbot geplant: Es gibt keinerlei Bestrebungen seitens der EU, den Konsum oder Verkauf von Alkohol oder Wein zu verbieten.
  • Krebsprävention im Fokus: Die EU setzt sich im Rahmen ihres „Plans gegen den Krebs“ für mehr Aufklärung und verantwortungsvollen Konsum ein.
  • Irische Warnhinweise: Irland wird ab 2026 als erstes EU-Land Warnhinweise auf Alkohol einführen, aber keine Verbote.
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Verbot von Wein und Alkohol durch die EU?

Die Behauptung, dass die EU Alkohol und Wein verbieten möchte, beruht offenbar auf einem TikTok-Video, in dem die italienische Politikerin Silvia Sardone der EU vorwirft, Wein zu kriminalisieren.

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Screenshot Facebook
Screenshot Facebook (hier archiviert)

„Jetzt möchte die EU & die WHO auch noch dass Alkohol und der Wein verboten wird, nach ihren küntlichem Fleisch, Insektenfrass, künstliches Gemüse und Rauchen im Freien..
Diese ungewählten Vollpfosten die von unseren Steuern und Philantropen bezahlt werden, sollen sich um andere Dinge kümmern als uns nur mit Verbote zu schikanieren, Danke es reicht!!!!“

Text des Facebook-Posts (sic!)

Die Aussagen von Sardone werden jedoch verzerrt dargestellt. Sie spricht im Video nicht von einem Verbot, sondern kritisiert die Aufklärungskampagnen der EU zu den gesundheitlichen Risiken des Alkoholkonsums. Insbesondere bezieht sie sich auf die Warnung der WHO, dass Alkohol, unabhängig von Menge oder Qualität, das Risiko für bestimmte Krebsarten erhöht.

EU-Kampagne gegen Alkoholmissbrauch: Worum geht es wirklich?

Alkohol gilt laut der WHO als krebserregend. Starker Alkoholkonsum erhöht das Risiko für diverse Krebserkrankungen erheblich. Die EU-Kommission verweist in ihrem 2021 veröffentlichten „Plan gegen den Krebs“ darauf, dass 10 % aller Krebserkrankungen in Europa mit Alkohol in Verbindung stehen.

Als Maßnahmen gegen Alkoholmissbrauch schlägt die EU-Kommission vor:

  • Verpflichtende Angaben zu Inhaltsstoffen und Nährwerten: Seit Dezember 2023 müssen Weinetiketten diese Informationen enthalten.
  • Warnhinweise zu Gesundheitsrisiken: Diese Maßnahme wird diskutiert, jedoch nicht einheitlich in der EU umgesetzt. Irland führt solche Hinweise ab 2026 ein.

Was sagt die EU wirklich?

Die EU hat wiederholt betont, dass es weder ein Verbot von Wein noch von anderen alkoholischen Getränken gibt. Im Gegenteil:

Irland ist das einzige EU-Land, das striktere Regeln einführt. Dies wurde von der EU-Kommission ausdrücklich erlaubt, stößt jedoch in anderen EU-Staaten auf Kritik.

Fazit

Die Behauptung, die EU plane ein Verbot von Alkohol und Wein, ist schlicht falsch. Vielmehr liegt der Fokus auf Aufklärung über die gesundheitlichen Risiken und der Förderung eines verantwortungsvollen Konsums. Warnhinweise und Etikettierung sind Teil dieser Maßnahmen, nicht jedoch Verbote.

Quelle: DPA

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