Warnungen vor „Hannes Bochtler“ sind unbegründet! Erfahren Sie bei Mimikama, warum dieser Kettenbrief kein Virus ist und wie Sie Fake-News erkennen können
→Wie erkennt man schädliche Programme auf dem eigenen Gerät? Antworten finden Sie im Leitfaden Malware erkennen.
Erneut geht ein Kettenbrief herum, der vor dem Kontakt mit einem „Hannes Bochtler“ warnt. Spoiler: es ist kein Virus!
Um diesen Kettenbrief in Form eines Facebook-Statusbeitrages geht es:
Scrennshot: mimikama.org
„Sag mal bitte allen Leuten in deiner Liste, dass sie den Kontakt mit ‚Hannes Bochtler‘ nicht annehmen sollen! Das ist ein Virus (über WhatsApp usw.), der zerstört die ganze Festplatte und zieht sich die Daten runter, wenn ihn einer deiner Kontakte erwischt, bist du auch betroffen, weil er sich durch die Liste frisst! Also kopier und schicken!!! Wenn dich die Nummer 0176XXXXXXXX anruft, nimm ja nicht ab! Ist ein Hacker und es werden auch all deine Kontakte betroffen sein! Es ist heute Morgen auch von Antenne Bayern und RTL bestätigt worden! Weiterleiten“
Alter Text, neuer Name: Kettenbriefe dieser Art gehen seit Jahren herum.
Aber ob sie nun Ute Christoph oder Christoph und Jessica Davies heißen: es sind allesamt Kettenbriefe mit der falschen Behauptung, man könne sich durch eine einfache Kontaktanfrage oder sogar durch einen Anruf einen Virus einfangen, was allerdings technisch nicht möglich ist.
Die Geschichte hinter diesem Kettenbrief
Während die Namen der Kettenbriefe variieren und nicht nachvollziehbar sind, gibt es doch tatsächlich eine Geschichte hinter diesem, speziellen Kettenbrief: Ursprünglich war er nämlich als Scherz gedacht!
Einige Kollegen des Fußballvereins SV Egg an der Günz im Allgäu wollten sich einen Scherz erlauben. Sie trugen Namen und Handynummer ihres Abwehrspieles Hannes ein und verteilten den Kettenbrief innerhalb der Mannschaft.
Jedoch war wenigstens einer der Spieler entweder zu unvorsichtig oder zu leichtgläubig: Er verteilte den Kettenbrief weiter, so dass er mittlerweile in mehrtausendfacher Kopie durch WhatsApp und Facebook geistert.
Nach unzähligen Drohungen und Beschimpfungen musste er sich schließlich eine neue Handynummer zulegen und hofft, dass nun Ruhe einkehrt.
Technisch nicht möglich!
Durch diese Kettenbriefe kommen also nicht selten echte Menschen zu Schaden. Auch sind solche Hackerangriffe gar nicht möglich!
Welche Person auch genannt ist, es ist kein Virus. Außer sie hat einen.
Er kann auch keine Festplatte zerstören bzw. kann er sich auch keine Daten herunter laden, denn so etwas passiert nur, wenn man sich einen Trojaner einfängt.
Auch wenn ein Freund “Hannes B.” als “Freund” hätte, dann hätte er noch immer keinen Zugriff auf deine Daten.
“Weil er sich durch die Liste frisst….” Wir hoffen, dass sich Hannes B. nicht verschluckt und einen vollen Magen bekommt.
An den Behauptungen ist absolut nichts dran; der Angriff auf die Festplatte ist genauso aus der Luft gegriffen, wie auch die angeblichen Bestätigungen von diversen Medien. Das gilt für “Hannes B.” oder sonst irgendeinen Namen, der bei solchen Kettenbriefen auftaucht!
Ergebnis
Es ist ein Lügenmärchen. Es sind Kettenbriefe, die von Unwissenden geteilt werden. Um wirklich an die Daten der Nutzer zu gelangen, bräuchte man einen Zugang zu dem Rechner oder dem Smartphone. Ja, so etwas kann passieren und zwar durch einen “Phishing-Angriff”, bzw. wenn man sich einen Trojaner einfängt, aber das hat nichts mit den o.a. Statusbeiträgen zu tun und ist ein ganz anderes Thema!
Zum anderen können Scherze, die zwar nicht böse gemeint waren, böse enden. Hört also auf, diese Kettenbriefe zu teilen! Sie sind erstens nicht wahr und zweitens können sie echten Schaden anrichten!
Artikelbild: Shutterstock / Carabus/ Marcos Mesa Sam Wordley
Tom Wannenmacher ist Gründer und Chefredakteur von Mimikama, Österreichs führender Faktencheck-Organisation. Seit 2011 kämpft er gegen Desinformation und Internetbetrug.
Hinweis: Stand zum Veröffentlichungsdatum. Verwendete Bilder, Screenshots und Medien dienen ausschließlich der sachlichen Auseinandersetzung im Sinne des Zitatrechts (§ 51 UrhG). Teile dieses Beitrags können KI-gestützt erstellt und redaktionell geprüft worden sein. (Mehr zur Arbeitsweise)
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