Facebook schützt Betrüger: Von Fake-News bis Milka-Schokolade und Fake-Autogewinnspielen – so werden Nutzer abgezockt!

Gefälschte Nachrichten, dubiose Gewinnspiele, versprochene Traumgewinne – und Facebook schaut zu. Nutzer:innen melden Betrugsseiten, doch die Plattform erklärt sie für harmlos. Während Facebook wochenlang prüft, tappen Tausende in die Fallen – und der Konzern verdient mit.

📖Wie erkennt man Facebook-Betrug im Alltag? Antworten finden Sie im Leitfaden Facebook-Betrug.

Eigentlich klingt es ganz einfach: Wer auf Facebook eine Betrugsseite entdeckt, kann sie melden. Ein Klick auf die drei Punkte, „Beitrag melden“, Grund auswählen – und dann sollte man doch annehmen, dass die Plattform einschreitet. Doch die Realität zeigt das Gegenteil:

Facebook schützt Betrüger, indem gemeldete Seiten oft tagelang online bleiben oder am Ende sogar als „kein Verstoß“ durchgewunken werden.

In dieser Zeit haben die Betrüger längst Tausende Menschen erreicht, Daten abgegriffen und Geld eingesammelt. Das Meldesystem, das eigentlich Schutz bieten soll, erweist sich als zahnloser Papiertiger – und spielt den Tätern direkt in die Hände.

Hier aktuelle Beispiele, die Nutzer:innen massenhaft gemeldet haben – und die Facebook trotzdem nicht entfernt:

„Germany news“ gibt sich als Nachrichtenportal. Sauberes Layout, große Politik, angebliche Enthüllungen über Friedrich Merz, Maybrit Illner oder gar die Bundesregierung. Doch hinter der Fassade steckt nichts als Betrug. Wir haben HIER darüber berichtet.

Fake-Facebook-Seite: „Germany news“: Wenn Fake-Journalismus zur Krypto-Falle wird
Fake-Facebook-Seite: „Germany news“: Wenn Fake-Journalismus zur Krypto-Falle wird

Im Impressum prangt eine ZDF-Adresse, dazu eine gefälschte Telefonnummer und eine Gmail-Adresse mit dem Wort „tagesschau“. Seriosität wird vorgetäuscht, wo in Wahrheit nichts ist. Dazu reißerische Fake-Schlagzeilen: Merz angeblich im TV bloßgestellt, Illner zur „Handlangerin einer Elite“ erklärt. Alles frei erfunden.

Das Ziel ist simpel: Nutzer:innen klicken auf „Mehr erfahren“ und landen nicht bei seriösem Journalismus, sondern bei Krypto-Plattformen wie „GranivexPro“. Dort sollen sie angeblich „950 Euro am Tag“ verdienen. In Wahrheit verschwinden Daten und Geld.

Facebook schützt Betrüger
Obwohl die Seite massenhaft gemeldet wurde, reagierte der Konzern erst nach einer Woche – mit der Antwort: „Kein Verstoß gegen die Gemeinschaftsstandards.“ In dieser Zeit konnten die Betrüger Tausende erreichen und in die Falle locken.

Und Facebook? Obwohl die Seite massenhaft gemeldet wurde, reagierte der Konzern erst nach einer Woche – mit der Antwort: „Kein Verstoß gegen die Gemeinschaftsstandards.“ In dieser Zeit konnten die Betrüger Tausende erreichen und in die Falle locken.

Auch die österreichische Politik dient als Köder. Anzeigen zeigen Herbert Kickl oder Karl Nehammer mit Schlagzeilen wie „Neue Enthüllungen im Parlament“ oder „Korruption im Milliardenbereich“. Die Fotos wirken wie echte Medienbeiträge, das Setting wie seriöser Journalismus.

Doch die Links führen nicht zu „Krone“ oder „ORF“, sondern wieder zu Krypto-Betrugsseiten. Die Wut über Politik wird gezielt genutzt, um Opfer weiterzuleiten.

Politische Fake-Anzeigen: Kickl, Nehammer und der Milliarden-Skandal
Politische Fake-Anzeigen: Kickl, Nehammer und der Milliarden-Skandal

„Verdienst von 500 bis 1.500 Euro pro Tag“ – mit solchen Versprechen locken die nächsten Seiten. Sie wirken wie offizielle der OE24, der Kronen Zeitung, der tagesschau usw. Alles wirkt professionell, fast wie ein offizieller Finanzdienstleister.

Doch die Mechanik ist plump: Nutzer:innen sollen persönliche Daten eingeben und eine erste Einzahlung tätigen. Danach ist das Geld weg, die Betreiber nicht mehr erreichbar. Kein Reichtum, keine Gewinne, nur Verlust.

Facebook spielt hier sogar direkt mit: Diese Fake-Anzeigen werden über das Werbesystem verbreitet. Das heißt, der Konzern verdient aktiv mit, während Nutzer:innen glauben, echte Nachrichten zu sehen. Meldungen? Gelöscht wird nichts – und wieder heißt es: „Kein Verstoß.“

Eine Facebook-Nutzerin zeigt stolz ihre Milka-Box: Schokolade in allen Varianten, dazu ein Kassenzettel über 2 Euro. „Geheimaktion – nur für kurze Zeit“, heißt es im Beitrag. Wir haben HIER darüber berichtet. Die Kommentare: ein Link zu einem angeblichen Fragebogen.

