Nach einem Betrugsfall durch falsche Polizeibeamte suchen die Ermittler mit einem Phantombild nach einem der Täter.

Am Freitag, dem 05.05.2023, ist es in Trappenkamp im Bereich des Gönnebeker Rings zu einem Betrug durch falsche Polizeibeamte gekommen, die 30.000 Euro bei ihrem Opfer abgeholt haben. Nach dem bisherigen Stand der Ermittlungen meldete sich am Vormittag die angebliche Tochter der Rentnerin und berichtete unter Tränen, einen Verkehrsunfall verursacht zu haben.

Kurz darauf übernahm eine falsche Polizeibeamtin, angeblich aus Bad Segeberg, das Telefonat und untermauerte die Legende von einem Verkehrsunfall, den die Tochter der Trappenkamperin verschuldet haben sollte. Bei dem Unfall sei eine Mutter getötet und ihr Kind schwer verletzt worden. Aufgrund dessen befinde sich die Tochter in Haft, könne aber gegen Geld freigelassen werden. Eine vermeintliche Staatsanwältin übte weiter Druck aus und fragte nach Bargeld und Wertsachen im Haus der Seniorin.

Die Betrüger forderten die Trappenkamperin auf, 30.000 Euro für die Freilassung ihrer Tochter bereitzustellen. Das Geld sollte durch einen Boten abgeholt werden. Bis zur vereinbarten Geldübergabe gegen 12:00 Uhr hielten die Täterinnen ihr Opfer fast durchgängig am Telefon, um ihr keine Möglichkeit zum Nachdenken zu geben.

Ein etwa 2 Meter großer Unbekannter von schlanker Statur erschien schließlich bei der Frau und nahm das Geld und ein Echtgoldduplikat einer Olympiamedaille von 1972 entgegen. Der Mann soll zwischen 30 und 40 Jahre alt gewesen sein. Er war mit einem schwarzen Einteiler ohne Kragen, mit blauen und grünen Streifen auf der Seite und schwarzen Lederschuhen mit abgerundeter Spitze bekleidet.

Nach einem Betrugsfall durch falsche Polizeibeamte suchen die Ermittler mit einem Phantombild nach einem der Täter.
Quelle: Polizeidirektion Bad Segeberg / Öffentlichkeitsfahndung mit Phantombild
Quelle: Polizeidirektion Bad Segeberg / Öffentlichkeitsfahndung mit Phantombild
Quelle: Polizeidirektion Bad Segeberg / Öffentlichkeitsfahndung mit Phantombild

Die Kriminalpolizei Bad Segeberg bittet um sachdienliche Hinweise zur Identität des Unbekannten. Die Ermittler bitten um Kontaktaufnahme unter 04551 884-0.

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Vor dem aktuellen Hintergrund warnt die Polizei zum wiederholten Male vor betrügerischen Anrufen.


Derartige Anrufe sind ein bundesweites Phänomen, das oftmals durch überörtliche Täter begangen wird. Unbekannte Anrufer versuchen immer wieder mittels dieser Masche an Bargeld und Wertgegenstände zu kommen.

Der Fantasie der Betrüger sind hierbei keine Grenzen gesetzt. Nicht selten werden sie am Telefon aufdringlich oder betteln regelrecht um Hilfe. Oftmals verfügen die Betrüger sogar über Detailwissen und verunsichern die Bürgerinnen und Bürger dadurch enorm. Die Zielrichtung ist dabei immer dieselbe. Die „Opfer“ sollen Bargeld besorgen und es den Betrügern aushändigen.

Die Polizei ruft insbesondere ältere Menschen dazu auf, bei derartigen Anrufen hellhörig zu werden und umgehend die Polizei zu informieren. Ferner rät die Polizei jüngeren Familienangehörigen, ihre lebensälteren Verwandten und Bekannten für das Thema zu sensibilisieren.

Zudem können sich besorgte Bürger bei bestehender Unsicherheit im Umgang mit derartigen Anrufen an jede örtliche Polizeidienststelle oder gleichermaßen an das Sachgebiet Prävention der Polizeidirektion Bad Segeberg wenden (Bad Segeberg 04551 884-2141, Pinneberg 04101 2020). Dort erhalten vermeintliche Opfer, aber auch Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter örtlicher Geldinstitute, entsprechende Hinweise.

Wertvolle Sicherheitstipps für Senioren sind dem Bereich der Prävention der Homepage der Landespolizei Schleswig-Holstein sowie der Internetpräsenz der polizeilichen Kriminalprävention der Länder und des Bundes unmittelbar zu entnehmen.


Die Maschen der Täter:

Am Telefon geben sich Betrüger als vertrauenswürdige Personen aus, um Geld zu erbeuten. Die Täter schaffen es, ältere Menschen am Telefon zu verunsichern oder zu verängstigen. Viele sind dann bereit, Bargeld oder Wertsachen an die Kriminellen zu übergeben. So gehen die Täter vor:

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Falsche Polizeibeamte

Die Täter täuschen durch die im Display angezeigte Rufnummer vor, von der Polizei zu sein (z. B. 110 oder Nummer der örtlichen Polizeidienststelle). Die Betrüger warnen beispielsweise vor einem geplanten Einbruch. Den Betroffenen bieten sie an, Bargeld oder Wertsachen von einem Kriminalbeamten an einen „sicheren Ort“ bringen zu lassen. Sie geben vor, nach der akuten Gefahr alles zurückzubringen. Weitere Maschen: Betrüger warnen vor Falschgeld, das überprüft werden muss, oder vor Kriminellen, die das Konto der Angerufenen plündern wollen.

Enkeltrick

Die Betrüger rufen meist bei älteren und alleinlebenden Personen an und geben sich als Verwandte, Enkel oder auch gute Bekannte aus. Immer bitten sie kurzfristig um Bargeld. Vorgetäuscht wird ein finanzieller Engpass oder eine Notlage, beispielsweise ein Autokauf oder ein Unfall. Die Lage wird immer als äußerst dringlich dargestellt, um das Opfer unter Druck zu setzen. Sobald es bereit ist zu bezahlen, wird ein Bote geschickt, um das Geld abzuholen. Hat der Betroffene die geforderte Summe nicht zu Hause, wird er gebeten, unverzüglich zur Bank zu gehen, um dort den Betrag abzuheben. Nicht selten ruft der Täter sogar ein Taxi, wenn das Opfer den Weg nicht zu Fuß bewältigen kann.

Gewinnversprechen

Die Betrüger versprechen ihren Opfern am Telefon hohe Gewinne. Die Methode ist immer ähnlich: Vor einer Gewinnübergabe werden die Betroffenen aufgefordert, eine Gegenleistung zu erbringen. Sie sollen Gebühren bezahlen, kostenpflichtige Telefonnummern anrufen oder an Veranstaltungen teilnehmen, auf denen minderwertige Ware zu überhöhten Preisen angeboten wird.

Tipps für Ihre Sicherheit

  • Lassen Sie sich nicht unter Druck setzen. Legen Sie den Hörer auf, wenn Ihnen etwas merkwürdig erscheint.
  • Sprechen Sie am Telefon nicht über Ihre persönlichen und finanziellen Verhältnisse.
  • Übergeben Sie niemals Geld oder Wertgegenstände an unbekannte Personen.
  • Sprechen Sie mit Ihrer Familie oder anderen Vertrauten über den Anruf.
  • Wenn Sie unsicher sind: Rufen Sie die Polizei unter 110 (ohne Vorwahl) oder Ihre örtliche Polizeidienststelle an. Nutzen Sie nicht die Rückruftaste.
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