Facebook vor Gericht: 200 kenianische Moderatoren protestieren gegen harte Arbeitsbedingungen

Ehemalige Facebook-Moderatoren kämpfen für bessere Arbeitsbedingungen. Mimikama beleuchtet die psychischen Belastungen und den Kampf um Gerechtigkeit

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Die Moderatoren prüfen Inhalte aus ganz Afrika und entfernen verbotenes Material. Dabei sind die Mitarbeiter extremen psychischen Belastungen ausgesetzt.

Die verborgene Seite der digitalen Wachsamkeit

Mit Tränen in den Augen erinnert sich Nathan Nkunzimana an seine Zeit als Content Moderator bei Facebook. Tag für Tag wurde er mit erschütternden Bildern von Kindesmissbrauch und Mord konfrontiert. Die Arbeit, die er und seine Kollegen leisteten, um Internetnutzer weltweit vor diesen Gräueltaten zu schützen, war ein emotionaler Albtraum.

Ein Kampf für Gerechtigkeit beginnt

Heute ist Nkunzimana einer von fast 200 ehemaligen Mitarbeitern, die Facebook und seinen lokalen Partner Sama wegen schlechter Arbeitsbedingungen in Kenia verklagen. Die ehemaligen Mitarbeiter, darunter Nkunzimana, klagen über unzureichende psychologische Betreuung und schlechte Bezahlung. Sie fordern einen Entschädigungsfonds in Höhe von 1,6 Milliarden Dollar (1,5 Milliarden Euro) und erheben schwere Vorwürfe gegen ihre ehemaligen Arbeitgeber.

Die dunkle Seite der Content-Moderation

Die Arbeit als Content-Moderator bei Facebook erfordert es, täglich schockierende und verstörende Inhalte zu überprüfen und zu entfernen. Die Auswirkungen auf die Psyche der Mitarbeiter können verheerend sein. Trotz dieser enormen Belastung haben die Moderatoren berichtet, dass sie auf eine Kultur der Verschwiegenheit gestoßen sind und Geheimhaltungsvereinbarungen unterschreiben mussten.

Unternehmen unter Beschuss

Die ehemaligen Mitarbeiter von Facebook und Sama geben an, dass die Unternehmen die Verlängerung ihrer Verträge ignoriert haben, obwohl ein Gericht dies angeordnet hat. Beide Unternehmen haben sich zu den Vorwürfen nicht geäußert, obwohl die ehemaligen Mitarbeiter dringend auf die Klärung ihres rechtlichen Status angewiesen sind.

Expertenaussagen unterstreichen die Problematik

Sarah Roberts, eine Expertin für digitale Inhaltsmoderation an der University of California in Los Angeles, warnt vor den psychischen Schäden, die mit der Arbeit als Content-Moderator verbunden sind. Roberts kritisiert, dass die Auslagerung dieser Aufgaben in Länder mit niedrigen Löhnen wie Kenia eine ausbeuterische Praxis ist.

Mögliche Auswirkungen des Prozesses

Der Rechtsstreit in Kenia ist von besonderer Bedeutung, da es sich um das erste bekannte Gerichtsverfahren dieser Art außerhalb der USA handelt. Er könnte weitreichende Auswirkungen auf die Arbeitsbedingungen von Social-Media-Moderatoren weltweit haben. Der Fall wird am 10. Juli vor Gericht verhandelt, und die globale Tech-Community blickt gespannt darauf.

Quelle: AP, Foxglove

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