Luxus-Skigebiet in der Ukraine? Faktencheck: Kein deutsches Steuergeld

Falschbehauptung über Finanzierung: Warum das Goro Mountain Resort kein deutsches Steuergeld erhält

Die Behauptung

Es wird behauptet, dass die Ukraine ein Luxus-Skigebiet mit deutschen Steuergeldern finanziert habe. Das 1,5 Milliarden Euro teure Goro Mountain Resort sei angeblich bereits eröffnet worden und richte sich an wohlhabende Ukrainer und Geflüchtete.

Faktencheck: Falsch

Die Behauptung ist falsch. Das Goro Mountain Resort ist ein privat finanziertes Projekt, das von der OKKO Group und weiteren Investoren getragen wird. Es gibt keine Hinweise auf deutsche oder andere internationale Steuergelder. Die ukrainische Regierung beteiligt sich lediglich an Steuererleichterungen und beschleunigten Genehmigungen. Außerdem wurde das Resort noch nicht einmal eröffnet – es befindet sich noch in der frühen Bauphase, und die Bauzeit wird auf 15 Jahre geschätzt.

💬Wie wird Desinformation in Konflikten eingesetzt? Antworten finden Sie im Leitfaden Krieg & Konflikt-Desinformation.
Mimikama braucht Verstärkung – hilf uns, eine weitere Person ins Team zu holen

Aufgrund aktueller Nutzermeldungen zum Goro Mountain Resort in der Ukraine sowie wiederholter Anfragen zu Behauptungen wie dieser:

‘Die Ukrainer haben es sich verdient! Mit Steuergeld aus Deutschland wurde jetzt in der West-Ukraine ein 1,5 Milliarden Euro teures Skigebiet eröffnet. Am Fuße des Gebirgszuges Vysokyi Verkh, auf einer Höhe von 650 Metern über dem Meeresspiegel, in der Nähe der Dörfer Volosianka und Verkhnia Rozhanka hat in dieser Woche das GORO-Mountain-Resort seinen Betrieb aufgenommen. Auf insgesamt 1200 Hektar findet sich nun alles, was der gestresste Bürgergeld-Ukrainer zum Erholen in der Heimat benötigt: Fünf Hotelkomplexe mit mehr als 1.100 Zimmern sowie eine Freizeitinfrastruktur mit SPA, Schwimmbädern, Restaurants, Kinder- und Geschäftsbereichen. Außerdem modernste Berg- und Skiinfrastruktur, Beschneiungsanlagen, zwei Gondelbahnen, 11 Sessellifte und 75 Pistenkilometer.’

haben wir uns entschieden, dieses Thema erneut aufzugreifen. Obwohl wir bereits HIER ausführlich dazu berichtet haben, möchten wir nochmals die zentralen Fakten zusammenfassen.

Die Fakten zum Goro Mountain Resort
Die Fakten zum Goro Mountain Resort

Die Fakten zum Goro Mountain Resort

Status des Projekts: Das Goro Mountain Resort existiert bislang nur auf dem Papier. Der Baustart erfolgte im Oktober 2024. Erste Infrastrukturen wie ein Empfangszentrum und Gondelbahnen sollen bis 2028/29 fertiggestellt werden. Die vollständige Umsetzung des Projekts wird rund 15 Jahre dauern.

  • Erste Bauphase:
    • Empfangszentrum und untere Gondelstationen.
    • Zehn Skipisten mit Beschneiungsanlagen und zwei Sessellifte.
    • Fünf Hotelkomplexe mit über 1.100 Zimmern.
  • Geplante Fertigstellung: Die erste Bauetappe (20 Hektar) soll bis zum Winter 2028/29 abgeschlossen sein.

Finanzierung: Die Gesamtkosten des Projekts belaufen sich auf rund 1,5 Milliarden US-Dollar. Davon will die OKKO Group 500 Millionen US-Dollar aus Eigenmitteln und Krediten beisteuern, während der Rest durch externe Investoren finanziert werden soll.

Was bedeutet das?

  • Es gibt bisher keine fertiggestellte Infrastruktur wie Skipisten, Hotels oder Gondelbahnen.
  • Die Behauptung, das Resort habe bereits „diese Woche eröffnet“, ist falsch.
  • Das Projekt befindet sich noch in einer frühen Entwicklungsphase. Bis zur Fertigstellung wird es Jahre dauern.

Keine Steuergelder oder staatliche Mittel

Das Goro Mountain Resort wird tatsächlich in den ukrainischen Karpaten gebaut, jedoch handelt es sich um ein privat finanziertes Projekt der OKKO Group, einer ukrainischen Unternehmensgruppe. Es gibt keine Hinweise darauf, dass deutsche oder andere internationale Steuergelder in dieses Projekt geflossen sind.

