Sie wirken offiziell, vertrauenswürdig und tauchen in den Suchmaschinen ganz oben auf: Fake-Webseiten, die sich als Serviceportale staatlicher Stellen oder großer Unternehmen ausgeben, führen Verbraucher zunehmend in die Irre. In den letzten Wochen häufen sich die Warnungen von Verbraucherzentralen, die vor zweifelhaften Anbietern warnen, die für einfache Dienstleistungen, wie Adressänderungen oder Nachsendeaufträge, überhöhte Gebühren verlangen. Das eigentliche Angebot, auf das sich diese Seiten beziehen, ist meist kostenlos oder wesentlich günstiger über die offiziellen Kanäle erhältlich. Doch durch geschicktes Design und gezielte Werbeschaltungen täuschen diese Plattformen viele Nutzer.
Abzocke beim Rundfunkbeitrag: Drittanbieter verlangt knapp 40 Euro
Ein besonders auffälliges Beispiel liefert eine Webseite, die vorgibt, offizielle Änderungen zum Rundfunkbeitrag zu ermöglichen. Verbraucher werden hier aufgefordert, etwa bei einem Umzug ihre Adresse gegen eine Gebühr von knapp 40 Euro zu aktualisieren. Was viele nicht wissen: Der offizielle Beitragsservice bietet diesen Vorgang kostenlos an. Die Nachahmerseite ahmt jedoch das Layout und die Struktur der echten Plattform so überzeugend nach, dass sie auf den ersten Blick kaum von dieser zu unterscheiden ist. Erst bei genauerem Hinsehen, etwa im Impressum, wird klar, dass es sich um einen privaten Anbieter mit Firmensitz im Ausland handelt.
Nachsendeauftrag bei angeblicher Post-Seite fast doppelt so teuer
Ein weiterer Fall betrifft ein vermeintliches Online-Portal für Nachsendeaufträge. Diese Webseite erweckt den Eindruck, mit der Deutschen Post verbunden zu sein, bietet den Dienst aber zu einem Preis von fast 70 Euro an. Im Vergleich zur offiziellen Leistung der Deutschen Post, die rund 30 Euro kostet, zahlen Kunden also deutlich mehr, ohne einen zusätzlichen Nutzen zu erhalten. Die eingegebenen Informationen werden lediglich an die echte Post weitergeleitet. Hinter dem Angebot steckt ein Unternehmen mit Sitz außerhalb Deutschlands, das sich durch den hohen Preis finanziert und dabei auf die Unkenntnis vieler Nutzer setzt.
So funktioniert der Trick: Werbung statt Vertrauen
Die Betreiber dieser Webseiten nutzen gezielt bezahlte Anzeigen, um in den Suchmaschinen vor den offiziellen Seiten zu erscheinen. Viele Nutzer klicken reflexartig auf die ersten Ergebnisse und erkennen nicht, dass es sich um bezahlte Werbung handelt. Durch das nahezu identische Design und die Verwendung ähnlicher Begriffe entsteht der Eindruck, es handle sich um eine vertrauenswürdige, offizielle Plattform. Auffällig ist, dass die Hinweise auf die tatsächliche Herkunft des Angebots oft bewusst versteckt oder in schwer lesbarer Schrift am Seitenende platziert werden.
Auch die Firmensitze der Anbieter, oft in Dubai oder anderen außereuropäischen Regionen, erschweren es Betroffenen, sich rechtlich zu wehren oder ihr Geld zurückzufordern. Trotz der rechtlichen Grauzone sind solche Angebote bislang nicht illegal, solange der Anbieter klar auf seine Identität hinweist. Doch dieser Hinweis geht im aufgeräumten und offiziell wirkenden Design der Webseiten oft unter, was die Masche besonders gefährlich macht.
Fazit
Die aktuellen Fälle zeigen deutlich, wie professionell gestaltete Fake-Webseiten Verbraucher durch gezielte Irreführung zu unnötigen Ausgaben verleiten. Die vermeintlichen Serviceportale bieten keinen Mehrwert, sondern leiten bezahlte Anfragen lediglich weiter, zu Preisen, die in keinem Verhältnis zur Leistung stehen. Besonders problematisch ist, dass viele dieser Angebote durch Suchmaschinenwerbung bevorzugt angezeigt werden und so einen offiziellen Eindruck erwecken.
Quelle: t-online
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