Social Media bietet 2,5 Mal höhere Chance, mit dem Rauchen aufzuhören

Raucher haben eine 2,5 Mal höhere Wahrscheinlichkeit, nach drei Monaten mit dem Rauchen aufzuhören, wenn sie anstelle eines regulären Entwöhnungsprogramms eine Behandlung auf Facebook genossen haben.

Zu dem Ergebnis kommt eine aktuelle Forschungsarbeit der University of California, in der ein normales Entwöhnungsprogramm mit Social-Media-Interventionen verglichen wurde.

Skeptiker blieben abstinent

Für die Studie entwickelten die Forscher das „Tobacco Status Project“, ein 90-tägiges Motivationsprogramm, bei dem ein Teil der Probanden geschlossenen Facebook-Gruppen zugewiesen wurde, die auf ihre Bereitschaft zum Aufhören zugeschnitten waren. Die Intervention dort bestand aus täglichen Beiträgen, wöchentlichen Frage- und Antwortsitzungen sowie wöchentlicher kognitiver Verhaltensberatung mit einem Raucherentwöhnungsberater.

Die Kontrollgruppe erhielt im Gegensatz zu den Facebook-Nutzern eine Empfehlung der Website „Smokefree“ des National Cancer Institute und wurde ermutigt, diese für die Dauer des Experiments aktiv zu nutzen.

Die Autoren bewerteten die Abstinenz der insgesamt 500 Teilnehmer zu Beginn der Studie, dann nach drei Monaten, sechs Monaten und abschließend auch nach einem Jahr. Die Teilnehmer erhielten bei jedem Erfolg einen monetären Anreiz, der aus Geschenkkarten bestand. Zusätzlich auch einen Bonus von 20 Dollar, mit einem möglichen Gesamtanreiz von 100 US-Dollar nach einem Jahr.

„Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass das Umfeld der sozialen Medien selbst für diejenigen, die nicht bereit sind, aufzuhören, ein interessantes Instrument zur Behandlung von Tabaksucht sein kann. Diese spezielle Gruppe hat möglicherweise nur aufgrund finanzieller Anreize an der Studie teilgenommen, aber ihr Engagement und ihre zeitweise Abstinenz lassen darauf schließen, dass eine Intervention durch soziale Medien ihnen helfen könnte, auf langfristige Abstinenz hinzuarbeiten“,

erklärt Studienautor Danielle Ramo.

Erfolgreiche Interventionen

Die Forscher haben festgestellt, dass das Social-Media-Programm während des 90-tägigen Zeitraums, in dem die Intervention aktiv war, signifikante Auswirkungen auf das Abstellen des Rauchens hatte. Wie erwartet, fanden die Forscher jedoch auch heraus, dass Abstinenz über einen längeren Zeitraum nur bei denjenigen auftrat, die bereit waren, mit dem Rauchen tatsächlich aufzuhören.

„Insgesamt haben wir ein hohes Engagement gesehen, wobei mehr als drei Viertel der Projektteilnehmer mindestens einmal während der Intervention auf Facebook kommentierten und die durchschnittliche Person 31 Mal kommentierte“,

so Ramo abschließend. Laut den Researchern ist die von ihnen angewandte Methode vielversprechend. Sie lasse sich effektiv nutzen, um kurzfristig positive Verhaltensänderungen zu unterstützen.

Insbesondere auch bei jungen erwachsenen Rauchern, die eine herausfordernde Gruppe zum Erreichen und Behandeln seien.


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