Die Behauptung
In einem TikTok-Video mit über einer halben Million Aufrufen wird behauptet, ein 14-jähriger Täter namens Ahmed sei in München in die Wohnung einer 91-Jährigen eingebrochen und habe sie vergewaltigt. Eine DNA-Analyse habe ihn als Täter bestätigt, und die Ermittlungen liefen.
Falsch
Die Münchner Polizei bestätigt, dass es keinen solchen Vorfall gibt. Es existieren keine Medienberichte, die diese Behauptung stützen. Der einzige ähnliche Fall geschah in den USA, wo ein 14-Jähriger für eine vergleichbare Tat verurteilt wurde.
Kurze Faktenübersicht:
- Kein Fall in München: Die Münchner Polizei hat keinerlei Kenntnis von einem solchen Vorfall.
- Erfundener Tätername: Im TikTok-Video wird der Name „Ahmed“ genannt – in Wahrheit hieß der Täter in dem ähnlichen Fall Jesse Stone.
- Tatsächlicher Fall in den USA: In Florida wurde ein 14-jähriger Täter wegen einer ähnlichen Tat verurteilt – nicht in Deutschland.
Gezielte Desinformation: Falschmeldung kursiert auf TikTok
Polizei München: „Kein solcher Fall bekannt“
Das Video wurde mehr als 23.000 Mal geteilt und hat über eine halbe Million Aufrufe. Es wird darin detailliert beschrieben, dass ein 14-Jähriger mit dem angeblichen Namen „Ahmed“ in die Wohnung einer 91-Jährigen in München eingedrungen sei und sie vergewaltigt habe.
Doch eine Nachfrage bei der Münchner Polizei ergab: Ein solcher Fall ist nicht bekannt.
Zusätzlich existieren keine Medienberichte, die diese Behauptung stützen. Eine Google-Suche nach relevanten Stichwörtern führt zu keinem einzigen Vorfall in Deutschland – stattdessen zu einem Fall in den USA:
Tatsächlicher Fall: 14-Jähriger in Florida verurteilt
Während die Behauptung über München frei erfunden ist, gab es tatsächlich einen ähnlichen Fall in Florida, USA.
- Im Juni 2024 wurde dort eine 91-jährige Frau missbraucht.
- Der Täter war ein 14-jähriger Weißer namens Jesse Stone.
- Er wurde Anfang Februar 2025 zu 25 Jahren Haft verurteilt.
TikTok-Kommentare: Rassistische Hetze und Desinformation
Ein Blick in die Kommentare unter dem Video zeigt ein weiteres Problem: Viele Nutzerinnen und Nutzer verbreiten rassistische und frauenfeindliche Kommentare.
Hier zeigt sich die Absicht hinter der Falschmeldung: Ein realer Fall aus den USA wird umgeschrieben und manipuliert, um gezielt rassistische Stimmung in Deutschland zu schüren. Der Täter wird „umbenannt“ und die Tat nach Deutschland verlegt – ein typisches Beispiel für Desinformation.
Fazit zur Falschbehauptung über eine Vergewaltigung in München
Dieses TikTok-Video ist ein klassisches Beispiel für Fake News, die zur gezielten Manipulation eingesetzt werden. Die Polizei München dementiert die Behauptung. Es gibt keinen einzigen Medienbericht zu einem solchen Vorfall in Deutschland. Ein echter, aber völlig unabhängiger Fall ereignete sich in Florida, USA. Hier wird bewusst eine Lüge verbreitet, um Ängste zu schüren und rassistische Narrative zu bedienen.
Quelle: Correctiv
Das CORRECTIV-Team hinter der Recherche: Steffen Kutzner, redigiert durch Sophie Timmermann, Paulina Thom
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