  • Hilfsgelder oder staatliche Mittel? Weder fließen internationale Hilfsgelder noch verwendet die ukrainische Regierung eigene Mittel für den Bau des Resorts. Die Finanzierung erfolgt ausschließlich durch die OKKO Group und private Investoren.
  • Staatliche Unterstützung: Die ukrainische Regierung unterstützt das Projekt lediglich indirekt durch Steuererleichterungen und beschleunigte Genehmigungsverfahren. Dies geschieht im Rahmen des Programms „Investment-Nanny“, das private Großinvestitionen fördert. Dabei handelt es sich um eine politische Maßnahme zur wirtschaftlichen Entwicklung, die keine direkten finanziellen Leistungen der Regierung beinhaltet.

Die Behauptung, das Resort werde mit deutschen Steuergeldern finanziert, ist somit unbegründet und falsch. Es handelt sich um eine gezielte Falschinformation, um die Ukraine und internationale Unterstützung in ein negatives Licht zu rücken.

Was steckt hinter dem Projekt?

Die OKKO Group ist ein vielseitiges Unternehmen mit Sitz in Lwiw, Ukraine, und gehört zur Galnaftogaz-Gruppe, die eine der größten Tankstellenketten in der Ukraine betreibt. Das Unternehmen ist vor allem im Bereich Energie und Handel tätig, hat sich aber in den letzten Jahren auch in Immobilienentwicklung und Großprojekte diversifiziert.

  • Hauptaktivitäten: Betrieb von Tankstellen, Immobilienentwicklung und Handel.
  • Vision: Mit dem Goro Mountain Resort will die OKKO Group laut eigener Aussage eine strategische Investition in die Zukunft und den Wiederaufbau der Ukraine leisten.

Das Goro Mountain Resort entsteht im westlichen Teil der Ukraine (auf Google Maps ansehen) und soll ein modernes Ganzjahres-Skigebiet werden. Geplant sind:

  • 41 Skipisten mit einer Gesamtlänge von 74 Kilometern,
  • 25 Hotels, Wellnessbereiche und Eventräume,
  • Gondel- und Liftanlagen, Wassersportmöglichkeiten sowie Restaurants und Geschäfte.

Das Projekt umfasst insgesamt eine Fläche von rund 1200 Hektar. Die Bauzeit wird auf 15 Jahre geschätzt.

Ursprung der Fake News

Die Behauptung, dass die Ukraine staatliche Gelder in dieses Projekt investiere, wurde von prorussischen Kanälen und Medien verbreitet. Ziel dieser Falschmeldung ist es, die Ukraine in ein schlechtes Licht zu rücken und den Eindruck zu erwecken, dass Auslandshilfen nicht sinnvoll verwendet werden.

Einige Beiträge versuchen außerdem, Vorurteile gegenüber ukrainischen Geflüchteten zu schüren. Sie argumentieren, dass Teile des Landes offenbar so friedlich seien, dass dort gebaut werden könne – was angeblich die Fluchtgründe widerlegen würde.

Warum ist diese Falschmeldung so wirkungsvoll?

Solche Behauptungen greifen gezielt bestehende Vorurteile und gesellschaftliche Spannungen auf. In diesem Fall werden Ressentiments gegen Geflüchtete in Ländern wie Deutschland geschürt, indem suggeriert wird, dass Steuergelder für den Bau eines Luxusprojekts missbraucht werden. Gleichzeitig soll die Solidarität mit der Ukraine geschwächt werden, indem der Eindruck entsteht, das Land sei nicht auf Unterstützung angewiesen. Diese Taktik dient der Spaltung und Ablenkung von den tatsächlichen Ursachen des Krieges.

Fazit

Die Behauptung, die ukrainische Regierung stecke 1,5 Milliarden Dollar in den Bau des Goro Mountain Resorts, ist nicht wahr. Das Projekt wird vollständig privat finanziert und durch Steuererleichterungen unterstützt. Die Pläne dafür bestehen bereits seit Jahren – lange vor dem russischen Angriffskrieg.

Quellen:


Hinweis: Stand zum Veröffentlichungsdatum.
Verwendete Bilder, Screenshots und Medien dienen ausschließlich der sachlichen Auseinandersetzung im Sinne des Zitatrechts (§ 51 UrhG).
Teile dieses Beitrags können KI-gestützt erstellt und redaktionell geprüft worden sein.
(Mehr zur Arbeitsweise) Welche Quellen wir verwenden und was für uns kein Beleg ist, steht auf unserer Quellenseite.