Facebook passt sich der neuen EU-Datenschutzverordnung an und will die digitale Privatsphäre jugendlicher Nutzer besser schützen.
Wie die Stuttgarter Nachrichten und die PC Welt berichten, soll das soziale Netzwerk Facebook in Zukunft erst ab 16 Jahren in vollem Umfang nutzbar sein. Nutzer zwischen 13 und 15 Jahren werden künftig die Erlaubnis ihrer Eltern einholen müssen, um gewisse Profilangaben, wie zum Beispiel Religionszugehörigkeit oder politische Ansichten, öffentlich zu machen.
Die Erziehungsberechtigten können auch darüber entscheiden, ob ihren Kindern personalisierte Werbung auf Basis von Daten anderer Unternehmen angezeigt wird oder die sexuelle Ausrichtung des Nachwuchs öffentlich einsehbar ist.
Für die reine Nutzung der Plattform gilt weiterhin eine Altersgrenze von 13 Jahren.
Im Zuge der DSGVO
Ab dem 25. Mai tritt europaweit die neue Datenschutzgrundverordnung (DSGVO) in Kraft und Facebook passt sich an.
Dabei betont der Social Media Gigant, dass in der neuen DSGVO jedoch nicht ausdrücklich vorgeschrieben wird, das Alter der Nutzer zu überprüfen, Facebook wolle aber “angemessene” Anstrengungen unternehmen, um die nötige Zustimmung der Eltern zu verifizieren.
So sollen die Unter-16-Jährigen die Möglichkeit haben, das Facebook-Profil oder eine E-Mail-Adresse der Eltern angeben zu können. Facebook schickt danach eine Anfrage zur Bestätigung der Profil-Einstellungen an diesen angegebenen Kontakt.
Gesichtserkennung nun auch in Europa?
Auch in Sachen Gesichtserkennung gibt es eine Neuerung. Ist diese Funktion bereits seit sechs Jahren Bestandteil in vielen Ländern, wurde bislang hierzulande der Gebrauch der Funktion stark kritisiert. Nach langen Rechtsstreitigkeiten soll die Gesichtserkennung jedoch nun auch in Europa und Kanada Einzug halten.
Laut Facebook sei die Nutzung jedoch freiwillig und kann auch deaktiviert werden.
Bei der Gesichtserkennung schlägt Facebook die Markierung von Freunden in Fotos und Videos vor. Dies könnte auch im Falle von Fake-Profilen hilfreich sein, um den Missbrauch von Fotos beizukommen. Auch hier gelten Einschränkungen für Jugendliche, denn das Feature ist erst ab dem vollendeten 18. Lebensjahr verfügbar.
Abwanderung von Unter-24-Jährigen
Ob die neuen Sicherheitsvorkehrungen dazu beitragen, dass Jugendliche die Plattform wieder als “cool” empfinden, ist laut eMarketer fraglich. Der Prognose des Marktforschungsunternehmens nach, soll Facebook dieses Jahr mehr als zwei Millionen Nutzer im Teenager-Alter verlieren. Das Netzwerk kämpft schon seit einiger Zeit mit einem “Abwanderungsproblem” von unter 24-Jährigen.
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