Fake-Milka-Statusbeitrag: Die süße Schokoladenfalle
Fake-Milka-Statusbeitrag: Die süße Schokoladenfalle

Das klingt verlockend – ist aber eine Falle. Wer klickt, soll persönliche Daten eingeben, am Ende auch Bank- oder Kreditkartendetails. Statt Schokolade gibt es Abbuchungen und Abo-Fallen.

Auch hier wurden diese Fake-Posts tausendfach gemeldet. Doch Facebook reagierte träge und erklärte nach Tagen, dass kein Verstoß vorliege. Bis dahin hatten die Täter schon eine massive Reichweite aufgebaut.

Gleiche Masche, andere Marke: Nutzer:innen präsentieren angeblich Gratis-Pakete von Barilla. Nudeln, Soßen, Olivenöl, alles „für 2 Euro Versandkosten“. Wir haben HIER darüber berichtet. Natürlich wieder mit Kassenzettel und freudigem Erfahrungsbericht.

Fake-Barilla-Statusbeitrag: Nudeln, die nie ankommen
Fake-Barilla-Statusbeitrag: Nudeln, die nie ankommen

Der Link führt – Überraschung – zu einem Formular, das persönliche Daten und Kreditkarteninformationen abfragt. Wer hier mitmacht, wird gnadenlos abgezockt. Keine Pasta, keine Soße, nur der Verlust sensibler Daten.

Auch diese Aktionen kursierten wochenlang auf Facebook. Und auch hier reagierte die Plattform mit der Standardantwort: „Kein Verstoß gegen Gemeinschaftsstandards.“ So werden Betrugsmaschen durch Untätigkeit legitimiert.

Noch dreister wird es bei „Autowelt“. Mehrere Facebook-Seiten, alle erst wenige Wochen alt, werben mit angeblichen Gewinnspielen. Zu sehen: glänzende VW Tiguan R-Line Modelle, Baujahr 2025. Wir haben HIER darüber berichtet.

Fake-Facebook-Seite: "Autowelt": Autos, die es nicht zu gewinnen gibt
Fake-Facebook-Seite: „Autowelt“: Autos, die es nicht zu gewinnen gibt

Die Teilnahme klingt simpel: „Name eintragen und @ tippen.“ Dazu ein angebliches Ziehungsdatum, das alle paar Tage verschoben wird. Doch Gewinne gibt es nicht. Die Seiten haben kein Impressum, kaum Follower, keine Bewertungen.

Auch hier wieder: Nutzer:innen meldeten die Fake-Seiten, doch Facebook lässt sie online. In dieser Zeit sammeln die Betrüger massenhaft Daten. Der Schaden ist angerichtet, bevor überhaupt eine „Prüfung“ abgeschlossen ist.

Facebook: Wir haben für euch EURE Standards gelesen – in diesem Fall trifft zu:

Während Fake-Seiten wie „Germany news“ unbehelligt weitermachen und dubiose Autogewinnspiele wochenlang online bleiben, trifft Facebook ausgerechnet diejenigen, die aufklären: Mimikama.

Facebook bestraft die Falschen: Faktenchecker unter Beschuss
Facebook bestraft die Falschen: Faktenchecker unter Beschuss

Die Screenshots sprechen eine deutliche Sprache. Immer wieder werden Artikel von Mimikama entfernt – mit der Begründung, sie würden „Spam“ oder gar „Finanzbetrug“ darstellen.

Beispiele:

  • Ein Artikel über Fake-Fahrzeuge im Katastrophengebiet verschwindet.
  • Ein Warnhinweis über Telegram wird gelöscht.
  • Inhalte über manipulierte Videos werden als „Spam“ deklariert.
  • Das Profil von Mimikama-Administratoren werden als „gefährdet“ markiert.

Das Absurde: Die Artikel, die gelöscht werden, sind keine Fakes, sondern Faktenchecks, die Menschen vor Betrug schützen sollen. Die echten Betrügerseiten hingegen bleiben online – und kassieren weiter.

Für Mimikama bedeutet das:

  • Reichweite wird eingeschränkt.
  • Warnungen erreichen weniger Menschen.
  • Die Glaubwürdigkeit wird untergraben, weil Nutzer:innen sehen: „Dieser Content verstößt angeblich gegen Regeln.“

Das ist nicht nur ein Schlag ins Gesicht für Aufklärungsarbeit, es ist ein massiver Schaden für Nutzer:innen. Denn wer die Warnungen nicht mehr sieht, läuft direkt in die nächste Falle.

Die Botschaft ist fatal: Betrüger profitieren, Aufklärer werden bestraft.

Von Fake-News über Krypto-Abzocke bis hin zu gefälschten Gewinnspielen mit Schokolade, Nudeln oder Autos – die Maschen sind unterschiedlich, das Ziel ist immer gleich: Geld und Daten stehlen.

Das eigentlich Schockierende: Facebook wird auf all diese Betrugsmaschen hingewiesen, doch reagiert viel zu spät. Oft gibt es erst nach sieben Tagen eine Antwort, und diese lautet in den meisten Fällen: „Kein Verstoß.“ In dieser Zeit sind bereits tausende Nutzer:innen in die Fallen getappt.

Während die Opfer Geld und Vertrauen verlieren, verdienen die Täter wahrscheinlich Hunderttausende Euros – und Facebook kassiert an den Werbeanzeigen kräftig mit. Nutzer:innen sind die Opfer, Kriminelle die Gewinner, und Facebook der stille Mitprofiteur.


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