Faktencheck: Grünen-Politikerin klebte Anti-Nazi-Aufkleber auf NPD-Plakate

Die Wahrheit hinter den Vorwürfen gegen Janet Lutz

Die Behauptung

Eine Grünen-Politikerin soll 2009 als „falsche Fährte“ Hakenkreuze auf NPD-Plakate geklebt haben. Diese Behauptung wird in sozialen Medien immer wieder verbreitet.

Wahr

Tatsächlich hat die Grünen-Politikerin Anti-Nazi-Aufkleber auf NPD-Plakate geklebt. Diese Aufkleber zeigten ein Hakenkreuz in einer Mülltonne als Zeichen gegen den Nationalsozialismus.

→Woran erkennt man Fake News zuverlässig? Antworten finden Sie im Leitfaden Fake News erkennen.

Gerüchte und Behauptungen

Im Wahlkampf ist das Verhalten von Politiker*innen ein heiß diskutiertes Thema. Besonders hartnäckig hält sich seit Jahren das Gerücht, die Grünen-Politikerin Janet Lutz aus Thüringen habe 2009 Hakenkreuze geschmiert, um eine „falsche Fährte“ zu legen. Diese Geschichte wird immer wieder als Beispiel für angebliche Falschinformationen und Täuschungen herangezogen, um die Grünen in ein schlechtes Licht zu rücken.

Mimikama braucht Verstärkung – hilf uns, eine weitere Person ins Team zu holen
Faktencheck: Grünen-Politikerin klebte Anti-Nazi-Aufkleber auf NPD-Plakate
Screenshot aus den sozialen Medien

Bewertung

Nach Durchsicht verschiedener Quellen und Berichte lässt sich sagen: Es gibt keine Beweise dafür, dass Janet Lutz Hakenkreuze auf NPD-Plakate geschmiert hat. Die Vorwürfe stammen aus dem Umfeld der rechtsextremen NPD und entbehren jeder Grundlage. Tatsächlich überklebte Lutz die Plakate mit Anti-Nazi-Aufklebern, die ein Hakenkreuz in einer Mülltonne zeigten.

Die Fakten

Janet Lutz war bei der Bundestagswahl 2009 Direktkandidatin der Grünen im thüringischen Wahlkreis 191. Im Wahlkampf 2009 war sie in einen Vorfall verwickelt, über den mehrere Zeitungen berichteten. Die Berichte sind zwar nicht mehr online verfügbar, können aber noch über die Pressedatenbank Genios gefunden werden.

Wie die „Thüringische Landeszeitung“ und die „Thüringer Allgemeine“ am 27. August 2009 berichteten, überklebte Lutz Wahlplakate der NPD mit Aufklebern mit einem Anti-Nazi-Motiv. Die Aufkleber zeigten ein Hakenkreuz, das in eine Mülltonne geworfen wird. Der Vorfall ereignete sich in Apolda, Lutz wurde dabei von Neonazis erwischt und zur Rede gestellt.

Weitere Informationen

Das von Lutz verwendete Anti-Nazi-Symbol ist weit verbreitet und zeigt ein durchgestrichenes oder zerstörtes Hakenkreuz. Solche Darstellungen sind nicht strafbar, wenn sie sich eindeutig gegen den Nationalsozialismus richten. Der Bundesgerichtshof hat 2007 entschieden, dass solche Darstellungen legal sind, wenn sie die Gegnerschaft zur NS-Ideologie verdeutlichen.

Die NPD, die sich heute „Die Heimat“ nennt, verbreitete damals die falsche Behauptung, Lutz habe Hakenkreuze geschmiert. Dieser Vorwurf findet sich in einem Artikel der NPD Thüringen vom 26. August 2009, der heute nur noch archiviert zugänglich ist.

Die Landespolizeidirektion Thüringen konnte keine entsprechende Anzeige aus dem Jahr 2009 finden. Es gibt also kein offizielles Dokument, das die Vorwürfe gegen Lutz belegen würde.

Quelle: dpa

Mimikama-Tipp

Abonnieren Sie unseren Newsletter und bleiben Sie auf dem Laufenden. Besuchen Sie auch unsere monatlichen Online-Vorträge und Workshops, um mehr über den Umgang mit Falschmeldungen zu erfahren.

MIMIKAMA · FAKTENCHECK

Faktencheck als Bild teilen

Den Faktencheck per Artikellink teilen oder das 4:5-Faktenbild als PNG herunterladen.

Social-Faktenbild · 4:5 · 1080 × 1350 px

Bild wird vorbereitet …

Bitte prüfe beim Teilen, ob der gekürzte Text die Aussage korrekt wiedergibt. Die vollständige Recherche ist im Artikel verlinkt.


Hinweis: Stand zum Veröffentlichungsdatum.
Verwendete Bilder, Screenshots und Medien dienen ausschließlich der sachlichen Auseinandersetzung im Sinne des Zitatrechts (§ 51 UrhG).
Teile dieses Beitrags können KI-gestützt erstellt und redaktionell geprüft worden sein.
(Mehr zur Arbeitsweise) Welche Quellen wir verwenden und was für uns kein Beleg ist, steht auf unserer Quellenseite.