Unsere Demokratie basiert auf freier Meinungsäußerung und authentischen Diskussionen. Doch wenn Fake-Profile und Bots – von Computern gesteuerte Accounts, die menschlich wirken sollen – in den sozialen Medien das Gespräch dominieren, ist Vorsicht geboten.

Was sind Fake-Profile bzw. Bots und warum sind sie problematisch?

Fake-Profile bzw. Bots tarnen sich als echte Nutzer und verbreiten oft gezielt spaltende und hasserfüllte Botschaften. Diese Accounts gefährden unsere Demokratie, indem sie die Stimmen echter Menschen übertönen und die Diskussion manipulieren. Das Erstellen und Betreiben dieser Fake-Profile kostet Zeit und Geld. In großem Maßstab werden solche Operationen häufig von ausländischen Akteuren durchgeführt, die ein Interesse daran haben, Zwietracht zu säen und politische Diskussionen zu verzerren.

Wie erkennt man Fake-Profile und Bot-Accounts?

Man kann zwar nicht immer sicher sagen, ob ein Profil ein Bot ist, aber es gibt bestimmte Anzeichen, auf die man achten kann:

  • Fake-Profile und Bot-Accounts, die extrem viele Tweets pro Tag posten
  • Fake-Profile und Bot-Accounts, die selten eigene Inhalte schreiben und fast ausschließlich retweeten
  • Fake-Profile und Bot-Accounts mit einem Handle, das in einer langen Zahlenfolge endet, was darauf hinweist, dass der Account-Inhaber den von der Plattform vorgegebenen Standardnamen verwendet hat
  • Fake-Profile und Bot-Accounts ohne Profilbild oder mit einem Bild, das Anzeichen dafür zeigt, von einer KI generiert oder von anderswo im Web gestohlen worden zu sein
  • Fake-Profile und Bot-Accounts mit wenigen Followern

Ein oder zwei dieser Anzeichen allein sind noch kein Beweis für ein Fake-Profil oder einen Bot-Account. Es gibt viele Accounts, die wenige Follower haben oder kein Foto von sich im Profil haben. Aber wenn mehrere dieser roten Flaggen zusammen auftreten, insbesondere wenn der Account sehr häufig postet, ist es vernünftig, von einem Bot auszugehen.

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Welchen Einfluss haben Fake-Profile und Bot-Accounts auf die Online-Diskussion?

Fake-Profile und Bot-Accounts sind oft sehr aktiv und posten enorme Mengen an Inhalten. Diese Accounts können eine überproportionale Wirkung auf die Diskussionen in den sozialen Medien haben, weil sie durch ihre hohe Aktivität viele Menschen erreichen. Sie sind häufig so programmiert, dass sie koordiniert arbeiten und denselben Inhalt verstärken. Dadurch können sie bestimmte Themen und Narrative dominieren und echte, menschliche Stimmen übertönen.

Welche Inhalte verbreiten Fake-Profile und Bot-Accounts?

Viele Bot-Accounts sind parteipolitisch und unterstützen oder lehnen bestimmte politische Parteien ab. Einige verbreiten extreme und hasserfüllte Botschaften, wie Islamophobie, Homophobie, Antisemitismus und Transphobie. Andere leugnen den Klimawandel, behaupten, Impfstoffe hätten einen Genozid verursacht oder propagieren die sogenannte Great Replacement Theory.

Wer steckt hinter diesen Fake-Profile und Bot-Accounts?

Die Frage, wer diese Bots betreibt und finanziert, ist oft schwer zu beantworten. Es ist jedoch wahrscheinlich, dass hinter diesen Accounts Akteure stehen, die ein Interesse daran haben, uns zu spalten oder bestimmte politische Agenden zu fördern. Dies können sowohl inländische als auch ausländische Akteure sein, die Desinformation und Hass verbreiten wollen.

Was können wir dagegen tun?

Social-Media-Plattformen tragen eine große Verantwortung, ihre Nutzer vor diesen Gefahren zu schützen. Sie müssen sicherstellen, dass ihre Plattformen nicht von Bots manipuliert werden. Neue Gesetze wie das deutsche Netzwerkdurchsetzungsgesetz (NetzDG) und das österreichische Kommunikationsplattformen-Gesetz verlangen von den Plattformen, Maßnahmen zu ergreifen, um die Integrität der öffentlichen Diskussion zu schützen. Dazu gehört auch die Verhinderung von ausländischer Einmischung und der Einsatz von Bots.

Fazit

Bots in den sozialen Medien sind eine ernsthafte Bedrohung für die Demokratie. Sie manipulieren Diskussionen, verbreiten Desinformation und übertönen echte menschliche Stimmen. Social-Media-Unternehmen müssen ihre Richtlinien strenger durchsetzen und in den Schutz der öffentlichen Diskussion investieren. Es liegt in unserer Verantwortung, wachsam zu bleiben und uns gegen die Manipulation unserer demokratischen Prozesse zu wehren.

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